DLR-Parabelflug-Tagebuch

Pressekonferenz am Terminal West und Informationsveranstaltung im DLR

22. Mai 2006

Pressekonferenz im Terminal West
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Nach der Pressekonferenz werfen die Journalisten einen Blick in den Vorbereitungsraum für die Experimente.
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Die Medienvertreter führen ausführliche Gespräche mit den Wissenschaftlern und dem Flugteam um Kapitän Gilles Le Barzic.
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Im Hörsaal der DLR-Zentrale in Köln-Porz findet die Informationsveranstaltung für die Parabelflieger statt.
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Flugkapitän Le Barzic erläutert die physikalischen und flugtechnischen Aspekte des Parabelflugs.
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Sicherheitschef Alain Legendre erklärt den Umgang mit den berüchtigten Papiertüten in Schwerelosigkeit.

Ein Wochenende lang hatte das Parabelflugteam Zeit, um sich zu erholen. Jetzt herrscht wieder emsiges Treiben am Terminal West, denn für 10 Uhr ist eine weitere Pressekonferenz angesagt. Journalisten und Kamerateams von lokalen und überregionalen Medien wollen sich vor Ort über den Airbus A300 ZERO-G und die wissenschaftlichen Experimente während des 8. DLR-Parabelflugs informieren. Bereits eine Stunde vorher laufen die letzten Vorbereitungen auf vollen Touren.

Nach und nach treffen die Vertreter der Medien ein und bauen ihre Kameras und Scheinwerfer vor dem Podium auf. Im Hintergrund steht der Airbus vor der Glasfront des Terminals.

Alles klappt reibungslos, so dass Herr Römer, Pressesprecher des Flughafens, Dr. Preu und Frau Dr. Friedrich sowie Herr Fuhrmann und Dr. Reinke von der DLR Unternehmenskommunikation, die Konferenz pünktlich eröffnen können.

Nach Grußworten von Herrn Römer und Dr. Reinke berichtet Dr. Preu über den Stand der Forschung in Schwerelosigkeit sowie die physikalischen und materialwissenschaftlichen Experimente an Bord.

Frau Dr. Friedrich informiert sodann über den Ablauf und den Zweck der Parabelflüge sowie über einige medizinische Experimente, die bei der 8. Parabelflugkampagne durchgeführt werden.

Herr Fuhrmann erläutert anschließend die Strategie der Unternehmenskommunikation: Parabelflügen eignen sich besonders gut, um die Öffentlichkeit über die Forschung im DLR zu informieren. Denn zum einen wird hier faszinierende Wissenschaft betrieben, und Deutschland hat bei der Forschung in Schwerelosigkeit eine weltweit führende Position. Zum anderen erleben hier Menschen das einmalige Gefühl der Schwerelosigkeit, was ansonsten nur im Weltraum möglich ist.

Von der ersten Etage des Terminal West werden die Journalisten nun in den Vorbereitungsraum für die Experimente geführt und - als Höhepunkt - in den A300 ZERO-G. Hier führen sie ausführliche Gespräche mit den Wissenschaftlern und dem Flugteam um Kapitän Gilles Le Barzic.

Um 16 Uhr beginnt die für alle Parabelflieger obligatorische Informationsveranstaltung in der DLR-Zentrale in Köln-Porz. Im Hörsaal werden die Teilnehmer von Dr. Baumgarten, dem Leiter der Raumfahrtmanagement, herzlich willkommen geheißen.

Er unterstreicht die nachhaltige Bedeutung der Parabelflüge im Forschungsprogramm des DLR. Schon 2004 wurde ihr Wert für Wissenschaft, Nachwuchsförderung und Forschungskommunikation in einem internationalen Symposium hervorgehoben.

Danach richtet auch Jean-Francois Clervois, Direktor von Novespace, ein Grußwort an die Anwesenden. Sein Mitarbeiter Frederic Gai geht anschließend auf Historie und Betätigungsfelder seines Unternehmens ein. So erfahren die Wissenschaftler beispielsweise, dass Novespace bereits 56 Kampagnen mit über 6600 Parabeln durchgeführt hat.

Die Projektleiterin gibt danach Hintergrundinformationen zum Flugprogramm und zur Schwerelosigkeitsforschung. Dabei erwähnt sie auch die anderen Fluggelegenheiten, bei denen Experimente in Schwerelosigkeit durchgeführt werden können. Dazu gehören der Fallturm in Bremen (maximal neun Sekunden Schwerelosigkeit), die ballistischen Raketenflüge des Texus-Programms (sechs bis zwölf Minuten), Forschungssatelliten (bis zu ein Monat) oder die Internationale Raumstation ISS (mehrere Monate).

Flugkapitän Le Barzic erläutert die physikalischen und flugtechnischen Aspekte des Parabelflugs und schildert informativ und mit trockenem Humor, wie ein derartiges Flugmanöver abläuft.

Weitere Ausführungen folgen von Sicherheitschef Alain Legendre vom französischen Testflugzentrum (CEV) zu den notwendigen Verhaltens- und Sicherheitsregeln während des Fluges. Sie sind denen von normalen Linienflügen sehr ähnlich. Die Besonderheit bei den Parabelflügen ist der Rauchhelm.

Diese Vorrichtung können die Mitfliegenden bei einer eventuellen Rauchentwicklung in der Kabine über den Kopf ziehen. So sind sie vor beißendem Qualm geschützt und werden gleichzeitig mit Sauerstoff versorgt.

Diese Vorsichtsmaßnahme ist schon aufgrund der Experimentanlagen, in denen Metalle und Legierungen erhitzt werden, notwendig. Es sollte hier allerdings gesagt werden, dass der Einsatz des klobigen Kopfputzes noch nie nötig war. Doch Legendre geht noch weiter: Selbst die Benutzung der berühmten Papiertüten erläutert er dem erheiterten Publikum. Und sollte jemand etwas darin verloren haben, so brauche er die Tüte nur mit seinem Namen zu beschriften - er bekäme sein Eigentum dann nach dem Flug ausgehändigt, versichert Legendre mit einem Augenzwinkern.

Alain gibt an Dr. Sylvain Hourlien, den Fliegerarzt, weiter, der erklärt, was mit dem menschlichen Körper in Schwerelosigkeit geschieht. Dies ist für alle Erstflieger der wohl wichtigste und spannendste Part. Er informiert auch über die Wirkung und die eventuellen Nebenwirkungen (Müdigkeit) der Medikamente gegen Reisekrankheit, die den Teilnehmern vor dem Parabelflug angeboten werden.

Abschließend stellt ein Wissenschaftler aus jedem Team sein Experiment kurz vor. Schließlich geht es bei dem Projekt auch darum, den interdisziplinären Gedanken und die Kontakte zwischen den Forschern zu fördern.

Nach dieser Veranstaltung sind alle gespannt auf den ersten Parabelflug der Kampagne, der morgen stattfinden wird. Doch soviel Information macht auch hungrig! Vorsorglich hatte die Unternehmenskommunikation des DLR ein Büffet vorbereiten lassen. Bei Speis und Trank ließen Wissenschaftler, Journalisten, Flug- und Projektteam den wieder einmal sehr anstrengenden Tag ausklingen.




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