"Normung ist die planmäßige, durch die interessierten Kreise gemeinschaftlich durchgeführte Vereinheitlichung von materiellen und immateriellen Gegenständen zum Nutzen der Allgemeinheit."
(DIN 820 Teil 1)
Die Luft- und Raumfahrt ist von internationaler Zusammenarbeit geprägt und wird stark von nationalen und internationalen Vorschriften und Standards zur Gewährleistung von Sicherheit, Zuverlässigkeit und Kosteneffizienz beeinflusst. Im deutschen Raumfahrtprogramm wird u. a. als industriepolitisches Feld mit höchster Priorität die globale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie genannt. Dieses Ziel wird durch die Beteiligung an der Erstellung von normenden Verfahren durch die europäische Raumfahrtindustrie und Raumfahrtagenturen unterstützt.Eine Harmonisierung dieser Normen und Normenaktivitäten ist für eine kostengünstige Beteiligung der deutschen Industrie und Forschung an den Raumfahrtaktivitäten zu organisieren. Das DLR mit seiner Einrichtung QP koordiniert und führt diesen Prozess auf der nationalen Ebene. Im Einzelnen erfolgt dies durch:
Bisherige Normungsprozesse benötigen bis zur Einführung der abgestimmten Normen einige Zeit. Um Normungsverfahren zu beschleunigen ist die Entwicklungsbegleitende Normung (EBN) im DLR eingeführt worden. Mit der EBN werden Verfahren, die zurzeit in der Forschung und Technik entwickelt werden, auf ihre Normungswürdigkeit überprüft und ggf. von einem Normungsverfahren begleitet. Somit steht am Ende der Entwicklung auch eine Norm zur Verfügung, die bei freiem Marktzugang dem Entwickler einen Marktvorteil und somit eine günstigere Startposition auf dem Markt verschafft. Die Normenstelle begleitet die Forschungsvorhaben und Projekte des DLR im Rahmen der Entwicklungsbegleitenden Normung (EBN). Durch die Initiative "Innovation mit Normen und Standards (INS)" arbeitet das DLR zur Thematik Normung eng zusammen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und dem Deutschen Institut für Normung (DIN).