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Politik trifft Forschung - DLR präsentiert das „Wissen für Morgen“
EU-Kommissarin Geoghegan-Quinn und NRW-Ministerin Svenja Schulze zu Informations- und Arbeitsbesuch im DLR und bei der ESA in Köln-Porz.



 EU Kommissarin  für Forschung, Wissenschaft und Innovation Márie Geoghegan-Quinn (links) zusammen mit der Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrheinwestfalen, Svenja Schulze (rechts) und dem Vorstandsvorsitzenden des DLR Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner.
zum Bild EU Kommissarin für Forschung, Wissenschaft und Innovation Márie Geoghegan-Quinn (links) zusammen mit der Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrheinwestfalen, Svenja Schulze (rechts) und dem Vorstandsvorsitzenden des DLR Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner.
Bei einem Besuch des DLR und des Europäischen Transsonischen Windkanals (ETW) sowie des Europäischen Astronautenzentrums (EAC) in Köln am 7. April 2011 lernten die EU-Kom­missarin für Forschung, Wissenschaft und Innovation, die Irin Máire Geoghegan-Quinn,sowie die Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, Svenja Schulze ausgewählte DLR-Forschungs- und Ent­wicklungsprojekte, das EAC sowie den ETW intensiv kennen.

 Dr.-Ing. Guido Dietz, Leiter des ETW (European Transonic Windtunnel), erläutert EU Kommissarin Geoghegan-Quinn (links) und Ministerin Schulze (rechts) sowie den Mitgliedern des DLR Vorstandes die technische Infrastruktur des Windkanals
zum Bild Dr.-Ing. Guido Dietz, Leiter des ETW (European Transonic Windtunnel), erläutert EU Kommissarin Geoghegan-Quinn (links) und Ministerin Schulze (rechts) sowie den Mitgliedern des DLR Vorstandes die technische Infrastruktur des Windkanals
Der Besuch auf höchster europäischer und Landesebene mit Informations- und Arbeitsbesuchscharakter wurde vom DLR-Vorstandsvorsitzenden, Professor Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner und weiteren DLR-Vorstandsmitgliedern begleitet. Politische Schwerpunkte der Informationsfelder der EU-Kommis­sarin waren die europäische Luftfahrt­strategie der Zukunft, die nachhaltige, übernatio­nale Energieforschung - mit Beispielen des DLR aus dessen Solarthermieforschung und der Gasturbinentechnik - sowie Fragen einer europäischen Infrastrukturpolitik, bei der insbesondere diskutiert wurde, wie sich die Europäische Union künf­tig strategisch ausrichten und aufstellen könne. Auch das Zukunftsthema „Mobilität“ und dessen Innovationspotentiale wurden am Rande mit diskutiert. Die Kommissarin zeigte sich vom Windkanal ETW ebenso beeindruckt wie vom DLR-Forschungsflugzeug „Falcon“, das mit Forschungen des DLR-Insti­tuts für Physik der Atmosphäre beim Ausbruch des Vul­kans Eyjafjallajökull europaweit Erkenntnisse von höchster Bedeutung für die Meisterung der damaligen Luftfahrtkrise beisteuerte. „Die Menschen in Europa erwarten mit Recht solide Konzepte und forschungspolitische Grundlagen für die Gestaltung des europäischen Wirtschaftsraums und zur Sicherung von Lebensqualität und Zukunftschancen. Eine europäische Forschungsinfrastruktur, die nationale Kompetenzen bündelt, kann hierbei zur Basis nachhaltiger Entwicklungen in diesen Bereichen werden“, so Geoghegan-Quinn.

Die Kommissarin betonte hierbei die Rolle Europas für Forschung, Wissenschaft und Innovation. Europa müsse in eine Innovations-Union transformiert werden, um nicht alleine die Wirtschaft zu stärken, sondern auch nachhaltig hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen. Innovation sei der Schlüssel für nachhaltiges Wachstum und faire, umweltbe­wusste Ge­sellschaften. Sie bezeichnete das DLR dabei als einen der „key player“ in den Bereichen Klimaforschung, Ressourcenmanagement und Luftverkehrsfor­schung. Dass das DLR die größte europäische zivile Flotte von Luftfahrtzeugen in der Forschung unter­halte, sieht Geoghegan-Quinn als ein Alleinstellungsmerkmal, von dem Europa nachhaltig profitieren könne.

