EnMAP



 

 

 EnMAP - der erste deutsche Hyperspektralsensor im All
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Das Hauptziel des der Hyperspektral-Satellitenmission EnMAP (Environmental Mapping Analysis Program) ist es, einen weiten Bereich des Ökosystems auf der Landoberfläche der Erde zu untersuchen. Hyperspektralinstrumente registrieren die von der Erde reflektierte Sonnenstrahlung vom sichtbaren Licht bis zum kurzwelligen Infrarot. Diese Messungen ermöglichen präzise Aussagen über Zustand und Veränderungen der Erdoberfläche. Die Mission soll im Jahr 2018 vom Raumfahrtzentrum Sriharikota in Indien starten und ist auf fünf Jahre ausgelegt.

Herkömmliche multispektrale Sensoren nehmen die von der Erde reflektierte Strahlung in wenigen, bezogen auf die Wellenlänge sehr breiten Kanälen auf. Sie liefern zuverlässige Daten und Informationen, wie etwa über die Landbedeckung und deren räumliche Verteilung. Für qualitative Aussagen, beispielsweise die Art der Vegetation, reichen diese Messmethoden aus. Quantitative Informationen - wie die Nährstoffversorgung von Ackerpflanzen oder die Wasserqualität von Seen - können hingegen nur von den spektral hoch aufgelösten Daten eines Hyperspektralinstruments abgeleitet werden.

Anwendung finden die Daten von EnMAP in vielen Forschungsbereichen wie beispielsweise in der Geologie, der Land- und Forstwirtschaft, der Bodenkunde oder in der Erforschung der Küstengebiete und Inlandsgewässer. Die Messungen von EnMAP haben den Vorteil, dass sie häufig erfolgen und regelmäßig wiederholt werden können.

Daher kann EnMAP ein deutlich besseres Verständnis der verknüpften Prozesse von Biosphäre und Geosphäre vermitteln als Flugzeug-getragene und bodengestützte Systeme, die nur einen zeitlich beschränkten Datensatz liefern können. Somit leistet EnMAP einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der lebensnotwendigen Ressourcen in der Zukunft.

Missionsbeschreibung

Die einzige Nutzlast auf EnMAP ist ein abbildendes Hyperspektralinstrument, das auf einer in anderen Missionen erprobten Satellitenplattform fliegt. Das Instrument deckt den Spektralbereich von 420 bis 1000 Nanometer in 94 Kanälen und von 900 bis 2450 Nanometern in 134 Kanälen mit einer hohen Messgenauigkeit und -stabilität der reflektierten Sonnenintensität ab. Bei der Datenaufzeichnung erfasst es einen 30 Kilometer breiten Streifen der Erdoberfläche. Die räumliche Auflösung beträgt dabei 30 x 30 Quadratmeter. Ein untersuchtes Ziel in diesem Streifen kann innerhalb von vier Tagen erneut beobachtet werden. Der Satellit umkreist die Erde in 653 Kilometern Entfernung. Er ist darauf ausgelegt, bis zu 1000 Kilometer Streifenlänge pro Orbit bei einer maximalen täglichen Aufnahmekapazität von 5000 Kilometer Streifenlänge pro Tag aufzunehmen.

Die wissenschaftliche Leitung hat Prof. Hermann Kaufmann, GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ), inne. Er steht einem wissenschaftlichen Beratungsgremium zur Unterstützung der Mission und deren Nutzung vor. Mit dem Bau des Satelliten ist ein Konsortium unter der Führung der Firma Kayser-Threde GmbH betraut. Ihr obliegen auch Design, Entwicklung und Bau des Hyperspektralinstruments. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Satelliten ist die Fertigung der Satellitenplattform durch die Firma OHB System. Als Startrakete ist das Model PSLV-1 der indischen Firma Antrix ausgewählt worden.

Mit dem Aufbau und Betrieb des Bodensegments ist das DLR betraut. Nach dem Start des Satelliten überwacht das Deutsche Raumfahrt-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen den Betrieb. Das Deutsche Fernerkundungsdatenzentrum und das Institut für Methodik der Fernerkundung im DLR archivieren und verarbeiten die Satellitendaten weiter. Für die Nutzung der Daten durch sowohl wissenschaftliche Einrichtungen als auch Entwickler für Anwendungen werden spezielle Förderprogramme aufgelegt.

Missionsparameter

 

Start 2018
Startplatz Sriharikota, Indien
Trägerrakete PSLV
Orbithöhe 653 km
Inklination sonnensynchron, 97,96°
Äquatorüberflug 11 Uhr Lokalzeit
Satellitenmasse 850 kg
Satellitengröße 3 x 2,1 x 1,5 m
Energieverbrauch 800 W
Missionsbetrieb Deutsches Raumfahrt-Kontrollzentrum Oberpfaffenhofen (DLR)
Satellitenkommandierung DLR Bodenstation Weilheim
Datenempfang DLR Bodenstation Neustrelitz
Missionsdauer mindestens 5 Jahre

 

 

 


Kontakt
Christian Chlebek
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumfahrtmanagement
, Erdbeobachtung
Tel: +49 228 447-593

Fax: +49 228 447-747

E-Mail: Christian.Chlebek@dlr.de
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