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Februar 2018

Aktuelles aus dem BMBF-Rahmenprogramm empirische Bildungsforschung

Projektvorstellung: "Datenbasierte Qualitätssicherung
und -entwicklung in allgemeinbildenden Schulen"

In den Bundesländern werden seit einigen Jahren neben den internationalen und nationalen Leistungsvergleichsstudien wie PISA, TIMSS und VERA unterschiedliche länderspezifische und länderübergreifende Verfahren der externen und internen Evaluation eingesetzt, um eine evidenzbasierte Qualitätsentwicklung und -sicherung auf Ebene der einzelnen Schule zu gewährleisten. Seit dem Jahre 2009 förderte das BMBF den Forschungsschwerpunkt "Steuerung im Bildungssystem (SteBis)", im Rahmen dessen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen Potenziale, Wirkungen und Nutzungsbarrieren evidenzbasierten Wissens für die Weiterentwicklung des Bildungssystems untersuchten.

Das neue Forschungsvorhaben "DaQuaS - Datenbasierte Qualitätssicherung und -entwicklung in allgemeinbildenden Schulen" unter Leitung von Prof. Dr. Felicitas Thiel (FU Berlin) rundet die bisherigen Ergebnisse ab, indem es erstmals eine vergleichende Bestandsaufnahme erarbeitet, die für politisch-administrative Steuerungsentscheidungen und damit letztlich für die Schulen selbst von Nutzen sein kann. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen, wie diese Instrumente in den jeweiligen Bundesländern genutzt werden. Sie fragen sich: Wie sind die Instrumente im Detail konzipiert? Wie werden sie im Schulalltag angewendet? Und welche Aufgaben und Entscheidungsbefugnisse sind damit für die Schulaufsichtsbeamten, Schulleitungen, Fachkonferenzen und Lehrkräfte verbunden? Um diese Fragen zu beantworten, werten sie mehr als 1000 Dokumente - wie beispielsweise Konzepte, Handreichungen oder Verordnungen - systematisch aus. Anschließend beschreiben sie aktuelle Verfahren und Regelungen für alle 16 Bundesländer und werden im Ergebnis eine wichtige Handreichung für Bildungspolitik, -verwaltung und -praxis sein.

Weitere Informationen zum Projekt finden sich unter:
www.ewi-psy.fu-berlin.de


Kick-off-Meeting der 2. Förderphase des Forschungsschwerpunkts Sprachliche Bildung und Mehrsprachigkeit

Am 18. und 19.09.2017 fand an der Universität Hamburg das Kick-off-Meeting der zweiten Förderphase des Forschungsschwerpunkts Sprachliche Bildung und Mehrsprachigkeit statt. Die erste Förderphase des Forschungsschwerpunkts und der dazugehörigen Koordinierungsstelle Mehrsprachigkeit und sprachliche Bildung (KoMBi) lief 2013-2017. Die vom BMBF geförderten Forschungsprojekte hatten zum Ziel, Wissenslücken zu schließen und Ergebnisse zu erzielen, auf deren Grundlage es gelingen kann, die Potenziale der Mehrsprachigkeit im Bildungsprozess besser zu nutzen und die gleichfalls vorhandenen Risiken zu verringern (die bisherige Forschung kommt schließlich zu widersprüchlichen Ergebnissen). Auf Basis der Forschungsergebnisse aus der 1. Förderphase haben die Projekte ihr Vorhaben für die 2. Förderphase (2017-2020) in Hamburg vorgestellt. Die Themen der jeweiligen Präsentationen beinhalteten zum Beispiel "Lese- und Schreibkompetenzen bei mehrsprachen Schüler(inne)n", "Sprachbewusstheit und Mehrsprachigkeit", "Schulentwicklung in Zeiten der Neuzuwanderung", "Mehrsprachigkeit und Sprachenbildung im Fachunterricht".

Im Rahmen dieser Veranstaltung stellten auch einige Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler ihre Promotionsprojekte vor, die im Rahmen der Forschungsprojekte entstehen. Prof. Dr. Michaela Sambanis (FU Berlin) hielt eine Keynote-Präsentation mit dem Titel "Mehrsprachigkeit - Streifzüge zwischen Fremdsprachendidaktik und Neurowissenschaften", gefolgt von einem Vortrag zum Thema "Gesamtsprachencurriculum - Forschungs- und Anwendungsprojekte" von Madeleine Schmorré (TU Darmstadt).

