Spektralbereiche der Spurengase
Scanning Imaging Absorption Spectrometer for Atmospheric CHartographY
Start: 1. März 2002, 02.07 Uhr MEZ an Bord von ENVISAT
Die SCIAMACHY-Mission wurde konzipiert, um das Wissen bezüglich der globalen Zusammenhänge im Bereich der Physik und Chemie der Erdatmosphäre zu verbessern (Troposphäre, Stratosphäre und Mesosphäre). Dabei spielt der anthropogene Beitrag an globalen Veränderungen im atmosphärischen System eine besondere Bedeutung.
SCIAMACHY ist ein Spektrometer, das Sonnenlicht, transmittiertes, reflektiertes und in der Erdatmosphäre oder am Erdboden gestreutes Licht im ultravioletten, sichtbaren und nahinfraroten Wellenlängenbereich misst (240-2380 Nanometer). Die spektrale Auflösung liegt zwischen 0.2-1.5 Nanometer. Die Absorptions-, Reflektions- und Streueigenschaften der Atmosphäre (beziehungsweise des Erdbodens) werden durch die Messung des extraterrestrischen Flusses und der unter verschiedenen Messgeometrien gemessenen (nach oben gerichteten) Radianz bestimmt.
Aus dem Verhältnis der extraterrestrischen Irradianz und der nach oben gerichteten Radianz kann mit Hilfe geeigneter Auswertealgorithmen die Menge an Spurengasen und deren Verteilung in der Atmosphäre bestimmt werden. Die Kombination nahezu simultaner Limb- und Nadirbeobachtungen erlaubt die Gewinnung einzigartiger Informationen über Gase, Aerosole und Wolken der Troposhäre und der unteren Stratosphäre.
Die Mission wurde von einem internationalen Team unter der Leitung des SCIAMACHY-Initiators Prof. Burrows (Institut für Umweltphysik und Fernerkundung der Universität Bremen, IUP) als Beistellung zu ENVISAT vorgeschlagen. Er führt das Projekt wissenschaftlich zusammen mit Prof. Aben vom Niederländischen Institut für Raumfahrtforschung (SRON) und Dr. Muller vom Belgischen Institut für Weltraum-Aeronomie (BIRA-IASB). 1989 wurde SCIAMACHY als Teil der ENVISAT Nutzlast ausgewählt.
Das SCIAMACHY-Instrument ist ein deutsch-niederländisch-belgisches Gemeinschaftprojekt, wobei die industrielle Leitung bei den gemeinsamen Hauptauftragnehmern EADS Astrium GmbH (D) und Dutch Space (NL) liegt. Weitere Beiträge stammen von OHB System AG, Jena-Optronik GmbH, Carl Zeiss, TNO-TPD, SRON und Delft Sensor Systems. Die Entwicklung erfolgte als nationale Beistellung zum europäischen Umweltsatelliten ENVISAT unter dem Projektmanagement des DLR als deutsche Raumfahrtagentur und NIVR, der niederländischen Raumfahrtagentur mit Unterstützung des Belgischen Instituts für Weltraum-Aeronomie.