News-Archiv 2006

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt kommt nach Bremen

17. August 2006

Gründungsbüro nimmt die Planungen für das neue Raumfahrtinstitut des DLR auf

"DLR-Raumfahrtinstitut Bremen – Projektbüro" – Ein Schild mit dieser Aufschrift wird künftig in unmittelbarer Nähe des bremischen Fallturms an der Universität auf eine für den Wissenschafts- und Wirtschaftstandort Bremen wichtige Entwicklung aufmerksam machen: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) nimmt mit der Einrichtung eines Gründungsbüros nunmehr die konkreten Planungen zur Einrichtung des neuen DLR-Raumfahrtinstituts in Bremen auf.

Am Donnerstag, 17. August, wurde im Rathaus bei einem gemeinsamen Empfang des Präsidenten des Senats der Freien Hansestadt Bremen, Jens Böhrnsen, und des Vorsitzenden des Vorstandes des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Prof. Dr. Sigmar Wittig, ein Projektbüro eröffnet, das zum 1. September 2006 seine Arbeit in Bremen aufnehmen wird.

 Übergabe des Türschilds für das Projektbüro
zum Bild Übergabe des Türschilds für das Projektbüro

Die finanziellen Weichen sind für die am 1. Januar 2007 vorgesehene Gründung gestellt: Nach der Verabschiedung des Bundeshaushaltes ist die langfristige finanzielle Basis für das neue DLR-Institut für Raumfahrtsystemtechnik sichergestellt. Zudem haben der Senat der Freien Hansestadt Bremen und die Wirtschaftsförderungsausschüsse der Deputationen für Wirtschaft und Wissenschaft im Juni 2006 die Finanzierung des zehnprozentigen Landesanteils am Grundhaushalt bewilligt. Der DLR Senat hat zeitgleich mit der Haushaltsentscheidung die Gründung eines vorläufigen Instituts beschlossen. Die Entscheidung für die formale Institutsgründung im DLR Senat wird für November 2006 erwartet.

Das mit rund zehn Mitarbeitern des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen und des DLR besetze Büro hat zur Aufgabe, die Gründung eines neuen DLR-Instituts mit dem Arbeitstitel "Raumfahrtinstitut Bremen" organisatorisch und inhaltlich vorzubereiten.

"Die Gründung des DLR-Instituts bedeutet eine nachhaltige Stärkung des Raumfahrtstandorts Bremen und ist gleichzeitig Beleg und Anerkennung für den hervorragenden Ruf Bremens in der Raumfahrttechnologie. Ich bin überzeugt, die Wissenschaftler des DLR werden in der 'Stadt der Wissenschaft 2005' beste Arbeitsbedingungen und hoch qualifizierte Kooperationspartner finden. Wirtschaft und Wissenschaft in Bremen werden künftig gleichermaßen von dem neuen Raumfahrtinstitut profitieren", freute sich Bürgermeister Jens Böhrnsen über die erfolgten Weichenstellungen.

Mit dem Raumfahrtinstitut schließt das DLR eine wissenschaftlich-technische Lücke auf dem Gebiet der Raumfahrtsystemtechnik für orbitale Systeme und Raumfahrzeuge. In das neue Institut sollen Kompetenzen des bremischen ZARM und die Fähigkeiten des DLR im Bereich der Raumfahrtsysteme eingebracht werden. Das Forschungskonzept des ZARM soll weiter entwickelt werden: Es soll künftig Forschungs- und Entwicklungsthemen bearbeiten, die einerseits das Arbeitsgebiet des DLR-Instituts ergänzen und die andererseits für die wissenschaftliche Exzellenz der Universität sowie für den Wirtschaftstandort bedeutsam sind. "Mit dem neuen Institut wird nicht nur im DLR eine wissenschaftlich-technische Lücke in Deutschland auf dem Gebiet der Raumfahrtsystemtechnik geschlossen, sondern auch in der Wirtschaft und der Wissenschaft", so Prof. Dr. Sigmar Wittig.

Erste Forschungs- und Entwicklungsziele des neuen Instituts sind bereits im Bereich der Satellitentechnik und der Raumfahrzeuge vorgesehen, wie z.B. ein DLR-Forschungs-Kompaktsatellit, Studien zum rückkehrenden Freeflyer (Orbital Return Vehicle - ORV), ein Verbundprojekt Oberstufe und das internationale Höhenforschungs-Studentenprogramm REXUS. Weitere Aufgaben liegen im Bereich der Systemtechnik für sicherheitsrelevante Anwendungen in der Raumfahrt.

Das DLR hat mit EADS und OHB in Bremen Industriepartner gewonnen, die sich auf die Raumfahrtsystemforschung als Vorlaufforschung bei der Auslegung von Satelliten und Raumtransportsystemen bis hin zu sicherheitsrelevanter Systemtechnik stützen wollen. Zudem wird eine enge Partnerschaft insbesondere mit der Universität und der Hochschule Bremen in der Ausbildung von Systemingenieuren und Wirtschaftsingenieuren mit Raumfahrtbezug angestrebt.

Für das neue Institut ist eine jährliche Grundfinanzierung von bis zu 17,8 Millionen Euro geplant, wovon ein etwa zehnprozentiger Anteil durch das Land Bremen zu erbringen ist. Bis zu 100 Wissenschaftler und Ingenieure sollen an dem Institut arbeiten.

Kontakt:

Ludger Fröbel
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Programmdirektion Weltraum
Tel.: +49 2203 601-2786
Fax: +49 2203 601-2820
E-Mail: Ludger.Froebel @ dlr.de

Gabriele Brünings
Freie Hansestadt Bremen, Senatskanzlei
Pressereferentin, Pressestelle des Senats
Tel.: +49 421 361-4102
Fax: +49 421 361-6867
E-Mail: Gabriele.Bruenings @ sk.bremen.de


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