Abteilung Normung und EEE-Bauteile - Fachbereich EEE-Bauteile

Rückblick auf die Entwicklung der Bauteileförderung in der Raumfahrt



Elektronische, elektrische und elektromechanische Bauteile (EEE-Bauteile) sind die Grundlage jeder Elektronik. Sie bestimmen maßgeblich die Qualität und Zuverlässigkeit der elektronischen Systeme.

Zu Beginn der deutschen Raumfahrt in den 1960er Jahren brauchte die deutsche Industrie ein Qualifizierungssystem für zuverlässige Bauteile und Materialien, die den neuen Anforderungen im Weltraum gewachsen waren. Raumfahrt war in den Gründerjahren staatlich finanziert und diente in Deutschland vor allem orbitalen Forschungsaufgaben. Das Forschungsministerium hat deshalb die Gesellschaft für Weltraumforschung (GfW, aufgegangen im DLR) beauftragt, ein Qualifikationssystem für Bauteile für die deutsche Raumfahrtindustrie in Europa einzurichten.

In den 1970er Jahren hat sich die European Space Agency (ESA) gebildet, um die europäische Raumfahrt zu konsolidieren und sich gegenüber den USA unabhängiger zu machen. Dazu war auch eine europäische Bauteileindustrie notwendig. Deshalb hat die europäische Raumfahrtagentur 1974 unter Benutzung der deutschen GfW-Vorschriften das ESA/SCC-System (Space Component Coordination) erstellt, um die europäischen Bauteilehersteller, die für die Raumfahrt EEE-Bauteile produzierten, zu unterstützen. Die Interessen der deutschen Hersteller und Anwender hat im ESA/SCC-System die damalige DFVLR (Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt) übernommen, später das DLR. Die Bauteileförderung wirkt sich wirtschaftlich effektiv auf den Produktumsatz von Bauteilen und Geräten aus, z. B. beim Wanderfeldröhrenverstärker der Fa. Bosch Telecom führte der Einsatz von 3 Mio. DM Fördermitteln zur EEE-Bauteilequalifikation in den Jahren 1994 - 96 zu einer Umsatzsteigerung von 5 auf 68 Mio. DM.

Zwischen 1990 und 1998 hat die DARA-Produktsicherung die Aufgaben der BT-Qualifikation übernommen. Mit der Fusion von DARA und DLR vertritt jetzt die Gruppe Normung und Bauteile (NB) innerhalb der Organisationseinheit Qualitäts- und Produktsicherung (QP) die deutschen Interessen im ESA/SCC (ab 2003: ESCC [European Space Components Coordination])-System. Mit der Unterzeichnung der „ESCC Charter" (PDF-Download) zwischen ESA, Nationalen Agenturen und Eurospace wurde im Oktober 2002 die neueste Geschichte des Qualifizierungssystems für Raumfahrt eröffnet.

Um mehr Effektivität und engere Zusammenarbeit mit der deutschen Raumfahrtindustrie zu gewährleisten, hat sich das DLR für eine Kooperation mit TESAT (ehemalige BOSCH Satcom) entschieden, die bereits umfangreiche Erfahrungen zum Thema Beschaffung von EEE-Bauteilen aufweisen kann. Eine optimale Unterstützung der DLR-Bauteleaktivitäten ist durch die verschiedenen TESAT-Experten aus den unterschiedlichen Bauteile-Fachbereichen gegeben. Die Aufgabenteilung sieht vor, dass die Firma TESAT vor allem für die technische Durchführung der Qualifikationen und die Kontakte zu Herstellern und Anwendern verantwortlich ist, während das DLR die exekutive Funktion im ESCC und den Kontakt zur Europäischen Raumfahrtagentur ESA wahrnimmt. Das DLR ist im SCSB (Space Component Steering Board), in der PSWG (Policy and Standards Working Group), in der EPPL-TA (European Preferred Parts List - Technical Authority) und in der ESCC-Exekutive vertreten. Die Mitarbeiter der Firma TESAT sind Mitglieder im CTB (Component Technology Board) und in verschiedenen CTB-Arbeitsgruppen vertreten. SCSB, PSWG und CTB sind Gremien im ESCC-System.


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Hersteller für qualifizierte EEE-Bauteile in Deutschland (http://www.dlr.de/qp/desktopdefault.aspx/tabid-3091/4699_read-6883/usetemplate-print/)
Projekte der Bauteilequalifikation (http://www.dlr.de/qp/desktopdefault.aspx/tabid-3091/4699_read-6881/usetemplate-print/)
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