Newsletter-Abonnement des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Aktuelles aus dem BMBF-Rahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung


Forschungsschwerpunkt „Sprachliche Bildung und Mehrsprachigkeit“ nimmt Fahrt auf

Im November 2014 fand das von der Koordinierungsstelle „KoMBi“ ausgerichtete Kick-Off-Meeting des Forschungsschwerpunkts „Sprachliche Bildung und Mehrsprachigkeit“ in Hamburg statt. Im Fokus des Forschungsschwerpunkts stehen die Potenziale gesellschaftlicher und individueller Mehrsprachigkeit. Ziel ist es, Wissen über Mehrsprachigkeit in Kindertageseinrichtungen sowie in Schulen zu erarbeiten und bereitzustellen. Im Rahmen der Eröffnungstagung stellten die Projekte ihre Forschungskonzepte vor. Zu den 150 Teilnehmenden gehörten neben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Forschungsvorhaben auch Vertreter und Vertreterinnen aus Bildungsadministration und verschiedenen Verbänden. Diskutiert wurde unter anderem, wie Mehrsprachigkeit zukünftig stärker in den Fachunterricht eingebunden werden kann. Auch die Nutzung verschiedener Herkunftssprachen von Schülerinnen und Schülern als Ressource für den Unterricht stand im Mittelpunkt der Gespräche. Das große Interesse der erweiterten Fachöffentlichkeit am Thema Mehrsprachigkeit bestätigte dessen gesellschaftliche Aktualität. Die im Rahmen des Treffens begonnenen Aktivitäten zur Vernetzung, zur gemeinsamen Nutzung von Daten und zu Transferbemühungen lassen einen hohen Ertrag des Forschungsschwerpunkts für Wissenschaft und Praxis erwarten.

Weitere Informationen unter http://www.kombi-hamburg.de/neuigkeit.html?Id=4&lang=de

Langzeitstudie zur Entwicklung von Mehrsprachigkeit

Fast jedes zweite Kind in deutschen Großstädten wächst in einer Familie mit Migrationshintergrund auf und oftmals spricht es dadurch mehr als nur eine Sprache. Mit dieser Realität sind daher auch Kindertagesstätten und Schulen zunehmend konfrontiert. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Universität Hamburg unter der Leitung von Prof. Ingrid Gogolin untersuchen daher die Entwicklung mehrsprachiger Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund. Das Projekt „Mehrsprachigkeitsentwicklung im Zeitverlauf“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund drei Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren gefördert. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, Bedingungen zu identifizieren, die die Bildungschancen mehrsprachig aufwachsender Kinder erhöhen. Die interdisziplinäre Forschungsgruppe geht dabei von der These aus, dass die Herkunftssprachen eine besondere Ressource für den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen darstellen. Durch das Vorhaben sollen schließlich empirisch fundierte Grundlagen für eine Gestaltung der pädagogischen Praxis bereitgestellt werden, sodass diese Potenziale auch genutzt werden können.

Weitere Informationen unter http://www.uni-hamburg.de/presse/pressemitteilungen/2014/pm62.html
 

Neue Erkenntnisse zu Lese- und Rechtschreibstörung

Die bei Kindern weit verbreitete Lese-Rechtschreibstörung wurde bislang in Wissenschaft und Bildungspraxis als zusammenhängendes Störungsbild angesehen. Nun zeigt eine Studie des Frankfurter Forschungszentrums IDeA (Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk), dass Kinder mit einer Lesestörung andere Schwächen im sogenannten Arbeitsgedächtnis aufweisen als Kinder mit einer Rechtschreibstörung. Das Arbeitsgedächtnis ist im Gehirn für das kurzfristige Speichern und Verarbeiten von Informationen zuständig und gilt daher als maßgeblich für das Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechnens. Aus der aktuellen Studie, in der 465 Kinder untersucht wurden, geht hervor, dass die Lernschwierigkeiten im Bereich des Lesens und des Schreibens als unterschiedliche Störungen betrachtet werden müssen – und nicht als Varianten derselben Lernstörung. Daher plädieren die an der Studie beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dafür, Lernstörungen genauer zu diagnostizieren und individueller zu behandeln. Gefördert werden die Untersuchungen durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und aus IDeA-Mitteln.

