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Das Texus Programm - Schwerelosigkeit der Extraklasse



 Texus

 

Am Dienstag, 29. März 2011, startete um 06:01 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MESZ) die Forschungsrakete TEXUS 49 vom Raumfahrtzentrum Esrange bei Kiruna in Nordschweden. Die Rakete des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) trug vier deutsche Experimente zur Gesundheits- und Materialforschung in eine Höhe von 268 Kilometern. Während der 20-minütigen Flugzeit herrschte für rund sechs Minuten Schwerelosigkeit, bevor die Nutzlast planmäßig am Fallschirm landete.

Deutschland ist in der Schwerelosigkeitsforschung weltweit führend. Sie genießt deshalb einen prominenten Platz im deutschen Raumfahrtprogramm. Mit dieser Hochleistungstechnologie schafft die deutsche Raumfahrt Innovationen für Staat und Gesellschaft. Schwerelosigkeitsforschung ist gleichermaßen Grundlagenforschung und Forschung für industrielle Anwendungen.

Die Organisationseinheit Politik-und Wirtschaftsbeziehungen(VO-PW) nahm dies zum Anlass, im Rahmen der Erstellung von Präsentationsvideos im 3D-Format für das politisch-wirtschaftliche Umfeld, diese Mission von den Vorbereitungen bis hin zum Start zu dokumentieren. Das Video zur Texus-49 Mission im 2D-Format steht im Beitrag zum Download bereit.

Das Texus Programm

In dem seit 1976 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) über das DLR Raumfahrtmanagement geförderten TEXUS-Programm (Technologie-Experimente unter Schwerelosigkeit) wird mit Hilfe von Forschungsraketen eine annähernde Schwerelosigkeit für etwa sechs Minuten Experimentierzeit erreicht. Es ist das weltweit erfolgreichste und am längsten bestehende Raketenprogramm für wissenschaftliche Versuche und Technologieerprobungen in Schwerelosigkeit.

Bei bis zu zwei Flügen pro Jahr starten die Raketen von Esrange bei Kiruna in Nordschweden, erreichen in ballistischem Flug eine Gipfelhöhe von bis zu 270 Kilometern, landen am Fallschirm und werden anschließend per Hubschrauber geborgen. Die Experimente werden dabei in übereinander liegenden, autonomen Einzelmodulen innerhalb der Rakete durchgeführt. Dabei kann die Datengewinnung während des Fluges per Telemetrie und nach der Bergung der wissenschaftlichen Nutzlast erfolgen. Die direkte Steuerung und Überwachung der Versuchsabläufe per sogenanntem Telecommanding und Videoübertragung sind möglich.

Das TEXUS-Programm bietet Wissenschaftlern die Möglichkeit, eigenständige Experimente unter verminderter Schwerkraft durchzuführen und Experimente für die Internationale Raumstation ISS vorzubereiten. Es zeichnet sich durch eine weitgehende Wiederverwendbarkeit der Nutzlasten, relativ kurze Vorbereitungs- und Zugriffszeiten, einen regelmäßigen und nutzerfreundlichen Zugang zur Schwerelosigkeit und die im Vergleich zu bemannten Missionen niedrigeren Sicherheitsanforderungen aus. All dies ermöglicht eine relativ kostengünstige Forschung.

Industrieller Hauptauftragnehmer für den Bau der TEXUS-Nutzlasten und die Missionen ist die Firma EADS Astrium in Bremen. Unterauftragnehmer sind Kayser-Threde und die Mobile Raketenbasis (MORABA) des DLR.

Der „Jubiläumsflug“ TEXUS-50 ist für Anfang 2013 geplant.

