Satellitenbild von METEOSAT-8
EUMETSAT
Die europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten, EUMETSAT, ist eine zwischenstaatliche Organisation mit Sitz in Darmstadt. Sie wurde 1986 gegründet, um eine Kontinuität der stetig an Bedeutung gewinnenden Wettersatelliten außerhalb der Europäischen Weltraumorganisation ESA sicher zu stellen, die sich als Forschungs- und Entwicklungsorganisation primär um neue Technologien kümmert. Das Mandat von EUMETSAT beschränkte sich zunächst auf Wettersatelliten und wurde im Jahr 2000 auf die Überwachung des Klimawandels erweitert.
METEOSAT
Bereits seit 1977 verfügt Europa über eigene geostationäre Wettersatelliten namens METEOSAT. Die ersten sieben Satelliten der METEOSAT-Reihe bilden die erste Satellitengeneration, die weitestgehend auf der gleichen Technologie basiert. Der letzte aktive Satellit dieser ersten Generation, METEOSAT-7, ist derzeit über dem Indischen Ozean im Einsatz, um dort eine Beobachtungslücke zu schließen.
Im Jahr 2002 wurde der erste Satellit der zweiten METEOSAT-Generation (METEOSAT Second Generation, MSG) gestartet. Der zweite Satellit folgte im Dezember 2005. Diese beiden Satelliten, Meteosat-8 und -9, sind seither die "Arbeitspferde" für die Wetterdienste. Sie beobachten kontinuierlich Europa und Afrika und liefern sehr viel höherwertige Daten als die erste METEOSAT-Generation Es befinden sich immer mindestens zwei aktive METEOSAT-Satelliten im Orbit (In-Orbit-Redundanz), um einen lückenlosen Betrieb sicherzustellen. Zwei weitere METEOSAT-Satelliten der zweiten Generation sind bereits fertig gestellt und werden nach Bedarf gestartet.
Die dritte Generation von METEOSAT-Satelliten (METEOSAT Third Generation, MTG) kommt ab 2017 zum Einsatz. MTG beinhaltet zwei Satellitentypen: einen Satelliten mit abbildenden Missionen, der sogenannte „Imager“ (MTG-I), als Kontinuität der laufenden METEOSAT-Reihe, und einen mit spektroskopischen Missionen, der sogenannte „Sounder“(MTG-S), der neue und weltweit einzigartige Daten liefern wird. EUMETSAT und die ESA befinden sich in der Design und Entwicklungsphase (Phasen B2/C/D).
EUMETSAT Polarsystem
Das EUMETSAT Polarsystem (EPS) ist der europäische Beitrag zum System polar umlaufender meteorologischer Satelliten, das gemeinsam mit den USA unterhalten wird. Der erste EPS-Satellit, METOP-A, wurde am 19. Oktober 2006 von Baikonur mit einer Sojus-Rakete gestartet und nach einer ausführlichen Testphase am 15. Mai 2007 offiziell in Betrieb genommen. Zwei weitere METOP-Satelliten werden im Abstand von 4,5 Jahren gestartet. Aufgrund des guten technischen Zustands von METOP-A, soll METOP-B erst im zweiten Quartal 2012 gestartet werden. Ein Nachfolgesystem - EPS-SG (Second Generation) genannt - wird im Jahr 2020 das derzeitige ablösen.
Durch die deutlich niedrigere Umlaufbahn - 817 Kilometer im Vergleich zu rund 36.000 Kilometern bei geostationären Satelliten - können die METOP-Satelliten eine Vielzahl von Beobachtungsgrößen mit deutlich höherer Genauigkeit messen als geostationäre Satelliten. Da die METOP-Satelliten über die Polregionen der Erde fliegen, können sie für die Wettervorhersage wichtige Beobachtungen der Polregionen durchführen, wo geostationäre Satelliten nur unzureichende Daten liefern.
Kooperation mit der ESA
Die meteorologischen EUMETSAT-Programme werden in enger Kooperation mit der ESA durchgeführt. EUMETSAT ist verantwortlich für das Gesamtsystem, bestimmt die Nutzeranforderungen und übernimmt die Entwicklung des Bodensegments, den operationellen Betrieb der Satelliten, beschafft die Launcher und beteiligt sich finanziell am entsprechenden ESA-Programm. Die ESA ist im Rahmen der Kooperation zuständig für die Konzeption, die Entwicklung sowie dem Bau der Satelliten und agiert als Beschaffungsagentur für die Nachbauten. Durch ein Kooperationsabkommen werden die Programme bei EUMETSAT und ESA formal zusammengeführt.