 EU Kommissarin Geoghegan-Quinn besichtigt gemeinsam mit Prof. Dipl.-Ing. Rolf Henke vom DLR die Experimentanlage an Bord des Forschungsfliegers „Falcon“
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Auch die Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung von NRW, Svenja Schulze, zeigte sich beeindruckt von der Leistungskraft innovativer Forschungseinrich­tungen, die in NRW beheimatet sind. Das DLR und das EAC stünden für höchste wissen­schaftliche aber auch ingenieurstechnische Exzellenz in ihrem Bundesland, meinte die Ministerin. NRW liege im Technologiebereich nicht nur mit an der Spitze in Deutschland, sondern nehme in vielen Feldern auch in Europa Spitzenstellungen ein. Enorm beein­druckte die Ministerin das entstehende lebenswissenschaftliche Labor ENVIHAB (enviro­mental habitat) des DLR. Dort sollen sich Forscher langfristig mit den komplexen Frage­stellungen eines geschlossenen Lebenserhaltungssystems und der Wechselwirkung Mensch und Umwelt befassen. Das Habitat wird dabei verschiedensten Forschungen zu den Themen Lebenswissen­schaften und Raumfahrt dienen. Die Ministerin wies in die­sem Zusammenhang auf die Bedeutung von Forschung allgemein hin:„Forschung, Ent­wicklung und Innovation be­deuteten gleichermaßen Ressourcenschonung, Umwelt­schutz, Zukunftssicherung und damit nachhaltige Politik zur Verbesserung gesellschaftli­cher Verhältnisse. Das Interesse für eine solche Forschung muss schon frühzeitig ge­weckt werden. Ich begrüße deshalb auch ganz besonders die hervorragenden Angebote des DLR im Bereich der Schüler- und Nachwuchsförderung, der Förderung junger Wissenschaftler.“ Das Land NRW unterstützt gezielt diesen Weg, so die Ministerin weiter, fördere damit Talente, schaffe Chancen, baue Spitzenforschung aus, unter­stütze Hochschulen und engagiere sich sehr darin, bei jungen Menschen das Interesse an der Grundlagenforschung zu we­cken.

Der Vorstandsvorsitzende des DLR, Professor Wörner, wies im anschließenden Arbeitsteil des Besuchs be­sonders auf die hohe Kompetenz des DLR in den Zukunftsbereichen Energietechnik und Mobilität hin. Zu einer europäischen Infrastrukturpolitik könne und werde sein Haus ex­zellente Ergebnisse aus Ingenieurstechnik, Forschung und Entwick­lung aber auch und nicht zuletzt bei Fragen der gemeinsamen Raumfahrtstrategie Euro­pas beisteuern. „Das DLR ist eine, wenn nicht sogar die Referenzadresse in Europa, wenn es um Luft- und Raum­fahrt, Energietechnik, Verkehrs- und um Sicherheitsfor­schung geht“, sagte Wörner. Der Leiter des Eu­ropäischen Astronautenzentrums EAC, Michel Tognini, wies auf die neuen Herausforde­rungen hin, denen sich die europäische Raumfahrt nach Einstellung der US-amerikani­schen Shuttleflüge zu stellen habe. Die astronautische Raumfahrt könne ohne die robo­tische Raumfahrt ebenso wenig gedacht werden wie vice versa.

Bei aller Zeitknappheit und Arbeitsbezogenheit des Besuches blieb den Politikerinnen jedoch Zeit, auch die Faszination von Forschung, Wissenschaft und Technik zu erle­ben. Bei Präsentationen der Institute Luft- und Raumfahrtmedizin sowie Materialwissen­schaft im Weltraum wurde lebendig, was in reinen Zahlen meist nüchtern daherkommt. Die Kometenmission Rosetta, die aus Zeitgründen allein der Landesministerin hatte vor­gestellt werden können, sah diese als ein wirkungsstarkes Symbol dafür, wie man aus fernster Vergangenheit in der aktuellen Gegenwart für eine bessere Zukunft lernen könne. Dies sei Grundlagenforschung (aber nicht nur) in alter und bester Manier.

Der Leiter der Organisationseinheit Politik- und Wirtschaftsbeziehungen des DLR, Bern­hard Fuhrmann, wies am Rande des Besuches darauf hin, dass sich Wissenschaft und For­schung heutzutage selbstverständlich im politisch-gesellschaftspolitischen Umfeld bewegten. „Die Zeit des Elfenbeinturmdenkens ist schon lange passé“, so Fuhrmann. In Anspielung auf das Zitat eines irischen Schriftstellers – die EU Kommissarin stammt aus Irland - schrieb er dessen Satz: „Die Wirklichkeit ist eine Illusion“, in die Zukunft fort: „Im DLR schaffen wir aus Illusionen Wirklichkeit, die zum Wissen für Morgen wird“.

 Prof. Dr. med. Jörn Rittweger (links) vom DLR Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin erklärt der Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, Svenja Schulze, und dem Vorstandsvorsitzenden des DLR, Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner, die Gleichgewichtstests mit einer Probandin an der Kurzarmzentrifuge.
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 Michel Tognini, Leiter des EAC, erläutert Ministerin Schulze Forschungsprojekte auf der Internationalen Raumstation.
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 Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner (links) und Prof. Dr.-Ing. Ulrich Wagner (rechts) erläutern den Gästen aus Brüssel und Düsseldorf die Schwerpunkte der DLR Solarforschung.
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Bernhard Fuhrmann
German Aerospace Center

Head, Political and economic relations

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http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/geoghegan-quinn/about/cv/index_en.htm
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http://ec.europa.eu/index_de.htm
http://www.wissenschaft.nrw.de/ministerium/Ministerin/index.php
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