Lampoldshausen mit Jubiläumsversuchen am Prüfstand P5
Lampoldshausen - Während der insgesamt 18 Triebwerkstests, die in den vergangenen zwölf Monaten durchgeführt wurden, konnten folgende Meilensteine in der Geschichte des P5 erreicht werden:
Als am 12. Dezember 2002 der Jungfernflug der neuen ARIANE-5ECA, die mit 10 t gegenüber der Basis-Version ARIANE-5G fast 50 % mehr Nutzlast in die geostationäre Transferbahn (GTO) befördern kann, am VULCAIN-2-Triebwerk scheiterte, war klar, dass es nach einigen Monaten Pause zu einem Flight Recovery-Programm kommen würde. Diese Pause im ersten Halbjahr 2003 wurde genutzt, um die VULCAIN-2-Düse, deren Kühlsystem versagt hatte, umzukonstruieren.
Im Juli 2003 begann dann das FRP, in dessen Verlauf es zu einer weiteren Premiere kam. Da die Untersuchungskommission, deren Vorsitzender der Leiter des Instituts für Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen, Prof. Koschel, war, u.a. verlangt hatte, das Triebwerk möglichst den realen Flug-Belastungen auszusetzen, wurde am P5 ein System aufgebaut, mit dem man ein Vakuum von bis zu 200 mbar um die Düse herum erzeugen konnte. Somit wurde zum ersten Mal in Europa ein Hauptstufen-Triebwerk einem Flugaufstiegsprofil ausgesetzt.
Nach einem erfolgreichen Testflug, der für Mitte/Ende Oktober 2004 vorgesehen ist, kann dann auch die Produktion der auf der ILA 2004 bestellten 30 ARIANE-Raketen beginnen, die bis zum Ende dieses Jahrzehnts die Marktführung von Arianespace für kommerzielle Satelliten sichern sollen.