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Transpirationskühlung



Die meisten Komponenten in Brennkammern von Raketenmotoren müssen starke thermische Belastungen ertragen. Im Motor Vulcain, Europas zukünftigem Arbeitspferd für Raumtransporte in der ARIANE 5 Familie, sind Wärmeströme in der Brennkammer in der Größenordnung von 80 MW/m2 normal. Die Leistung von Raketenmotoren kann durch die Verwendung effektiverer Kühlmechanismen im Betrieb des Motors gesteigert werden. Speziell verspricht die Entwicklung von transpirativ gekühlten Modulen eine höhere Effektivität verbunden mit vergleichsweise kleinen Druckverlusten im Kühlsystem. Der reduzierte Druckverlust kann zur Erhöhung des Brennkammerdrucks verwendet werden und erhöht die Leistung des Motors oder verringert die notwendige Pumpleistung was auch zu einer Erhöhung der Lebensdauer der Turbopumpen führt.

Am Standort Lampoldshausen wurden experimentelle und numerische Versuche durchgeführt um die Leistung von Transpirationskühlung in einer mit GH2/GO2 betriebenen Modellbrennkammer zu untersuchen. Die Kammer arbeitet mit einem Massenverhältnis mO2/mH2 von etwa 6.5. Der Brennkammerdruck wurde zwischen 0.3 MPa und 1.5 MPa variiert.

Es wurden zwei verschiedene Kühlmittel, Wasser und Wasserstoff, verwendet um dern Einflßuß von Parametern wie dem Brennkammerdruck, der Brennkammerhauptgeschwindigkeit, Kühlmedium und dem Material der porösen Wand auf die Effektivität dieser Kühltechnik zu untersuchen.

Die Brennkammer besteht aus acht Segmenten mit einem Innendurchmesser von 30 mm und einem Außendurchmesser von 110 mm. Das erste Segment beinhaltet das Zündsystem, eine Wasserstoff/Sauerstoff-Vorflamme die mit einem Stöchometrischen Gemisch von 2 arbeitet und mit einer Glühkerze gezündet wird. Die folgenden 5 Segmente sind mit Temperatur und Drucksensoren ausgestattet.

Das sechste Segment, 50 mm lang, ist dafür vorbereitet verschiedene poröse Wände zu halten. Diese Einbauten sind aus gesintertem Stahl mit verschiedener Porösität um verschiedene Betriebszustände und Kühlmedien zuzulassen. Die poröse Wand hat eine Dicke von 9 mm die notwendig ist um einen meßbaren Druckverlust in der Kühlmittelströmung zu erreichen um die örtlichen Kühlmassenstromraten in Anwesenheit von Brennkammerdruckschwankungen zu stabilisieren. Dieses Segment ist normalerweise im (rear) Teil der Brennkammer montiert in dem davon ausgegangen werden kann daß die Heißgasbedingungen rotationssymmetrisch sind.

Zum Schluß gibt es noch kalorisch gekühlte Düsensegmente mit einem Innendurchmesser von 14 mm und 17 mm mit denen es möglich ist mittlere Gasgeschwindigkeiten von 200 m/s und 300 m/s einzustellen.

Literaturhinweise zum Thema: Transpiration


Kontakt
Dirk Greuel
stellvertretender Abteilungsleiter

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Raumfahrtantriebe
, Treibstoffe
Hardthausen

Tel.: +49 6298 28-418

Fax: +49 6298 28-458

Artikel zum Thema
BIBTEX-Resultat - Transpiration
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