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Abwasserreinigung



UV-Oxidationsanlage im Gebäude N39 und Ammoniakstripping im
Gebäude N39

Das DLR betreibt am Standort Lampoldshausen eine umfangreiche Abwasserbehandlungsanlage. In dieser Neutralisationsanlage werden die kontaminierten Abwässer der Prüfstände so aufbereitet, dass diese dann unter Erfüllung der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte in die Umwelt ausgeleitet werden können.

Die Anlage ist in den letzten Jahren umfangreich modernisiert worden, das ausgeleitete Wasser unterliegt ständig scharfen behördlichen Kontrollen. Bei dieser letzten Ausbaustufe wurden Anlagen eingebaut, bei denen die sogenannte katalytische Nassoxidation mit Wasserstoffperoxid (H2O2) und UV-Licht, sowie das Ammoniakstripping zur Anwendung kommen.

Katalytische Nassoxidation mit Wasserstoffperoxid (H2O2) und UV-Licht

Vorteile, die für eine Anwendung sprechen

  • Höchst mögliche Abwasserqualität (unter Betrachtung der stark variierenden organischen Inhaltsstoffe im Abwasser)
  • Keine Aufsalzung des Abwassers
  • Geringe Störanfälligkeit durch einfache Reaktortechnik
  • Geringerer Personal- und Wirtschaftsaufwand
  • Gute Erweiterungsmöglichkeit

Ammoniakstrippung

Die physikalische Entfernung durch Ausblasen von Ammonium ist durch das Gleichgewicht zwischen Ammonium (NH4+) und Ammoniak (NH3) möglich. Eine Gleichgewichtsverschiebung zu gunsten des gasförmigen und gering wasserlöslichen Ammoniaks beginnt oberhalb eines pH-Werts von 9; bei einem pH-Wert von 11,5 liegt der Stickstoff zu 100% als Ammoniak vor.

Um einen schnellen Stoffaustausch zu erreichen wird deshalb der pH-Wert durch Zugabe von Natronlauge stufenweise auf &Mac179; 10 eingestellt.

Bei der Strippung wird der Ammoniak, über eine Umwälzpumpe, in einer Kolonne mit Rieselboden in die Gasphase übergeführt. Die nun mit Ammoniak beladene Strippluft wird über ein Umluftgebläse umgewälzt, einem schwefelsauren Wäscher zugeführt und in diesem gereinigt. Als Abfallprodukt entsteht dabei Ammoniumsulfat (NH4)2 SO4.

Das vom Ammoniak gereinigte Abwasser wird danach den vorhandenen Speicherbecken zur weiteren Behandlung zugeführt.

Der Anlagenbetrieb ist völlig automatisiert. Die im Wäscher vorgelegte Schwefelsäure muss nach dem Abreagieren zu Ammoniumsulfat und vollständiger Sättigung, feststellbar durch einen ansteigenden pH-Wert im Behälter, manuell in ein Transportgebinde umgepumpt und entsorgt werden.


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