Formgebende Komponenten der Schweresteine in den Innenohren von normalen sowie flug- und reisekranken Fischen



Gleichgewichtsstörungen führen beim Menschen zu Reise- beziehungsweise Bewegungskrankheiten (Kinetosen), wie etwa der See-, Luft- oder Raumkrankheit. Sie äußern sich in Orientierungsproblemen und Übelkeit. Vergleichbare Reaktionen traten in früheren Parabelflugexperimenten ebenfalls bei Fischen auf. Sie dienen den Forschern als Modellsystem für die Funktion des Innenohrs.

Ursache solcher Bewegungskrankheiten sind hauptsächlich Asymmetrien der Schweresteinchen in den Innenohren der rechten gegenüber der linken Körperseite. Bei normaler Erdschwerkraft wird diese Ungleichheit vom Gehirn ausgeglichen (Kompensation) und die Fische verhalten sich "normal". Unter veränderter Schwerkraft - insbesondere Schwerelosigkeit - kann diese Kompensation entweder noch eine Zeit lang aufrechterhalten werden, oder es kommt zu einem physiologischen Un-Gleichgewicht zwischen Gleichgewichtsorgan und Hirn. Dies verursacht Verrechnungsstörungen beim Abgleich der schwerkraftrelevanten mit den visuellen Informationen (intersensorischer Konflikt). Das Resultat ist eine Gleichgewichtsstörung, die zur Kinetose führt.

Beim 13. DLR-Parabelflug wollen die Wissenschaftler untersuchen, welche Komponenten der Schweresteinchen bei Fischen, die bei Schwerelosigkeit Flug- und Reisekrank werden, anders aufgebaut oder zusammengesetzt sind als bei solchen Fischen, die weiterhin normal schwimmen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Ursachen menschlicher Bewegungskrankheiten und damit die Anpassungs-Mechanismen des Gleichgewichtsorgans an Schwerelosigkeit besser zu verstehen.


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Prof. Dr. Reinhard Hilbig
Universität Stuttgart-Hohenheim
, Institut für Zoologie
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