Schwerkraftwahrnehmung bei Wimperntierchen



Das Leben auf unserem Planeten hat sich unter dem ständigen Einfluss der Schwerkraft entwickelt. Für einzellige Lebewesen ist die Schwerkraft sogar der einzige zuverlässige Reiz zur Orientierung in ihrer Umwelt (im Gegensatz zu veränderlichen Reizen wie Licht, Temperatur oder chemischen Stoffen). Da alle Zellen aus ähnlichen molekularen Bausteinen bestehen, können urtümliche Einzeller wie das "Pantoffeltierchen" (Paramecium) als Modellsysteme zur Erforschung der Schwerkraftwahrnehmung auf Zell-Ebene eingesetzt werden.

Wissenschaftler des DLR, der Universitäten Bonn, Bochum, Erlangen und des Institutes für Biomedizinische Probleme (IBMP) in Moskau haben bereits verschiedene Schwerelosigkeits-Experimente mit diesem Organismus durchgeführt . Dabei konnten sie zeigen, dass Einzeller die Schwerkraft über ihr eigenes Körpergewicht wahrnehmen und diese zur Orientierung nutzen. Forschungen zu diesem Thema sind auch Bestandteil des Experimentprogramms im DLR_School_Lab Köln-Porz.

Im 8. DLR-Parabelflug werden Schülerinnen und Schüler aus der Nelly-Sachs- und der Linus-Pauling-Oberschule in Berlin die Versuche nachvollziehen und erweitern. Außerdem soll der Einfluss von Schwerelosigkeit auf die Oberflächenspannung von Wasser-Luftsystemen demonstriert werden. Dazu werden Versuche mit verschieden geformten und mit gefärbtem Wasser gefüllten Glasgefäßen durchgeführt.


Kontakt
Dr. rer. -nat. Richard Bräucker
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

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Fax: +49 2203 601-13093

E-Mail: Richard.Braeucker@dlr.de
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