Unter dem Motto „Die ESA-Ministerratskonferenz 2012: Chancen und Herausforderungen für die Raumfahrt in Europa“ wurden die brisanten Themen auf der Tagesordnung der im November in Italien stattfindenden ESA Ministerratskonferenz wie Finanzierung der ISS ab 2013, Fortführung der Ariane, Entwicklung und dem Betrieb von GMES sowie ExoMars und Lunar Lander diskutiert.
Den Abend eröffnete der Abgeordnete Uwe Beckmeyer MdB als 1. Stellvertretender Vorsitzender der Parlaments-gruppe Luft- und Raumfahrt (PGLR).
Ministerialdirektor Dr. Sven Halldorn, Abteilungsleiter Technologiepolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), begrüßte die Gäste im Namen der Bundesregierung und legte die Schwerpunkte aus Sicht der Bundesregierung mit Bezug auf die anstehende ESA-Ministerratskonferenz dar. Diese orientierten sich stark an der Raumfahrtstrategie der Bundesregierung. Im Vordergrund stünden strategische Ziele und das zeichnen von Programmen, die sowohl die Systemführerschaft Deutschlands, als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Deutschen Raumfahrtindustrie erhalten und ausbauen. Aus finanzieller Sicht halte die Bundesregierung einen sofortigen Eintritt in eine neue Trägertechnologie für verfrüht. Die Bundes-regierung unterstütze eine klare Aufgabenteilung zwischen EU und ESA, die die vorhandenen Kompetenzen nutzt und Doppelstrukturen vermeidet. Dabei sei der Erhalt der ESA als eigenständige zwischenstaatliche Organisation ein zentrales Element.
Moderiert von Rolf Clement, Deutschlandfunk, folgte auf die Grußworte eine Paneldiskussion zwischen Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR, Evert Dudok, Vizepräsident Raumfahrt des BDLI, Jean-Jacques Dordain, Generaldirektor der ESA, und Uwe Beckmeyer, PGLR.
Auf die Frage, wie sich die Raumfahrt in Europa in den nächsten Jahren auch über die ESA-Ministerratskonferenz weiterentwickeln sollte, nannte Herr Dudok als Schwerpunkt den Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Raumfahrtindustrie. Herr Wörner betonte in diesem Zusammenhang das Schaffen von Querverbindungen zwischen den Disziplinen, um Spin-In und Spin-Off Effekte zu schaffen. Herr MdB Beckmeyer war nachhaltig der Meinung, Europa müsse gegen den Abverkauf von Technologie ans Ausland wirken.
Mehr als 170 Gäste aus Politik und Wirtschaft hatten die Möglichkeit, ihre Fragen an das Panel zu richten und im Anschluss an den offiziellen Teil mit den Panelteilnehmern und anwesenden Gästen zu diskutieren.