DeSecure



 Überflutungen in Großbritannien
zum Bild Überflutungen in Großbritannien

Mit der weltweiten Zunahme von Naturkatastrophen, humanitären Notsituationen und zivilen Gefahrenlagen steigt auch der Bedarf an zeitnaher, umfassender und flächendeckender Information zur Lage. Die Nachfrage kann inzwischen zu einem großen Teil mit satellitengestützten Fernerkundungsdaten gedeckt werden. Das Projekt DeSecure ist eine Kooperation zwischen DLR, Industrieunternehmen und Universitäten. Es dient der verbesserten Bereitstellung solcher Informationen, etwa für deutsche Behörden und  Hilfsorganisationen  bei nationalen sowie internationalen Einsätzen.

Satellitengestützte Kriseninformation für Deutschland

Die Zahl der Naturkatastrophen, bedingt durch den globalen Klimawandel, steigt. Gleichzeitig wächst die Weltbevölkerung. Damit sind immer mehr Menschen von Krisen betroffen. Auch der Umfang der wirtschaftlichen Schäden nimmt zu. Doch die Auswirkung von Krisen lässt sich durch eine schnelle Reaktion mildern. Dazu sind Hilfsorganisationen auf zeitnahe, präzise und flächendeckende Information angewiesen. Diese Information kann inzwischen zu einem großen Teil aus Satellitendaten abgeleitet werden. Satellitenbilder sind in den letzten zehn Jahren immer besser verfügbar geworden. Gleichzeitig haben sie eine immer höhere Qualität erreicht. Heute kann man sie deshalb routinemäßig einsetzen.

Schnellere Krisenlageinformationen mit Hilfe von Satellitendaten

Am Anfang stehen Satellitenbilder. Hat ein Satellit "zufällig" zur rechten Zeit den rechten Ort aufgenommen? Wenn ja: welcher Satellit war das, und wie kommt man an die Aufnahme? Wenn nein: wer könnte beauftragt werden, so schnell wie möglich eine Aufnahme zu machen, und bis wann? Handelt es sich um eine Radar-Aufnahme oder um das Bild einer optischen Kamera? Die Ergebnisse verschiedener Verfahren sind sehr unterschiedlich.

Kriseninformation wird aus Satellitenbildern auch heute noch überwiegend durch "visuelle Interpretation" gewonnen, das heißt: ein geschulter Bildinterpret analysiert das Material und erstellt daraus eine Karte. Menschliches Bildverständnis ist nicht vollständig durch automatisierte Prozesse ersetzbar. Software-Werkzeuge können das Verfahren aber einfacher, sicherer und schneller machen. Und am Ende muss die Notfall-Karte noch an den Ort kommen, wo sie gebraucht wird.

Das Projekt DeSecure dient der Optimierung von Notfallkartierungen im gesamten Produktionszyklus: Datenempfang, Prozessierung, Informations-Extraktion, Kartenerstellung und Kartenbereitstellung. DeSecure ist ein Kooperationsprojekt zwischen Forschung und Industrie. Beteiligt sind zwei DLR-Institute,  ds Deutsches Fernerkundungsdatenzentrum - zuständig für die Projektkoordination - und das Institut für Methodik der Fernerkundung sowie die technischen Universitäten Berlin und München.

Industriepartner sind die RapidEye AG, die Infoterra GmbH, die PRO DV Software AG, die GAF AG und die Definiens AG. DeSecure hat zwei Schwerpunkte: die Entwicklung verbesserter Methoden zur Informationsgewinnung aus Satellitenbilddaten und die Implementierung optimaler Schnittstellen zwischen Industrie und Forschung. Ziel ist es, schneller bessere Informationen zur Krisenbewältigung zu liefern.

Enge Kontakte zu deutschen und europäischen Lagezentren

Nutznießer des Projektes DeSecure sind Zivilschutz- und Hilfsorganisationen (wie Technisches Hilfswerk, Deutsches Rotes Kreuz) sowie die deutschen und europäischen Lagezentren (Gemeinsames Melde- und Lagezentrum des Bundes und der Länder GMLZ, Lagezentrum des Auswärtigen Amtes, "Monitoring and Information Centre" MIC der Europäischen Kommission).

DeSecure im europäischen Kontext

Die Optimierung von Krisenkartierungs-Kapazitäten auf deutscher Seite unterstützt die europäische Initiative GMES (Global Monitoring for Environment and Security). Dabei handelt es sich um ein gemeinsames Programm der Europäischen Kommission und der europäischen Raumfahrtorganisation ESA. GMES dient der globalen Erdbeobachtung in Umwelt- und Sicherheitsfragen. Damit erhalten Behörden und politische Entscheidungsträger in Europa eigenständige, dauerhaft verfügbare, kosteneffiziente und nutzerfreundliche Beobachtungskapazitäten. DeSecure gewährleistet, dass deutsche Vorleistungen im Bereich der Notfall- und Krisenkartierung in die europäischer Initiative einfließen.

Deutsche Satelliten TerraSAR-X und RapidEye - Daten für Notfallkartierungen

Mit DeSecure werden auch die neuen deutschen Satellitenmissionen TerraSar-X und RapidEye eingebunden. Das macht diese Missionen und ihre Anwendungsmöglichkeiten einem erweiterten Kreis deutscher wie auch europäischer Nutzern bekannt. Mit der Entwicklung neuer Analysemethoden stimuliert DeSecure auch die Anwendungsentwicklung außerhalb des Krisensektors und unterstützt die Vermarktung der neuen Missionsdaten und Informationsprodukte.


Kontakt
Dr. Achim Friker
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumfahrtmanagement
, Erdbeobachtung
Tel: +49 228 447-397

Fax: +49 228 447-747

E-Mail: Achim.Friker@dlr.de
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