Meteoritenfunde Neuschwanstein



Meteorit Neuschwanstein 1
Meteorit Neuschwanstein 1

Erster Meteoritenfund am 14.Juli 2002

Nach der ersten Kampagne am 1. Mai 2002 folgten weitere Suchaktionen. Am 14. Juli 2002 war es endlich so weit: zwei Berliner Amateurastronomen, die sich etwa eine Woche lang im Zielgebiet aufhielten, fanden ein 1,75 kg schweres Bruchstück des Meteoriten. Das Bruchstück wurde etwa 2 km vom vorausberechneten Landepunkt des Hauptfragments und nur 400 m seitlich der berechneten Flugbahn des Meteors aufgefunden. Wegen der Nähe zum bekannten Schloss wurde der Meteorit auf den Namen "Neuschwanstein" getauft. Das Objekt wurde anlässlich der Tagung ACM2002 (Asteroids, Comets, Meteors ) vom 29. Juli - 2. August 2002 in Berlin stattfand, der Presse präsentiert.

Das wertvolle Fundstück wurde genauestens chemisch und petrologisch, also gesteinskundlich, untersucht. Erste Messungen der natürlichen Radioaktivität der Probe konnten bestätigen, dass es sich bei dem Fund in der Tat um ein Bruchstück des im April gefallenen Meteoriten handelt. Damit konnte in Deutschland erstmals ein Meteorit aufgrund von fotografischen Beobachtungen und Modellrechnungen geborgen werden. Mittlerweile sind die wissenschaftlichen Arbeiten am Neuschwanstein-Meteoriten, der vor über einen Jahr gefunden wurde, vorläufig abgeschlossen. Das extraterrestrische Fundstück kann nun im Rieskrater-Museum Nördlingen besichtigt werden.

Oberseite Neuschwanstein 2
Oberseite Neuschwanstein 2

 

Zweiter Meteoritenfund bei Neuschwanstein


Nach Berechnungen der Astronomen aus Ondrejov mussten von den ursprünglich 300 Kilogramm des Meteoriten mehrere Fragmente - insgesamt etwa 20 Kilogramm - den Absturz überstanden und den Boden erreicht haben. Aus diesem Grund ging die Suche in dem gebirgigen und schwer zugänglichen Gelände weiter.
Zwei jungen Männern aus Oberbayern, die mehrere Wochen im Zielgebiet mit der Suche nach Meteoritentrümmern verbracht hatten, entdeckten schließlich am 27. Mai 2003 ein weiteres Meteoritenstück.

 

 

 

Unterseite Neuschwanstein 2
Unterseite Neuschwanstein 2

Das Fundstück ist etwa faustgroß und wiegt 1,63 Kilogramm. Das gefundene Teilstück prallte wahrscheinlich mit hoher Geschwindigkeit, etwa 250 km/h, auf die Erdoberfläche und drang in den Untergrund ein. Es musste aus einer fünf Zentimeter tiefen Mulde geborgen werden. Da das Meteoritenstück mehr als ein Jahr im feuchten Bergwaldboden lag, hat das Fundstück inzwischen rostige Flecken, was auf eisenhaltiges Material hindeutet, wie beim ersten Fundstück bereits festgestellt wurde.

 

 


Untersuchungen, die am Heidelberger Max-Planck Institut für Kernphysik durchgeführt wurden, ergaben zweifelsfrei, dass beide Fundstücke verwandt sind und dass beide vom Ereignis des 6. April 2002 stammen. Die räumliche Nähe beider Fundstellen bestätigt, dass die Flugbahnen der Meteor-Fragmente korrekt berechnet wurden.

 

Dritter Meteoritenfund bei Neuschwanstein

Einen Monat später, am 29. Juni 2003, wurde das bislang letzte Meteoritenstück geborgen.  Mit immerhin 2.8 kg ist dies das größte der drei Stücke.  Die Fundstelle befand sich auf einer steilen Geröllhalde, an der Nordflanke des Altenbergs im österreichischen Tirol.

Die DLR-Forscher sind zuversichtlich, auch die Hauptmasse des Meteoriten auffinden zu können. Sie wird auf etwa 7 bis 10 Kilogramm geschätzt.


Contact
Prof.Dr. Jürgen Oberst
German Aerospace Center

Institute of Planetary Research
, Planetary Geodesy
Tel: +49 30 67055-336

Fax: +49 30 67055-402

E-Mail: Juergen.Oberst@dlr.de
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