 Wissenschaftler beim den letzten Arbeiten am Experiment-Modul. Dieses wird später zusammen mit den anderen Experimenten zu einer Nutzlast-Einheit zusammengebaut.
zum Bild Wissenschaftler beim den letzten Arbeiten am Experiment-Modul. Dieses wird später zusammen mit den anderen Experimenten zu einer Nutzlast-Einheit zusammengebaut.
 Integration der Experimentanlage in das dafür vorgesehene Nutzlast-Modul.Die rote Farbe wurde gewählt, um die Payload nach der Landung im Schnee besser ausmachen zu können und die Bergung dadurch zu beschleunigen.
zum Bild Integration der Experimentanlage in das dafür vorgesehene Nutzlast-Modul.Die rote Farbe wurde gewählt, um die Payload nach der Landung im Schnee besser ausmachen zu können und die Bergung dadurch zu beschleunigen.
 Einbau des biologischen Experiments in das dafür vorgesehene Nutzlast-Modul
zum Bild Einbau des biologischen Experiments in das dafür vorgesehene Nutzlast-Modul
 Letzte Vorbereitungen an der ersten Stufe der Trägerrakete. Hierbei handelt es sich um einen VSB-30 Raketenmotor.
zum Bild Letzte Vorbereitungen an der ersten Stufe der Trägerrakete. Hierbei handelt es sich um einen VSB-30 Raketenmotor.
 Transport der ersten Stufe in den Startturm.
zum Bild Transport der ersten Stufe in den Startturm.
 Die erste Raktenstufe befindet sich im Startturm. Die Integration der Nutzlast erfolgt erst kurz vor dem Start und ermöglicht den Wissenschaftlern dadurch sehr langen Zugriff auf ihre Experimente.
zum Bild Die erste Raktenstufe befindet sich im Startturm. Die Integration der Nutzlast erfolgt erst kurz vor dem Start und ermöglicht den Wissenschaftlern dadurch sehr langen Zugriff auf ihre Experimente.
 Letzte Montagearbeiten an der Nutzlast. Danach beginnt der Transport in den Startturm.
zum Bild Letzte Montagearbeiten an der Nutzlast. Danach beginnt der Transport in den Startturm.
 Letzte Montagearbeiten an der Nutzlast. Danach beginnt der Transport in den Startturm.
zum Bild Letzte Montagearbeiten an der Nutzlast. Danach beginnt der Transport in den Startturm.
 Die Nutzlast wurde auf einem Montagewagen verladen und befindet sich auf dem Weg in den Startturm. Die Integration
zum Bild Die Nutzlast wurde auf einem Montagewagen verladen und befindet sich auf dem Weg in den Startturm. Die Integration
 Die Nutzlast befindet sich im Startturm. Die letzten Sicherheitsvorkehrungen werden nun getroffen. Danach hebt ein Kran die Nutzlast auf die zweistufige Trägerrakete.
zum Bild Die Nutzlast befindet sich im Startturm. Die letzten Sicherheitsvorkehrungen werden nun getroffen. Danach hebt ein Kran die Nutzlast auf die zweistufige Trägerrakete.
 Die ESRANGE-Basis verfügt über die weltweit einzige zivile Raketenstartrampe in einem Gebäude. In Kiruna sind die Wetterbedingungen für Starts im Frühjahr und Herbst am besten. Dies bietet den Vorteil, die Missionen trotz extremer Außentemperatur von bis zu -40 Grad ohne Unterbrechungen vorbereiten und durchführen zu können.
zum Bild Die ESRANGE-Basis verfügt über die weltweit einzige zivile Raketenstartrampe in einem Gebäude. In Kiruna sind die Wetterbedingungen für Starts im Frühjahr und Herbst am besten. Dies bietet den Vorteil, die Missionen trotz extremer Außentemperatur von bis zu -40 Grad ohne Unterbrechungen vorbereiten und durchführen zu können.
 Start der TEXUS-49 Mission am 29. März 2011
zum Bild Start der TEXUS-49 Mission am 29. März 2011

 

 


Kontakt
ass. phil. Bernhard Fuhrmann
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Politik- und Wirtschaftsbeziehungen

Tel: +49 2203 601-4050

E-Mail: bernhard.fuhrmann@dlr.de
Rolf Jansen
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Politik- und Wirtschaftsbeziehungen

Tel: +49 2203 601-2904

E-Mail: rolf.jansen@dlr.de
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