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DLR lädt zu De-Briefing zur ESA-Ministerratskonferenz



Knapp zwei Monate nach der ESA Ministerratskonferenz 2012 hat das DLR gemeinsam mit der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt, dem Forum Luft- und Raumfahrt dem Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) zu einem Parlamentarischen Abend in das Marie-Elisabeth Lüders Haus geladen.

 Parlamentarischer Staatssekretär und Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt Peter Hintze MdB.
zum Bild Parlamentarischer Staatssekretär und Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt Peter Hintze MdB.
„Die ESA Ministerratskonferenz hatte es in sich“,

so Peter Hintze MdB, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt während seines Impulsvortrags zu Beginn des Parlamentarischen Abends. Ein intensiver Dialog zwischen Deutschland und Frankreich habe schließlich zu einem guten Ergebnis geführt. Deutschland sei nunmehr mit 2,6 Milliarden Euro beitragsstärkstes ESA Mitglied. Generalsekretär der ESA Jean-Jacques Dordain bezeichnete Hintze „als Fuchs“, der sich durch seine gute Vorbereitung und seine „kluge Verhandlungsführung“ hervorgetan habe. Er bedankte sich auch bei dem „starken deutschen Team“ aus DLR-Vorstandsvorsitzendem Johann-Dietrich Wörner, dem Vorstand für das Raumfahrtmanagement Gerd Gruppe sowie dem ESA-Programmdirektor im DLR Rolf Densing. Die Ariane-Rakete bezeichnete Hintze als „wichtigstes Symbol für die europäische Raumfahrt“. Dabei sei der mit der Ariane verbundenen autonome Zugang zum All zwar kommerziell nicht zwingend erforderlich, bilde aber eine „der größten europäischen Errungenschaften“. Die ESA Ministerratskonferenz habe die Voraussetzungen geschaffen um 2013 weitere Entscheidungen zu treffen. Im Detail sprach Hintze die „interessanten aber nicht ganz einfachen Gespräche“ bezüglich des sogenannten „Barter Elements“, dem Tauschelement mit dem die Europäer ihren Anteil am Betrieb der ISS begleichen an, führte die Satellitenprogramme wie MetOp an und ging auf die in Neapel beschlossene Resolution zu den Beziehungen zwischen EU und ESA ein.

Moderiert von Klaus-Peter Willsch MdB, Vorsitzender der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt, folgte eine Paneldiskussion zwischen Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR, Evert Dudok, Vizepräsident Raumfahrt des BDLI und Jean-Jacques Dordain, Generaldirektor der ESA.

„Die ESA Ministerratskonferenz war wirklich eine Herausforderung“,

so Vorstandsvorsitzender der DLR Johann-Dietrich Wörner während der Paneldiskussion. Die Konferenz sei „sehr aufregend“ gewesen und mit der vorrangegangenen in Den Haag nicht zu vergleichen.

„Es geht um das „was“ und nicht um das „wie“,

so Jean-Jacques Dordain, Generalsekretär der ESA mit Bezug auf die Beziehungen zwischen EU und ESA. Es gelte zunächst zu klären was man in der Raumfahrt in Europa erreichen wolle, bevor man das „wie“ also die Rollenverteilung zwischen EU und ESA kläre.

 Paneldiskussionsteilnehmer (v.l.n.r): Evert Dudok, Vizepräsident Raumfahrt des BDLI, Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR, Jean-Jacques Dordain, Generaldirektor der ESA und Klaus-Peter Willsch MdB, Vorsitzender der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt
zum Bild Paneldiskussionsteilnehmer (v.l.n.r): Evert Dudok, Vizepräsident Raumfahrt des BDLI, Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR, Jean-Jacques Dordain, Generaldirektor der ESA und Klaus-Peter Willsch MdB, Vorsitzender der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt
Ariane 5 ME als „synergetic approach“

Der Industrie sei es vor allem um den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit von Ariane 5 inklusive der Produktionsteile und der Erfahrungen bei der Frage der Zukunft der Launcher in Europa gegangen, so Evert Dudok, Vizepräsident der Raumfahrt des BDLI während der Diskussion.

Dabei sei die Entwicklung der Ariane 5 ME nicht als Kompromiss zu sehen, so Wörner, sondern als „synergetic approach“ zu verstehen. Die Einsparungen und die Synergien die aus der Entwicklung der Ariane 5 ME und der Ariane 6 entstehen, reduzierten die Kosten für die Entwicklung der Ariane 6. „Es ist günstiger erst die Ariane 5 ME zu entwickeln und die Ariane 6 als direkt nur die Ariane 6“, so Wörner.

Orion Service Module garantiert Europas Teilnahme auf dem kritischen Pfad

Bezüglich des Barter Elements habe man sich auf das sogenannte MPCV-SM (Multi Purpose Crew Vehicle Service Module) oder einfach Orion Service Module geeinigt. Diese baut auf den Technologien des ATV auf und ist somit ein natürliches Folgeelement für die europäische Industrie, erläuterte Wörner. Bei der Orion-Kapsel handle es sich um das neu geplante bemannte Raumtransportsystem der NASA mit dem bis zu 7 Astronauten transportiert werden können. In dem Europa das Antriebsmodul für Orion stellt, sei es Europa gelungen auf den kritischen Pfad zu gehen. Dies war bislang von der NASA immer ausgeschlossen worden. Zum ersten Mal wäre Europa also Teil eines US-Trägersystems. In Neapel habe man somit Partnerschaft der europäischen und damit auch der deutschen Industrie auf eine neue Ebene gebracht. Daraus ergeben sich hervorragende neue Optionen für Kooperationen nach der ISS.

Mehr als 170 Gäste aus Politik und Wirtschaft hatten die Möglichkeit ihre Fragen an das Panel zu richten und im Anschluss an den offiziellen Teil mit den Panelteilnehmern und anwesenden Gästen zu diskutieren.

 

 Generaldirektor der ESA Jean-Jacques Dordain
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 Vorstandsvorsitzender des DLR Johann-Dietrich Wörner
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 Vizepräsident Raumfahrt des BDLI Evert Dudok
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Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.

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