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Aktuelles
Politik trifft Forschung - DLR präsentiert das „Wissen für Morgen“ EU-Kommissarin Geoghegan-Quinn und NRW-Ministerin Svenja Schulze zu Informations- und Arbeitsbesuch im DLR und bei der ESA in Köln-Porz.
Bei einem Besuch des DLR und des Europäischen Transsonischen Windkanals (ETW) sowie des Europäischen Astronautenzentrums (EAC) in Köln am 7. April 2011 lernten die EU-Kommissarin für Forschung, Wissenschaft und Innovation, die Irin Máire Geoghegan-Quinn,sowie die Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, Svenja Schulze ausgewählte DLR-Forschungs- und Entwicklungsprojekte, das EAC sowie den ETW intensiv kennen.
Der Besuch auf höchster europäischer und Landesebene mit Informations- und Arbeitsbesuchscharakter wurde vom DLR-Vorstandsvorsitzenden, Professor Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner und weiteren DLR-Vorstandsmitgliedern begleitet. Politische Schwerpunkte der Informationsfelder der EU-Kommissarin waren die europäische Luftfahrtstrategie der Zukunft, die nachhaltige, übernationale Energieforschung - mit Beispielen des DLR aus dessen Solarthermieforschung und der Gasturbinentechnik - sowie Fragen einer europäischen Infrastrukturpolitik, bei der insbesondere diskutiert wurde, wie sich die Europäische Union künftig strategisch ausrichten und aufstellen könne. Auch das Zukunftsthema „Mobilität“ und dessen Innovationspotentiale wurden am Rande mit diskutiert. Die Kommissarin zeigte sich vom Windkanal ETW ebenso beeindruckt wie vom DLR-Forschungsflugzeug „Falcon“, das mit Forschungen des DLR-Instituts für Physik der Atmosphäre beim Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull europaweit Erkenntnisse von höchster Bedeutung für die Meisterung der damaligen Luftfahrtkrise beisteuerte. „Die Menschen in Europa erwarten mit Recht solide Konzepte und forschungspolitische Grundlagen für die Gestaltung des europäischen Wirtschaftsraums und zur Sicherung von Lebensqualität und Zukunftschancen. Eine europäische Forschungsinfrastruktur, die nationale Kompetenzen bündelt, kann hierbei zur Basis nachhaltiger Entwicklungen in diesen Bereichen werden“, so Geoghegan-Quinn.
Die Kommissarin betonte hierbei die Rolle Europas für Forschung, Wissenschaft und Innovation. Europa müsse in eine Innovations-Union transformiert werden, um nicht alleine die Wirtschaft zu stärken, sondern auch nachhaltig hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen. Innovation sei der Schlüssel für nachhaltiges Wachstum und faire, umweltbewusste Gesellschaften. Sie bezeichnete das DLR dabei als einen der „key player“ in den Bereichen Klimaforschung, Ressourcenmanagement und Luftverkehrsforschung. Dass das DLR die größte europäische zivile Flotte von Luftfahrtzeugen in der Forschung unterhalte, sieht Geoghegan-Quinn als ein Alleinstellungsmerkmal, von dem Europa nachhaltig profitieren könne.
