Das Ziel der Bewertung ist es, die besten Nutzlastvorschläge auszuwählen. Die Attraktivität der Bewerbungen wird dabei anhand von drei Kriterien analysiert:
Alle Bewerbungen werden objektiv bewertet und erhalten eine eindeutige Reihenfolge hinsichtlich der drei oben genannten Kriterien. Interessenten können jederzeit mittels des vorliegenden Formulars eine Bewerbung für eine On-Orbit-Verifikation stellen. Die Bewertung und Priorisierung erfolgt auf mehreren Ebenen:
1. Bewertungsebene: Prüfung der formalen Voraussetzungen
Die Angaben im Pre-Screening-Formular werden einer Plausibilitätsprüfung durch die DLR-Raumfahrtmanagement unterzogen. Sind die formalen Voraussetzungen (Finanzierung, technische Machbarkeit, Beschreibung der Technologie, Identifizierung von Anwendungsgebieten der Technologie) gegeben, soll der Bewerber die Angaben in einem weiteren Schritt konkretisieren. Zeichnet sich ab, dass die Voraussetzungen zu einem späteren Zeitpunkt erfüllt werden können, so wird die nächste Bewertungsstufe bis zu diesem Termin zurückgestellt.
2. Bewertungsebene: Teambewertungen/Bewertungsworkshop
Im nächsten Schritt werden die Nutzlastvorschläge anhand der oben genannten Zieldimensionen bewertet. Die Bewertung wird von einem Bewertungsteam durchgeführt. Das Team besteht aus Mitarbeitern der DLR-Raumfahrtmanagement. In bestimmten Fällen (zum Beispiel für Bewerbungen um Mitflüge auf den Technologieerprobungsträgern) wird die Bewertung unter Teilnahme des Bewerbers in einem Workshop organisiert.
Das Ergebnis der Bewertung wird in eine Rangliste übertragen, basierend auf den vergebenen Punkten. Diese Rangliste dient als Grundlage für die Vergabe von Mitfluggelegenheiten, die nicht die Technologieerprobungsträger betreffen.
3. Bewertungsebene: Auswahl der Nutzlastvorschläge für die Technologieerprobungsträger
Die Auswahl sowie das Erstellen einer Rangfolge aller Nutzlast-Vorschläge für die TET ist Aufgabe der OOV-Auswahlkommission. Die Auswahlkommission setzt sich aus Mitarbeitern der DLR-Raumfahrtmanagement zusammen, die nicht an den Bewertungsworkshops teilgenommen haben.
Akkommodationsanalyse für TET-1/2 und Vergabe von anderen Mitflugmöglichkeiten
Jene Nutzlasten, die auf den Technologieerprobungsträgern (TET) verifiziert werden sollen, werden einer Akkommodationsanalyse (je für TET-1 und TET-2) unterzogen. Ziel dieser Analyse ist, die Anzahl der hoch priorisierten Nutzlasten auf dem jeweiligen TET zu maximieren und gleichzeitig die verfügbaren Ressourcen (Masse, Volumen, Energiebedarf und Datentransfer) optimal auszunutzen. Eine Akkommodationsanalyse kann mehrere Varianten ergeben - je nach Ausgangsbasis, beispielsweise Optimierung ausschließlich nach Rangliste oder Optimierung nach Rangliste und Ressourcennutzung.
Die Auswahlkommission wählt aus diesen Akkommodationsvarianten eine Variante aus. Die endgültige Zusammenstellung der Nutzlasten und der Reservenutzlasten für TET-1 und TET-2 ist damit festgelegt. Für Nutzlasten, die andere Anforderungen haben (etwa eine sehr lange Verifikationsdauer) oder die eine frühere/spätere Verifikation benötigen, oder die nicht für TET berücksichtigt werden konnten, werden andere Mitflugmöglichkeiten vergeben.
Grundlage für eine Vergabe auf anderen Trägern und Plattformen sind:
Die Nutzlastvorschläge verbleiben so lange in einem "Pool", bis eine geeignete Mitflugmöglichkeit gefunden wurde. Sollten sich in dieser Zeit wesentliche Änderungen ergeben (wie etwa neue verwendete Technologien, andere Markterfolgsaussichten) dann wird eine erneute Bewertung vorgenommen. Die Rangfolge aller Nutzlasten wird dementsprechend angepasst.
Die Durchführung einer TET-2 Mission ist zur Zeit noch offen.