Weitere Informationen unter:
www.kombi-hamburg.de


Lese-Rechtschreibproblemen spielend entgegenwirken

Fast jedes fünfte Grundschulkind im deutschsprachigen Raum hat erhebliche Probleme beim Lesen- und Schreiben-Lernen. Um den betroffenen Kindern zu helfen, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität Kaiserslautern im Rahmen eines BMBF-geförderten Projekts das computerbasierte Training "Lautarium" entwickelt. "Lautarium" trainiert insbesondere die Fähigkeit zur Wahrnehmung von Lauten und Silben, die wiederum positiv auf die Lese- und Schreibfähigkeiten wirkt. Zudem macht das Programm Spaß. Für erfolgreich gelöste Aufgaben gibt es virtuelles Spielgeld, mit dem die Kinder Fische, Pflanzen und Zubehör für ein virtuelles Aquarium kaufen können. "Lautarium" ist nicht nur in der Schule, sondern auch zu Hause selbstständig anwendbar. In den bisherigen Studien hat sich das Programm als effektiv erwiesen und wurde in der zweiten Förderphase weiter optimiert. Das Programm "Lautarium" ist nun im Handel erhältlich. Zum Computerprogramm gehört ein Handbuch, in dem die Übungen, der Forschungshintergrund und die Wirksamkeitsstudien ausführlich beschrieben sind.

Weitere Informationen unter:
www.sowi.uni-kl.de


Sprachförderung für neuzugewanderte Jugendliche

Das Evaluationsprojekt "Formative Prozessevaluation in der Sekundarstufe - Seiteneinsteiger und Sprache im Fach (EVA-Sek)" unter der Leitung von Prof. Dr. Bernt Ahrenholz hat am 10. und 11. November 2017 auf einer interdisziplinären Tagung in Jena zur Schulsituation neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher erste Ergebnisse sowie weitere Beiträge aus Wissenschaft und Praxis präsentiert. Verschiedene Studien stellten Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Beschulungsmodelle für neuzugewanderte Jugendliche dar - auch aus Sicht der Jugendlichen selbst. Als ein wichtiges Ergebnis stellte sich heraus, dass die Flexibilität innerhalb der verschiedenen Modelle als sehr wichtig erachtet wird, so dass jede Schülerin und jeder Schüler passend zu seinen Voraussetzungen und Fähigkeiten sprachliche Förderung erhält und am Unterricht in den verschiedenen Fächern teilnehmen kann. Das Projekt wird im Rahmen der Bund-Länder-Initiative "Bildung durch Sprache und Schrift - BiSS" gefördert. Ziel der Initiative ist es, auf der Basis von empirisch fundierten, wissenschaftlichen Erkenntnissen eine Verbesserung der Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen in der Bildungssprache Deutsch zu ermöglichen. Insgesamt beteiligen sich mehr als 600 Kindertagesstätten und Schulen an BiSS. Die von den Einrichtungen umgesetzten Konzepte und Maßnahmen zur sprachlichen Bildung von Kindern und Jugendlichen werden mit Förderung des BMFSFJ (für den Elementarbereich) und des BMBF (für den Primar- und Sekundarbereich) extern evaluiert. BiSS unterstützt die Bemühungen in den Ländern zur Umsetzung erfolgreicher Maßnahmen in die Fläche.

Weitere Informationen unter:
www.biss-sprachbildung.de


Jahrestagung der Initiative "Bildung durch Sprache und Schrift - BiSS"

Am 16. und 17. November 2017 hat in Münster die vierte BiSS-Jahrestagung stattgefunden. Im Mittelpunkt der verschiedenen Workshops, Fachvorträge und Podiumsdiskussionen stand die Frage nach den Rahmenbedingungen einer gelingenden sprachlichen Bildung im Elementar- und Schulbereich. Wie können Sprachbildungskonzepte nachhaltig in den Kitas und Schulen verankert werden und fester Bestandteil der Einrichtung werden? Mehr als 250 Personen aus Bildungspraxis, Bildungsforschung, Bildungsadministration und Bildungspolitik tauschten sich hierzu auf der Jahrestagung aus. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit dieser verschiedenen Akteurinnen und Akteure ist das Sprachbildungskonzept "Mit Kindern im Gespräch" von Frau Prof. Gisela Kammermeyer (Universität Koblenz-Landau), das in den BiSS-Verbünden in Rheinland-Pfalz erprobt und evaluiert wurde. In wissenschaftlich fundierten und gleichzeitig praxisnahen Fortbildungen erhalten Erzieherinnen und Erzieher konkrete Anleitungen, Coachings und Materialien zur alltagsintegrierten sprachlichen Bildung für Unterdreijährige bis hin zum Übergang in die Grundschule. Das Sprachbildungskonzept wird in Rheinland-Pfalz mittlerweile flächendeckend in den Kindertagesstätten eingesetzt und über die Fachschulen weiter verbreitet. Auch in Nordrhein-Westfalen können sich pädagogische Fachkräfte nach diesem Konzept weiterqualifizieren.

Weitere Informationen unter:
www.biss-sprachbildung.de

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Web: www.empirische-bildungsforschung-bmbf.de

Bildnachweise:
Bild 1: Shutterstock
Bild 2: Lautarium/Hogrefe Verlag

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