Weitere Informationen unter http://www.dipf.de/de/dipf-aktuell/pressemitteilungen/lesestoerung-und-rechtschreibstoerung-sind-verschiedene-probleme

Bilanztagung des Forschungsschwerpunkts „Chancengerechtigkeit und Teilhabe“

Wie zeigt sich ungleiche Bildungsteilhabe? Und wodurch entsteht sie? Wie kann man dafür sorgen, dass alle Kinder und Jugendlichen die gleichen Chancen auf Bildung erhalten? Diese und andere Fragen wurden auf der Bilanztagung des Forschungsschwerpunkts „Chancengerechtigkeit und Teilhabe. Sozialer Wandel und Strategien der Förderung“ Ende Januar in Berlin diskutiert. Etwa 150 Interessierte aus Politik, Wissenschaft und Praxis kamen zusammen, um die zentralen Ergebnisse von 41 BMBF-geförderten Projekten zu diskutieren. Wie ein gerechter Zugang zu Bildung gelingen kann und wie die Aufstiegschancen durch Bildung verbessert werden können, wurde aus fünf unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet: Dabei standen aktuelle Themen wie Inklusion oder die Bedeutung informeller Lernorte und die Sicherung der Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Mittelpunkt. Aber auch Übergänge in die berufliche und die Hochschulbildung sowie die Rolle von Lehr- und Fachkräften im schulischen Umfeld wurden diskutiert. Der Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren bezog sich vor allem auf die Frage, wie die Forschungsergebnisse in die Praxis umgesetzt werden können.

Weitere Informationen unter http://www.empirische-bildungsforschung-bmbf.de/de/1387.php

Bund-Länder-Initiative zur Sprachförderung bis 2019 verlängert

Kindern und Jugendlichen deutschlandweit eine bessere und individuellere Sprach- und Leseförderung zu ermöglichen: Das ist das Ziel der Bund-Länder-Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS)“. Bund und Länder haben beschlossen, die Initiative bis Ende 2019 zu verlängern. Das Programm war 2013 ins Leben gerufen worden, um die in den Ländern eingeführten Angebote zur Sprachförderung, Sprachdiagnostik und Leseförderung im Hinblick auf ihre Wirksamkeit und Effizienz wissenschaftlich zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Dazu arbeiten Kindertagesstätten und Schulen in Verbünden eng zusammen und tauschen ihre Erfahrungen aus. Die Arbeit der BiSS-Verbünde wird durch wissenschaftliche Begleitung unterstützt. Das Programm war zunächst auf fünf Jahre angelegt. Die nun beschlossene Verlängerung von BiSS bis Ende 2019 macht es möglich, die Ergebnisse der Evaluations- und Entwicklungsmaßnahmen den beteiligten Kindertagesstätten und Schulen praxisnah zu vermitteln und auch anderen, bislang nicht an BiSS beteiligten Einrichtungen zur Verfügung zu stellen.

Weitere Informationen unter http://www.biss-sprachbildung.de/

Sprachkompetenzen stärken mit „BiSS“

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka überreichte der Schulleitung des Berliner Ernst-Abbe-Gymnasiums für das Engagement in der Sprachförderung eine Plakette der Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift (BiSS)“. Das Gymnasium setzt sich im Rahmen eines Berliner BiSS-Verbundes von neun Schulen besonders für die Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen mit nicht deutscher Herkunftssprache ein. Die Schulen arbeiten vor allem daran, Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, bildungs- und fachsprachliche Kompetenzen im Rahmen des Fachunterrichts aufzubauen. Im Schuljahr 2014/15 steht der Schwerpunkt „Arbeitsaufträge selbstständig erschließen und bearbeiten“ auf dem Lehrplan. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler sprachliche Instrumente kennenlernen und anwenden, um unterschiedliche Aufgabenformate bearbeiten zu können. Zu diesem Zweck werden zum Beispiel fachspezifische Wortschatzlisten erstellt und ihre Anwendung erprobt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert den wissenschaftlichen Teil des Programms mit circa 4,3 Millionen Euro pro Jahr.

Weitere Informationen unter http://www.bmbf.de/de/26491.php


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