Experiment zur Kondensatwasser-Zwischenspeicherung



Unter Schwerelosigkeit ist die Heraustrennung von Wasser aus der Luft schwierig. Das gilt insbesondere dann, wenn dafür ein wenig Energie verbrauchendes System eingesetzt werden soll. Im europäischen Columbus-Modul der Internationalen Raumstation ISS wird ein so genannter Kondensatwasserabscheider (Condensate Water Separator Assembly CWSA) mit weniger als 30 Watt Leistung verwendet werden. Das System ist ein wichtiger Bestandteil des Recycle-Kreislaufs auf der ISS. Aufgrund der geringen Leistung wird die Kondensatmenge, die aus der Luft herausgetrennt werden kann, jedoch begrenzt sein.

Für das einwandfreie Funktionieren muss das kondensierte Wasser langsam und schubweise aus dem Wärmetauscher und dem Kondensatwasser-Zwischenspeicher abgelassen werden, um einen Wasserschwall, der zum CWSA gelangen würde, zu vermeiden. Die Konstruktion des Zwischenspeichers muss daher Kondensatwasserspitzen vermeiden, die den CWSA überladen könnten. In diesem Fall würden freien Wassertröpfchen über die Luftrückführung in die Kabine gelangen. Solche Wassertröpfchen können unter Schwerelosigkeit kritisch für Elektronik und elektrische Ausrüstung werden.

Das wissenschaftliche Ziel des Experimentes ist es, die Funktion solch eines Zwischenspeichers unter den Bedingungen der Mikrogravitation zu erproben. Bodengestützte Tests, Analysen und erste Parabelflüge haben bereits das Konstruktionsprinzip bestätigt. Gestützt auf die Resultate der bisherigen Parabelflüge ist die Konstruktion des Zwischenspeichers verbessert worden. Die endgültige Abnahme steht vor Einbau in das Columbus-Labor jedoch noch aus.


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ESA/ESTEC

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