Mit der Atlantis landet das letzte amerikanische Space Shuttle



Mit der Nachtlandung der Atlantis endet die Space Shuttle-Ära.
Bild: NASA
.
Die Flight Controller in Oberpfaffenhofen gratulieren nach der erfolgreichen Landung den amerikanischen Kollegen der NASA.
Bild: DLR
"Das Space Shuttle-Programm hat uns alle von früher Kindheit an inspiriert", so fasst Alvaro da Silva seine Gedanken zur letzten Landung eines amerikanischen Space Shuttles zusammen. Es ist ein geschichtsträchtiger Moment, den er mit seinen Kollegen am Columbus Control Center des DLR in Oberpfaffenhofen gerade erlebt hat. Dieser Flug der Atlantis ist das Ende einer Ära, die einzuordnen ist in einer Reihe mit den legendären Mercury-, Gemini- und Apollounternehmen der Amerikaner. Diesmal konnten auch Astronauten aus anderen Ländern teilnehmen - und das Programm kumulierte im Bau der Internationalen Raumstation, ohne das Space Shuttle undenkbar.

Daher ist das Team aus Oberpfaffenhofen nach der erfolgreichen Landung dann auch einer der ersten Gratulanten. Über den offiziellen Funkkanal übermitteln die Flight Controller eine Grußbotschaft an die Kollegen in Houston: Für Andre Krupke sind es vor allem die wissenschaftlichen und technologischen Erfolge, die er mit dem Shuttle-Programm verbindet. So hat etwa das Hubble-Weltraumteleskop, das mehrfach durch die Shuttleflotte gewartet wurde, unsere Sicht vom Universum grundlegend geändert. Und auf der Raumstation wird kontinuierlich Forschung auf den verschiedensten Gebieten betrieben.

Anna Paterakis erinnert in ihrem Teil der Grußbotschaft vor allem an die Astronauten, die mit Challenger und Columbia ihr Leben verloren haben. „Unsere Gedanken sind gerade in diesem Moment bei ihnen und ihren Familien. Wir werden immer an sie denken als Männer und Frauen, die den Weg bereitet haben für zukünftige Entdeckungsreisen in den Weltraum“, so Paterakis.

Die Challenger war 1986 beim Start, die Columbia 2003 beim Wiedereintritt verunglückt. Beide Katastrophen verursachten längere Pausen, aber das 1981 begonnene Space Shuttle-Programm konnte jeweils mit verbesserten Orbitern wieder aufgenommen werden. Insgesamt 135 Flüge wurden durch die kleine Flotte bestritten, wobei die niedrigen Raumflugkosten, die sich durch die Wiederverwendbarkeit ergeben sollten, nie erreicht wurden. Dennoch wurde 1998 mit dem Aufbau der ISS begonnen, wobei die Space Shuttles eine Schlüsselrolle spielten.

Die ISS-Partner haben sich inzwischen darauf geeinigt, die Raumstation noch bis mindestens 2020 weiter zu betreiben – auch ohne die Shuttle-Flotte.

Daher beschließt Alessandro Rovera die Grußbotschaft denn auch mit einem Ausblick in die Zukunft – und guten Wünschen für kommende Weltraumprogramme: „Wir hoffen, dass zukünftige amerikanische Weltraumprogramme unsere Kinder einmal genauso begeistern werden, wie die Space Shuttles uns fasziniert haben. Euch in Houston, Huntsville und Cape Canaveral vielen Dank dafür!“


Kontakt
Thomas Kuch
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumflugbetrieb und Astronautentraining

Tel: +49 8153 28-2711

Fax: +49 8153 28-1455

E-Mail: Thomas.Kuch@dlr.de
URL dieses Artikels
http://www.dlr.de/rb/desktopdefault.aspx/tabid-4769/5005_read-31695/