Einfluss der Schwerkraft auf das Zusammenspiel von Muskel- und Nervensystem



Veränderte Schwerkraftbedingungen führen zu Veränderungen des Zusammenspiels von Muskel- und Nervensystem, der so genannte sensomotorischen Koordination. Es wurde jedoch bisher nicht zwischen primären Einflüssen veränderter Schwerkraftbedingungen und sekundären Einflüssen psychophysiologischer Faktoren (Stress) unterschieden. Um zu einem schlüssigen Gesamtbild der Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf die motorische Leistungs- und Adaptationsfähigkeit zu kommen, ist es nötig, das komplexe Zusammenspiel von Stress und Motorik zu betrachten. Denn Motorik ist immer geprägt von körperlichen (endokrinen) Reaktionen auf äußere Umstände und deren (psychische) Bewertung.

Während der drei Phasen des Parabelfluges (normale Schwerkraft, doppelte Schwerkraft und Schwerelosigkeit) sowie unter normalen Laborbedingungen werden unterschiedliche Probanden ein motorisches Lernexperiment durchführen. Anhand der Analyse wird sich zeigen, inwieweit Stress den Lernprozess beeinträchtigt und ob es einen direkten primären Einfluss von Schwerelosigkeit auf den motorischen Lernprozess gibt, oder dieser nicht vielmehr sekundär durch situationsimmanente Stressfaktoren zu erklären ist.

Die Befunde werden sowohl im Rahmen weltraumphysiologischer Fragestellungen als auch für das Verständnis zugrunde liegender sensomotorischer und psychophysiologischer Prozesse verwendet werden.


Kontakt
PD Dr.Dr. Stefan Schneider
Deutsche Sporthochschule Köln

Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft

E-Mail: schneider@dshs-koeln.de
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