Programmmanagement Biomedizin



In der biomedizinischen Forschung ist der PT-DLR Gesundheitsforschung vorrangig auf drei Gebieten für das BMBF tätig:
- der medizinischen Genomforschung
- dem Nationalen Netzwerk Computational Neuroscience
- der Ethik

Medizinische Genomforschung
Die medizinische Genomforschung in Deutschland ist verstärkt auf die Bekämpfung von Volkskrankheiten und eine enge Kooperation mit der Industrie ausgerichtet. Zunehmend werden die Ergebnisse der medizinischen Genomforschung auf ihren konkreten Nutzen für Medizin oder Pharmazie geprüft und kommerziell verwertet werden. Für das neue Programm der medizinischen Genomforschung stellt das BMBF von 2008 bis 2011 mehr als 125 Millionen Euro bereit.

Das neue Programm besteht aus zwei Bereichen. Für die "Integrierten Verbünde der medizinischen Genomforschung" werden 26 Forschungsverbünde zunächst für drei Jahre mit mehr als 114 Millionen Euro ausgestattet. Sie sollen ein umfassendes molekulares Verständnis von Krankheitsprozessen gewinnen. Die meisten Verbünde arbeiten an der Erforschung von Krebs und neurologischen Krankheiten. Durch die "Innovationsallianzen der medizinischen Genomforschung" soll der Transfer wissenschaftlicher Ergebnisse in die klinische und industrielle Anwendung verbessert werden. Hier kooperieren forschende Unternehmen und akademische Einrichtungen, um gemeinsam marktfähige Innovationen zu entwickeln. Das BMBF fördert hier acht Verbünde mit insgesamt 12 Millionen Euro für zunächst drei Jahre.

Wesentliche Grundlagen für die medizinische Genomforschung haben das Deutsche Humangenomprojekt (DHGP) und das Nationale Genomforschungsnetz (NGFN) gelegt. Von 2001 bis 2007 hat der Projektträger das NGFN-Projektmanagement (Forschungsmonitoring, NGFN-internen Kommunikationstrukturen, Umsetzung aller administrativen Maßnahmen für die Gremien, Öffentlichkeitsarbeit, Organisation von NGFN-Symposien) wahrgenommen.


Nationales Netzwerk Computational Neuroscience

Foto: "Bernstein Zentren"

Das Verständnis der Funktion des Gehirns aus seiner Struktur und neuronalen Dynamik heraus ist notwendig für die Prävention und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems, für ein verbessertes allgemeines Verständnis biologischer Prozesse, für die Entwicklung neuartiger hochleistungsfähiger Computer und nicht zuletzt für effiziente Lehr- und Lernstrategien. Der neue und umfassende Ansatz, der verschiedene experimentelle Zugänge, Computersimulationen und mathematische Modelle vereint, heißt "Computational Neuroscience". Sein zentrales Anliegen ist die Aufklärung der neuronalen Grundlagen von Hirnleistungen von der Verarbeitung komplexer Sinnesreize über Lernvorgänge und den Abruf gespeicherter Information bis zur Planung und präzisen Koordination verhaltensrelevanter Bewegungsmuster. Dieser interdisziplinäre Forschungsansatz macht das gezielte und interdisziplinäre Zusammenwirken von Neurowissenschaften, Biologie, Medizin, Physik, Mathematik und Informatik erforderlich.

Weitere Informationen über die Förderung der Computational Neuroscience finden Sie unter http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/784.php



Ethik
Bei der Entwicklung neuer medizinischer Verfahren stellen sich zunehmend Fragen zu ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten (ELSA: ethical, legal and social aspects). Ihre Behandlung stellt nicht nur eine notwendige Begleitung moderner medizinischer Forschung dar, sondern wird heute als ein durchaus eigenständiges Arbeits- und Forschungsfeld gesehen. Die Aufgabe beschränkt sich nicht darauf, lediglich die Ergebnisse der laufenden biomedizinischen Forschung zu reflektieren. Vielmehr sollen vorausschauend mögliche Konsequenzen untersucht werden, um dem gesellschaftlichen Diskurs über neue Entwicklungen eine wissenschaftlich fundierte Basis zu geben. Zu den von Projektträger betreuten Maßnahmen zählt neben der Begleitung spezifischer Forschungsprojekte besonders die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses mit Klausurwochen, der Einrichtung von Nachwuchsgruppen sowie der Förderung von Diskussionsveranstaltungen für die Jugend.



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