Auch die Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung von NRW, Svenja Schulze, zeigte sich beeindruckt von der Leistungskraft innovativer Forschungseinrichtungen, die in NRW beheimatet sind. Das DLR und das EAC stünden für höchste wissenschaftliche aber auch ingenieurstechnische Exzellenz in ihrem Bundesland, meinte die Ministerin. NRW liege im Technologiebereich nicht nur mit an der Spitze in Deutschland, sondern nehme in vielen Feldern auch in Europa Spitzenstellungen ein. Enorm beeindruckte die Ministerin das entstehende lebenswissenschaftliche Labor ENVIHAB (enviromental habitat) des DLR. Dort sollen sich Forscher langfristig mit den komplexen Fragestellungen eines geschlossenen Lebenserhaltungssystems und der Wechselwirkung Mensch und Umwelt befassen. Das Habitat wird dabei verschiedensten Forschungen zu den Themen Lebenswissenschaften und Raumfahrt dienen. Die Ministerin wies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung von Forschung allgemein hin:„Forschung, Entwicklung und Innovation bedeuteten gleichermaßen Ressourcenschonung, Umweltschutz, Zukunftssicherung und damit nachhaltige Politik zur Verbesserung gesellschaftlicher Verhältnisse. Das Interesse für eine solche Forschung muss schon frühzeitig geweckt werden. Ich begrüße deshalb auch ganz besonders die hervorragenden Angebote des DLR im Bereich der Schüler- und Nachwuchsförderung, der Förderung junger Wissenschaftler.“ Das Land NRW unterstützt gezielt diesen Weg, so die Ministerin weiter, fördere damit Talente, schaffe Chancen, baue Spitzenforschung aus, unterstütze Hochschulen und engagiere sich sehr darin, bei jungen Menschen das Interesse an der Grundlagenforschung zu wecken.
Der Vorstandsvorsitzende des DLR, Professor Wörner, wies im anschließenden Arbeitsteil des Besuchs besonders auf die hohe Kompetenz des DLR in den Zukunftsbereichen Energietechnik und Mobilität hin. Zu einer europäischen Infrastrukturpolitik könne und werde sein Haus exzellente Ergebnisse aus Ingenieurstechnik, Forschung und Entwicklung aber auch und nicht zuletzt bei Fragen der gemeinsamen Raumfahrtstrategie Europas beisteuern. „Das DLR ist eine, wenn nicht sogar die Referenzadresse in Europa, wenn es um Luft- und Raumfahrt, Energietechnik, Verkehrs- und um Sicherheitsforschung geht“, sagte Wörner. Der Leiter des Europäischen Astronautenzentrums EAC, Michel Tognini, wies auf die neuen Herausforderungen hin, denen sich die europäische Raumfahrt nach Einstellung der US-amerikanischen Shuttleflüge zu stellen habe. Die astronautische Raumfahrt könne ohne die robotische Raumfahrt ebenso wenig gedacht werden wie vice versa.
Bei aller Zeitknappheit und Arbeitsbezogenheit des Besuches blieb den Politikerinnen jedoch Zeit, auch die Faszination von Forschung, Wissenschaft und Technik zu erleben. Bei Präsentationen der Institute Luft- und Raumfahrtmedizin sowie Materialwissenschaft im Weltraum wurde lebendig, was in reinen Zahlen meist nüchtern daherkommt. Die Kometenmission Rosetta, die aus Zeitgründen allein der Landesministerin hatte vorgestellt werden können, sah diese als ein wirkungsstarkes Symbol dafür, wie man aus fernster Vergangenheit in der aktuellen Gegenwart für eine bessere Zukunft lernen könne. Dies sei Grundlagenforschung (aber nicht nur) in alter und bester Manier.
Der Leiter der Organisationseinheit Politik- und Wirtschaftsbeziehungen des DLR, Bernhard Fuhrmann, wies am Rande des Besuches darauf hin, dass sich Wissenschaft und Forschung heutzutage selbstverständlich im politisch-gesellschaftspolitischen Umfeld bewegten. „Die Zeit des Elfenbeinturmdenkens ist schon lange passé“, so Fuhrmann. In Anspielung auf das Zitat eines irischen Schriftstellers – die EU Kommissarin stammt aus Irland - schrieb er dessen Satz: „Die Wirklichkeit ist eine Illusion“, in die Zukunft fort: „Im DLR schaffen wir aus Illusionen Wirklichkeit, die zum Wissen für Morgen wird“.
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Bernhard Fuhrmann German Aerospace Center Head, Political and economic relations Tel: +49 2203 601-4050 Mobile: +49 172 29 32 177 Fax: +49 2203 601-4053 E-Mail: Bernhard.Fuhrmann@dlr.de |
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http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/geoghegan-quinn/about/cv/index_en.htm |
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