In der Woche vom 7. bis 11. November besuchte die Crew der Space Shuttle Mission STS-134 auf Einladung des DLR verschiedene Städte in Deutschland. Angeführt von Pilot Gregory Johnson sowie den Missionsspezialisten Michael Fincke, Roberto Vittori (ESA) und Andrew Feustel, informierten die Astronauten die Bereiche Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit über ihre Mission.
Auf dem letzten Flug von Space Shuttle Endeavour vom 16. Mai bis 1. Juni 2011 brachte die Crew von STS-134 den u. a. in Deutschland mit entwickelten „Alpha Magnetic Spectrometer“ (AMS) zur Internationalen Raumstation (ISS) und hat ihn dort montiert. AMS besitzt als Kernstück einen sieben Tonnen schweren Magneten mit einer Abmessung von 4x4x4 Metern und ist gleichzeitig eines der größten Instrumente, das außerhalb der Station befestigt wurde.
Über 15 Jahre soll AMS nun auf die Suche nach Antimaterie gehen und helfen, die verschiedensten geladenen Teilchen zu identifizieren. An der Auswertung der Daten im Rahmen einer internationalen Kollaboration sind in Deutschland das I. Physikalische Institut der RWTH Aachen und das Institut für Experimentelle Kernphysik der Universität Karlsruhe beteiligt.
Die erste Station der Präsentationsreise galt der deutschen Hauptstadt Berlin und dem Deutschen Bundestag im Besonderen. Auf Einladung des Vorsitzenden der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt im Deutschen Bundestag, Herrn Klaus-Peter Willsch, MdB, und in Begleitung des Vorstandsvorsitzenden des DLR, Herrn Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner, fanden Gespräche mit verschiedenen Abgeordneten statt. Hier informierte die Crew über die komplexen Aufgaben ihrer Mission, das Leben an Bord des Shuttles und der ISS, sowie über zukünftige Aktivitäten im Bereich der bemannten Raumfahrt.
Weiterer Höhepunkt war der Besuch der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen. Vor mehr als 1200 interessierten Studenten im Audimax der Universität berichteten die Astronauten über ihre Mission. Mit eindruckvollen Bildern, Filmen und Kommentaren begeisterten sie ihr Publikum und erhielten für ihren Vortrag „standing ovations“. Zahlreiche Fragen wurden von den Studenten gestellt. Die Leitung der Universität zeigte sich beeindruckt von dem großen Interesse und übertrug daher die Veranstaltung aufgrund der hohen Nachfrage ebenfalls via Internet.
Ergänzt wurde dieser Besuch der Stadt Aachen noch durch einen Empfang bei Oberbürgermeister Marcel Philip und einem Abendempfang der Firma Access Technologie, der einem großen Kreise von Vertretern aus Wissenschaft und Industrie der Region Gelegenheit zu einen persönlichen Kontakt mit der Crew bot.
Ebenfalls großes Interesse durch die Studenten fand auch die Präsentation an der Universität Karlsruhe. Die Studenten zeigten sich beeindruckt von dem Teamgeist der Crew und ihren Leistungen, aber auch von dem Engagement der Universität und der eigenen Kommilitonen am AMS Projekt, die hierfür von der Crew geehrt wurden. Durchgängig empfanden die Studenten den Vortrag als Motivation für ihre Arbeit, zumal die Astronauten sie ermutigten, ihre Studien konsequent voranzutreiben.
Der Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Herr Heinz Fenrich, gab sich die Ehre eines Empfangs im Rathaus der Stadt. Er verwies auf die enge Verknüpfung zwischen der Stadt und der Universität, sowie dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) im Besonderen und hob die Bedeutung dieser Institutionen für die Stadt hervor. Technischer Fortschritt habe in Karlsruhe eine gute Tradition und die Mission AMS sei ein weiterer Höhepunkt und ein herausragendes Beispiel dieser fruchtbaren Kooperation.
Letzte Station war der Besuch des Technik Museums in Speyer. Zahlreiche Besucher fanden sich ein, um sich im Forum des Imax Theaters von der Crew über die Mission berichten zu lassen. Hier standen die eindrucksvollen Bilder und die persönliche Ansprache der Crew im Mittelpunkt. Kinder wie Erwachsene stellten eifrig Fragen über die Arbeit und das Leben in Schwerelosigkeit. Wie fühlt man sich im Weltraum und wie nimmt man seine Umgebung war, vor allem auch während der sogenannten Weltraumspaziergänge. Die Crew nahm sich Zeit für einen ausführlichen Rundgang im Museum und besichtigte vor allem die Ausstellung „Apollo and Beyond“. Den Abschluss bildete eine Autogrammstunde.