Die Kommissarin betonte hierbei die Rolle Europas für Forschung, Wissenschaft und Innovation. Europa müsse in eine Innovations-Union transformiert werden, um nicht alleine die Wirtschaft zu stärken, sondern auch nachhaltig hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen. Innovation sei der Schlüssel für nachhaltiges Wachstum und faire, umweltbewusste Gesellschaften. Sie bezeichnete das DLR dabei als einen der „key player“ in den Bereichen Klimaforschung, Ressourcenmanagement und Luftverkehrsforschung. Dass das DLR die größte europäische zivile Flotte von Luftfahrtzeugen in der Forschung unterhalte, sieht Geoghegan-Quinn als ein Alleinstellungsmerkmal, von dem Europa nachhaltig profitieren könne.
Der Vorstandsvorsitzende des DLR, Professor Wörner, wies im anschließenden Arbeitsteil des Besuchs besonders auf die hohe Kompetenz des DLR in den Zukunftsbereichen Energietechnik und Mobilität hin. Zu einer europäischen Infrastrukturpolitik könne und werde sein Haus exzellente Ergebnisse aus Ingenieurstechnik, Forschung und Entwicklung aber auch und nicht zuletzt bei Fragen der gemeinsamen Raumfahrtstrategie Europas beisteuern. „Das DLR ist eine, wenn nicht sogar die Referenzadresse in Europa, wenn es um Luft- und Raumfahrt, Energietechnik, Verkehrs- und um Sicherheitsforschung geht“, sagte Wörner. Der Leiter des Europäischen Astronautenzentrums EAC, Michel Tognini, wies auf die neuen Herausforderungen hin, denen sich die europäische Raumfahrt nach Einstellung der US-amerikanischen Shuttleflüge zu stellen habe. Die astronautische Raumfahrt könne ohne die robotische Raumfahrt ebenso wenig gedacht werden wie vice versa.
Bei aller Zeitknappheit und Arbeitsbezogenheit des Besuches blieb den Politikerinnen jedoch Zeit, auch die Faszination von Forschung, Wissenschaft und Technik zu erleben. Bei Präsentationen der Institute Luft- und Raumfahrtmedizin sowie Materialwissenschaft im Weltraum wurde lebendig, was in reinen Zahlen meist nüchtern daherkommt. Die Kometenmission Rosetta, die aus Zeitgründen allein der Landesministerin hatte vorgestellt werden können, sah diese als ein wirkungsstarkes Symbol dafür, wie man aus fernster Vergangenheit in der aktuellen Gegenwart für eine bessere Zukunft lernen könne. Dies sei Grundlagenforschung (aber nicht nur) in alter und bester Manier.
Der Leiter der Organisationseinheit Politik- und Wirtschaftsbeziehungen des DLR, Bernhard Fuhrmann, wies am Rande des Besuches darauf hin, dass sich Wissenschaft und Forschung heutzutage selbstverständlich im politisch-gesellschaftspolitischen Umfeld bewegten. „Die Zeit des Elfenbeinturmdenkens ist schon lange passé“, so Fuhrmann. In Anspielung auf das Zitat eines irischen Schriftstellers – die EU Kommissarin stammt aus Irland - schrieb er dessen Satz: „Die Wirklichkeit ist eine Illusion“, in die Zukunft fort: „Im DLR schaffen wir aus Illusionen Wirklichkeit, die zum Wissen für Morgen wird“.