30.04.2013 - Vorbereitung für Deutschlands ISS Mission



 

Ein Deutscher im Weltall – viele Namen fallen einem dazu nicht ein, sie lassen sich buchstäblich an nur zwei Händen abzählen. Die Missionen dazu sind in Deutschland legendär, etwa die Flüge mit dem Spacelab, D1 und D-2, Besuche auf der MIR-Raumstation oder die Vermessung der Erde während der Radar-Mission SRTM mit dem amerikanischen Space Shuttle. Auf der Internationalen Raumstation waren bisher gar erst zwei Deutsche: Thomas Reiter für seine Astrolab-Mission 2006 und Hans Schlegel für die Installation des Columbus-Moduls 2008. Nächstes Jahr wird es wieder einmal soweit sein: Diesmal startet der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst zu seinem ersten Raumflug – was zugleich der erste Langzeitaufenthalt eines Deutschen auf der ISS sein wird, der durch das Kontollzentrum der ESA im DLR in Oberpfaffenhofen vollverantwortlich durchgeführt wird.

Wegen der enormen Wichtigkeit der Mission sind die Vorbereitungsarbeiten schon in vollem Gange – und der Terminkalender von Astronaut Alexander Gerst sieht jede Woche bis zum Start ein anderes vorbereitendes Missionstraining in entweder Amerika, Russland, Japan oder Deutschland vor. Trotz dieses sehr anspruchsvollen Terminplans war Gerst Ende April für zwei Tage in Oberpfaffenhofen zu Gast. Auf der Agenda standen verschiedene Koordinierungsgespräche, um ein gutes Zusammenspiel zwischen dem Astronauten und „seinem Kontrollzentrum“ während der Mission zu gewährleisten. Unter der Leitung von ESA Mission Direktor Berti Meisinger und DLR-Flugdirektor German Zoeschinger informierte sich Gerst über die Arbeitsweise des Flight Control Teams, verfolgte einige Zeit interessiert das Geschehen im Kontrollraum und traf verschiedene Absprachen über den Informationsfluss zwischen der Raumstation und Oberpfaffenhofen.

Sowohl der leitende Flugdirektor Zoeschinger als auch Gerst betonten die Wichtigkeit der persönlichen Beziehung, selbst in einer hochprofessionellen und klar definierten Zusammenarbeit wie in der bemannten Raumfahrt. Daher wurde der Abend dazu verwendet, sich im ansprechenden Ambiente eines Münchner Restaurants näher kennen zu lernen: Mit Freunden ist die Zusammenarbeit deutlich einfacher als mit Unbekannten…

Gerst wird im Mai 2014 mit einer russischen Sojus-Rakete auf die ISS fliegen und dort etwa ein halbes Jahr auf der ISS forschen. Der promovierte Geophysiker freut sich besonders auf die Gelegenheit, die Vulkane, denen er einen Grossteil seiner wissenschaftlichen Laufbahn gewidmet hat, nun aus einer ganz anderen Perspektive – aus dem All – inspizieren zu können.

Das durch das DLR betriebene Columbus-Kontrollzentrum der ESA wird ihn dabei als eines der Hauptkontrollzentren für die ISS rund um die Uhr betreuen.

Alexander Gerst mit dem Col-CC Flight Control Team unter dem Raumstations-Modell im Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen (Foto: G. Zöschinger)
 

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Thomas Kuch
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumflugbetrieb und Astronautentraining

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E-Mail: Thomas.Kuch@dlr.de
Dr.rer.nat. Thomas Uhlig
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

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