Schnelle Flüssigkeitsverlagerungen entlang der Körperachse des Menschen beim Parabelflug



Astronauten klagen in den ersten Tagen beim Aufenthalt im All über Schwellungen in der oberen Körperhälfte insbesondere im Gesicht ("puffy face"). Diese Schwellungen werden durch Flüssigkeitsverschiebungen entlang der Körperachse hervorgerufen, wenn der Einfluss der Gravitation fehlt. Bei früheren Parabelflügen hat sich gezeigt, dass diese Flüssigkeitsverschiebungen innerhalb von Sekunden beim Parabelflug auftreten.

Die Untersuchungen sind wichtig, um die Anpassungen des Herz-Kreislaufsystems unter Schwerelosigkeit zu verstehen und eventuell Gegenmaßnahmen entwickeln zu können.

In Rahmen dieses Projektes sollen mit Hilfe modernster bildgebender Verfahren diese raschen Flüssigkeitsverschiebungen in den oberflächlichen Hautgeweben erfasst und quantifiziert werden. Hierbei kommen erstmalig gleichzeitig Ultraschallmethoden und Methoden zur Gewebevolumenbestimmung (Photoplethysmography Imaging Video Scans, PPGI) zur Anwendung. Hierdurch soll ermöglicht werden, die Flüssigkeitsverschiebungen im venösen und arteriellen System zu differenzieren.

Die Ergebnisse der Studien könnten dazu dienen, die Haut - das größte Organ des Menschen -  als Volumen- und Elektrolytspeicher insgesamt besser zu verstehen.


Kontakt
Prof. Hanns-Christian Gunga
Campus Benjamin Franklin - Charité Universitätsmedizin Berlin

Institut für Physiologie
, Zentrum für Weltraummedizin Berlin
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