- Lehr- und Lernsoftware -
Herausforderungen und Chancen
Die gesamtwirtschaftlichen Trends der zunehmenden Internationalisierung und Dynamisierung des Wettbewerbs, der Einführung neuer Managementstrukturen in den Unternehmen und die zunehmende Verzahnung bisher unterschiedlicher Wirtschaftszweige erhöhen in den Unternehmen den Druck, die Qualifikation ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktuell, bedarfsgerecht und schnell sich verändernden Märkten und Techniken anzupassen. Die flexible, kosteneffiziente Qualifizierung des eigenen Personals wird für die Unternehmen zum Wettbewerbsfaktor, und für die einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird die Weiterbildung zur beruflichen Existenzfrage. Die Neuen Medien versprechen gerade im Hinblick auf die Flexibilisierung und die Kosten erhebliche Vorteile gegenüber den traditionellen Formen der Wissensvermittlung. Den Einzelnen bietet sich ein besserer Zugang zu Bildungsangeboten, und die Unternehmen können sich die Zeit- und Ortsungebundenheit des Mediums zunutze machen, um arbeitsbegleitende Fortbildungen sowie eine schnelle Distribution von Informationen und Wissen innerhalb des Unternehmens zu realisieren.
Die Informations- und Kommunikationstechniken werden so zum Basismedium vielfältiger Lernprozesse in allen Bildungs- und Qualifikationsbereichen und zur Herausforderung aber auch zur Chance nicht nur für die Unternehmen, sondern für den gesamten Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung.
Im Bereich der beruflichen Ausbildung ergeben sich veränderte Anforderungen mit der Notwendigkeit, individuelle Fähigkeiten durch dauerhafte berufliche Weiterbildung zu erhalten und auszubauen. Beschäftigungsfähigkeit und damit die Mitwirkung an gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Prozessen wird in Zukunft davon abhängen, dass dem Einzelnen unterschiedliche Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für eigenverantwortliches und selbstorganisiertes Lernen zur Verfügung stehen. In der Erstausbildung müssen die Grundlagen dafür gelegt werden, auf denen die Weiterbildung aufbaut.
Informations- und Kommunikationstechnologien verändern auch die berufliche Weiterbildungslandschaft. Netzbasiertes Lernen bricht die Strukturen herkömmlicher Lernangebote und Bildungsanbieter auf. Mit der Weiterentwicklung der vorhandenen Netzinfrastrukturen und weiteren Preissenkungen bei der Netznutzung wird netzbasiertes Lernen in Zukunft in der beruflichen Bildung eine zunehmende Bedeutung erlangen. Virtuelle Lernwelten und Bildungsangebote im Internet werden entstehen und selbstverantwortetes, individuelles Lernen in neuen Kooperationsformen ermöglichen. Der Entwicklung, der Einführung und dem Einsatz geeigneter multimedialer Lernangebote kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Für den Staat und die Wirtschaft gilt es, geeignete Voraussetzungen und Strukturen zu schaffen, damit die Chancen, die in dem Wandel liegen, genutzt werden.
Ausgangslage
Die Verfügbarkeit geeigneter PC-Hardware sollte kein grundsätzliches Hindernis für die Nutzung von Multimedia in der betrieblichen Weiterbildung mehr darstellen. Multimediafähige PC sind in vielen Varianten standardmäßig verfügbar. Preis und Handhabbarkeit können auch für kleinere Betriebe nicht mehr als Einsatzhindernis gesehen werden, sofern der Nutzen für den Anwender erkennbar ist. Die Spannbreite des IT-Einsatzes in Unternehmen ist dennoch sehr groß. Während so gut wie alle Großunternehmen PC nutzen und circa 80% davon schon im Internet zumindest erreichbar sind, sind kleine und mittlere Unternehmen zwar vielfach mit PC ausgestattet, aber – den letzten Erhebungen zufolge - weniger als 10% davon sind ans Internet angeschlossen. Hardwareausstattung und vor allem Netzanbindung sind also vielerorts noch verbesserungsfähig.
Durch das Angebot multimedialer Produktinformationen, Betriebsanleitungen, Hilfen für Marketing und Vertrieb und anderen Informationen auch durch kleine und mittlere Unternehmen wächst das Interesse bei diesen Unternehmen an der IT-Nutzung rapide. Dieser Trend könnte die Nutzung von Multimedia auch für Bildungsaufgaben erleichtern.
Besser als bei allgemeinbildenden Schulen ist die Lage in der beruflichen Erstausbildung. Zumindest verfügen über 60% der Berufsschulen über einen Internet-Anschluß. Die Ausbildung am Computer ist in wichtige Ausbildungsgänge schon integriert. Im kaufmännischen Bereich findet die Vermittlung von IT-Kenntnissen praxisnah und in vielen Ländern auch flächendeckend statt. Der IT-Einsatz in anderen Bereichen spiegelt die Vielfalt der Ausbildungsberufe wider, wie etwa bei der Steuerung von Maschinen und Anlagen, beim Umweltschutz oder beim Verkäufertraining.
Auch bei der Lernsoftware ist die Situation im Bereich der beruflichen Bildung eindeutig besser als in der allgemeinen Bildung. Eine Untersuchung des BIBB zur verfügbaren Standard-Lernsoftware im Bereich der beruflichen Bildung hatte schon 1996 über 3.000 Programme erfasst. Fast 50 % der Lernprogramme haben allerdings ausschließlich Qualifizierung im Umgang mit Informationstechnik zum Ziel. Mehr als 20 % vermitteln die Anwendung von Grundlagen in speziellen technischen und kaufmännischen Fachgebieten. Weitere 10 % sind auf das Lernen von Fremdsprachen bezogen.
Auch wenn in der beruflichen Bildung Lernsoftware im Prinzip schon seit einigen Jahren verfügbar ist, gibt es Defizite, vor allem in
Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung
Der Einsatz von Bildungssoftware in der beruflichen Bildung ist untrennbar verknüpft mit charakteristischen rechtlichen, organisatorischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Beteiligte sind neben Bund und Ländern auch die Sozialpartner, die ein flexibles und international konkurrenzfähiges berufliches Bildungssystem entwickelt haben.
Um Bildungssoftware in der beruflichen Bildung stärker zu nutzen, sind maßgeschneiderte Konzepte erforderlich, die an die jeweiligen spezifischen Rahmenbedingungen der Branchen angepaßt sind.
Ziel der Förderung des BMBF im Bereich der beruflichen Bildung ist es,
Das BMBF wird mit den Sozialpartnern Anwendungsfelder bzw. Branchen auswählen, die sich für eine medienbasierte Aus- und Weiterbildung eignen und für eine positive Beschäftigungsentwicklung von besonderer Bedeutung sind. Im Rahmen des Programmes sollen daher mit hoher Priorität auch die im Bündnis für Arbeit beschlossenen Maßnahmen zur Qualifizierung im Bereich der Informations- und Kommunikationswirtschaft und der IT-Anwender gefördert werden.
Als übergeordnete Kriterien für die Projektauswahl sind zu nennen: