GATE



Die Galileo Test- und Entwicklungsumgebung (GATE) bei Berchtesgaden. Bild: DLR

Galileo Test- und Entwicklungsumgebung

Vor dem Hintergrund des Aufbaus des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo wird die Entwicklung von Anwendungen, die darauf basieren, immer wichtiger. Galileo ist als europäisches Gegenstück zum amerikanischen Satellitennavigationssystem GPS zu sehen. Im Rahmen des vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Auftrag gegebenen Projektes GATE (Galileo Test- und Entwicklungsumgebung) wird derzeit eine bodengebundene, realistische Testumgebung aufgebaut. Diese dient dazu, speziell die Empfänger- und Anwendungsentwickler bei der Entwicklung ihrer Produkte für Galileo zu unterstützen.

Unter Federführung der IFEN GmbH in Poing hat sich ein Konsortium zusammengeschlossen, um die Galileo Test- und Entwicklungsumgebung GATE zu entwickeln und aufzubauen. Dieses Konsortium besteht aus Industriefirmen (EADS Astrium, Kayser-Threde GmbH, VEGA IT GmbH, VCS AG, Telematica e.K.), Forschungseinrichtungen (DLR-GSOC, DLR-Institut für Kommunikation und Navigation sowie das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen) und Hochschulinstituten (Institut für Erdmessung und Navigation der Universität der Bundeswehr München).

Die GATE-Definitionsphase wurde erfolgreich im Juni 2003 abgeschlossen. Die Entwicklungsphase startete im Mai 2004. GATE soll ab Herbst 2006 den Empfänger- und Anwendungsentwicklern zur Verfügung stehen. Der reguläre GATE-Betrieb ist bis zur vollen Verfügbarkeit von Galileo vorgesehen. GATE besteht im wesentlichen aus sechs Boden-Transmittern, die das Galileo-Signal in das GATE-Testgebiet im Raum Berchtesgaden abstrahlen und dort von Anwendungsempfängern empfangen und verarbeitet werden können. Kern ist der so genannte "Virtual Satellite Mode" Betriebsmodus. Dabei wird jeder Transmitter individuell angesteuert, so dass ein Testempfänger im GATE-Testgebiet die Signale so empfängt, als würden sie von echten Galileo-Satelliten im Orbit abgestrahlt.

Dies ermöglicht sehr realistische Testszenarien. Darüber hinaus können den Anwendungsentwicklern auch Testempfänger zur Verfügung gestellt werden, um neue Anwendungen zu entwickeln und zu testen. GATE wird Entwicklern und Anwendern eine permanente Positionierung im Testgebiet ermöglichen und dient damit auch dazu, die nur eingeschränkte Verfügbarkeit der zwei GSTB-V2 beziehungsweise der vier geplanten Galileo IOV-Satelliten während des Aufbaus von Galileo zu ergänzen.

Einige technische Spezifikationen von GATE:

  • Verfügbarkeit: Testgebiet im Raum Berchtesgaden, Gesamtgröße etwa 65 Quadratkilometer (Kerngebiet etwa 25 Quadratkilometer)
  • Positionierungsgenauigkeit: Horizontale Genauigkeit für 3D-Positionierung: zehn Meter. Vertikale Genauigkeit mit GPS/GSTB-V2/Galileo: etwa 15 Meter. Ziel ist eine horizontale Genauigkeit von zwei bis fünf Metern bei Zwei-Frequenz-Nutzung
  • Träger-Frequenzen: Abstrahlung aller drei Galileo-Frequenzen (E5, E6, E1)

Kontakt
Dr. Michael Heyl
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumfahrtmanagement
, Navigation
Tel: +49 228 447-480

Fax: +49 228 447-703

E-Mail: Michael.Heyl@dlr.de
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Grünes Licht für Galileo-Testgebiet Berchtesgaden (http://www.dlr.de/rd/desktopdefault.aspx/tabid-4929/8184_read-13433/usetemplate-print/)