aktuelle Videos

DLR und Kürschners Politikkontakte laden zu Parlamentarischem Abend zu wissenschaftlicher Freiheit



Kurz nach Erscheinen des neuen Kürschners Volkshandbuch „Deutscher Bundestag“, haben das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), als größte deutsche ingenieurwissenschaftliche Forschungseinrichtung, gemeinsam mit Kürschners Politikkontakte (NDV Verlag) zu einem Parlamentarischen Abend zum Thema „ „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei“ (Art. 5 (3) GG) - Die Freiheit der Wissenschaft im Spannungsverhältnis zwischen Politik und Wirtschaft“ in die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft eingeladen. Ziel der Veranstaltung war es, insbesondere die neuen jungen Abgeordneten anzusprechen. 

Wissenschaft braucht Freiraum, um aus Kreativität Innovation zu schaffen. Wissenschaft steht aber aus nachvollziehbaren Gründen auch unter permanentem Legitimitätsdruck und muss Forschungsthemen und Mittelverwendung als für Wirtschaft und Politik relevant und prioritär - nicht nur vor dem Steuerzahler - rechtfertigen. Zugleich sind Politik und Wirtschaft auf die Wissenschaft insofern angewiesen, als dass sie Orientierung und Expertise bieten. Auf dieser Basis können Sachverhalte und künftige Entwicklungen eingeschätzt, Entscheidungen getroffen und Prioritäten gesetzt werden. Nur so können die großen nationalen und globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gemeistert werden. 

Der Abend begann mit einem kurzen Film. Die Gäste, darunter unter anderem die Parlamentarische Staatssekretärin und Koordinatorin für Luft- und Raumfahrt der Bundesregierung, Brigitte Zypries MdB, flogen vom Mars, vorbei am Mond und der ISS zur Erde, nach Deutschland, Berlin und schließlich in die Parlamentarische Gesellschaft am Reichstag.

 Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner, während seiner Begrüßungsrede
zum Bild Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner, während seiner Begrüßungsrede
 

Prof. Dr.-Ing. Johann Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR, eröffnete den Abend und erläuterte den Begriff „Freiheit“ aus seiner Sicht. „Wir wollen Freiheit, spüren sie aber erst, wenn wir sie nicht haben“, so Wörner zu Anfang. Die Freiheit der Wissenschaft und Forschung, der Kunst und der Politik diskutierten die Panelteilnehmer Alterspräsident des Deutschen Bundestag Prof. Heinz Riesenhuber (CDU), Bundesminister für Forschung Technologie a.D., Dr. Daniela De Ridder (SPD), der deutsche Fotokünstler Prof. Thomas Ruff und Prof. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR, mit dem Motto „Wissen für Morgen“ unter Anleitung der Moderatorin Juliane Hielscher im Anschluss.

„Wissenschaft ist frei, weil sie sonst nicht funktioniert“, so Riesenhuber. „Sie findet das Neue und das kann die Politik ihr nicht vorschreiben“, so Riesenhuber weiter. Die Politik müsse aber auch Grenzen ziehen, bekräftige Riesenhuber und meinte damit vor allem ethische Grenzen „Der Mensch dürfe nie Objekt werden“. Die Anwendung der Wissenschaft würde durchaus an Grenzen stoßen, so Riesenhuber, diese seien technischer Natur. Politik könne auch Ziele für die Wissenschaft setzen, beispielsweise, „wenn wir wissen, dass in 20 Jahren die Bäume absterben, dann können wir die Wissenschaft bitten, herauszufinden, wie wir das verhindern können“. Damit würde die Politik einen Auftrag formulieren und folglich sei die Wissenschaft dann in der Erfüllung dieses Auftrages nicht mehr frei. Somit beziehe sich die Freiheit der Wissenschaft vorrangig auf die Grundlagenforschung, so Riesenhuber.

Dr. Daniela de Ridder war ähnlicher Meinung. „Forschung ist immer dann frei, wenn sie Fragen stellen darf und wissenschaftliche Neugier befriedigt werden kann.“ Aus eigener Erfahrung wüsste die Abgeordnete aber, dass diese Forschungsfreiheit durch die Abhängigkeit der Drittmittelfinanzierung begrenzt wird. Die Wünsche nach mehr Risikoforschung könnten unter Umständen nicht umgesetzt werden wegen der Abhängigkeit von Drittmitteln. Der Fotokünstler Thomas Ruff bestätigte die enge Verknüpfung von Geld und Freiheit, so sei er in seiner Kunst als selbstständiger Künstler frei.

In der Diskussion zeigte sich, dass auch Abgeordnete nicht immer frei sind. Sie haben zwar laut Grund Gesetz Art. 38 als „Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen“, jedoch wird die Freiheit des Mandats in der Realität durch die Mitgliedschaft einer Fraktion und der damit verbundenen Fraktionspflicht eingeschränkt. Allerdings sind ethische Fragen davon befreit. Die Frage stellt sich dann allerdings, welche Fragen als ethisch definiert sind.


 Podiumsdiskussion, v.L.n.R: Prof. Dr.-Ing.  Johann-Dietrich Wörner (DLR), Dr. Daniela De Ridder MdB (SPD), Juliane Hielscher (Moderation), Prof. Dr. Heinz Riesenhuber  MdB (CDU), Prof. Thomas Ruff (Fotokünstler)
zum Bild Podiumsdiskussion, v.L.n.R: Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner (DLR), Dr. Daniela De Ridder MdB (SPD), Juliane Hielscher (Moderation), Prof. Dr. Heinz Riesenhuber MdB (CDU), Prof. Thomas Ruff (Fotokünstler)
 In der ersten Reihe, v.L.n.R.: Klaus-Peter Willsch MdB, Vorsitzender der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt, Dr. Joachim Pfeiffer MdB, Kurt Rossmanith MdB a.D. (Ehrenvorsitzender der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt), Petra Müller (FDP) und Robert Guntlin, Managing Director Access Aachen
zum Bild In der ersten Reihe, v.L.n.R.: Klaus-Peter Willsch MdB, Vorsitzender der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt, Dr. Joachim Pfeiffer MdB, Kurt Rossmanith MdB a.D. (Ehrenvorsitzender der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt), Petra Müller (FDP) und Robert Guntlin, Managing Director Access Aachen
 Die Gäste folgten interessiert der lebhaften Diskussionsrunde
zum Bild Die Gäste folgten interessiert der lebhaften Diskussionsrunde
 Andreas Holzapfel, Geschäftsführer des NDV-Verlags während seiner Rede zur Geschichte der Publikationen „Kürschners Politkontakte“
zum Bild Andreas Holzapfel, Geschäftsführer des NDV-Verlags während seiner Rede zur Geschichte der Publikationen „Kürschners Politkontakte“
   

 


Contact
Nina-Louisa Remuß
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Politik- und Wirtschaftsbeziehungen

Tel: +49 30 67055-478

E-Mail: nina-louisa.remuss@dlr.de
URL for this article
http://www.dlr.de/pw/en/desktopdefault.aspx/tabid-7966/13557_read-39447/
Links zu diesem Artikel
http://www.dlr.de/pw/desktopdefault.aspx/tabid-7966/13557_read-37793/
http://www.ndv.info/
Downloads zu diesem Artikel
Zoom auf Parlamentarische Gesellschaft (http://www.dlr.de/pw/en/Portaldata/68/Resources/videos/Parl.Ges._audio3.wmv)