Das Programm REXUS/BEXUS (Raketen- und Ballon-Experimente für Universitäts-Studenten) bietet Studenten die Möglichkeit, wissenschaftliche und technische Experimente auf Raketen und Ballonen unter speziellen Atmosphärenbedingungen durchzuführen.
Die Studenten lernen dabei den vollständigen Ablauf eines Raumfahrtprojekts kennen, das mit der Idee und Planung beginnt und mit der Veröffentlichung der Ergebnisse endet. Dazwischen bauen und testen die Studenten die Experimentausrüstung, nehmen aktiv an der Ballon- oder Raketen-Startkampagne teil, führen die Versuche während des Flugs durch und werten die gewonnenen Daten aus. Sie folgen einem Zeitplan mit definierten Zielen. Die Projektlaufzeit für ein REXUS-Experiment beträgt etwa 18, für ein BEXUS-Experiment rund zwölf Monate.
Jedes Jahr starten im März zwei REXUS-Raketen und im Oktober zwei BEXUS-Ballone. Die fast sechs Meter langen Raketen besitzen einen Durchmesser von rund 36 Zentimetern. Sie durchfliegen drei Schichten der Atmosphäre - die Tropo-, Meso-, Stratosphäre - und erreichen die Thermosphäre in einer Höhe von bis zu 100 Kilometern. Bis zu 40 Kilogramm Experiment-Nutzlast kann jede Rakete dabei tragen. Stablilisiert werden sie im Flug durch die Drehung um ihre eigene Längsachse (Spin).
Die Raketen können bei Bedarf mit einem Yo-Yo-System ausgestattet werden. Dieses bremst die Drehung in der Freiflugphase ab, so dass auch Experimente in reduzierter Schwerkraft durchgeführt werden können. Bis zu fünf Minuten Experimentzeit bieten die Raketen während ihres ballistischen Flugs, die Phase reduzierter Schwerkraft dauert ungefähr eineinhalb Minuten.
Die Stratosphärenballone BEXUS fliegen ungesteuert. Im freien Flug erreichen sie eine Höhe von bis zu 35 Kilometern. Ihre Flug- und damit die Experimentzeit beträgt windabhängig zwei bis fünf Stunden. Das DLR Raumfahrtmanagement in Bonn und das DLR Institut für Raumfahrtsysteme in Bremen werden die deutschen Teilnehmer während der gesamten Projektzeit begleiten und unterstützen. Die Studenten werden außerdem mit EuroLaunch, einer Kooperation des schwedischen Raumfahrtunternehmens SSC und der Mobilen Raketenbasis MoRaBa des DLR in Oberpfaffenhofen. EuroLaunch führt die Starts der Raketen und Ballone vom Raumfahrtzentrum Esrange bei Kiruna in Schweden durch.
Das DLR Raumfahrtmanagement und die Schwedische Nationale Raumfahrt-Behörde SNSB haben ein Abkommen zur gemeinsamen Durchführung der Studentenprogramme REXUS geschlossen. Daher stehen je 50 Prozent der Raketen- und Ballon-Nutzlasten deutschen und schwedischen Studenten zur Verfügung. SNSB hat den schwedischen Anteil für Studenten aller ESA-Mitgliedsstaaten sowie der kooperierenden Staaten geöffnet.
Jährlich im September schreiben die Raumfahrt-Agenturen den Ideenwettbewerb für BEXUS-Flüge im folgenden Jahr und REXUS-Flüge im übernächsten Jahr neu aus.