Der EUMETSAT-Rat hat seinen Mitgliedsstaaten 1998 die Möglichkeit eingeräumt, eine Industriekontaktstelle (Industrial Focal Point, IFP) einzurichten, die als Schnittstelle zwischen der Industrie in den jeweiligen Mitgliedsstaaten und EUMETSAT dient. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat die DLR Raumfahrtmanagement mit dieser Aufgabe beauftragt. Für Beschaffungen, wie den Einkauf von Gütern und Dienstleistungen, gilt bei EUMETSAT der Grundsatz "best value for money". Das bedeutet, dass im Gegensatz zu Beschaffungen durch die ESA kein so genannter "geografischer Rückfluss", also kein festgelegter Rückfluss in die Mitgliedstaaten existiert, sondern in aller Regel eine offene Ausschreibung (Invitation to Tender, ITT) erfolgt.
In Ausnahmefällen gibt es auch beschränkte Ausschreibungen oder direkte Verhandlungen mit einem einzelnen Anbieter. Dies geschieht dann, wenn aus besonderen Gründen nur ein oder wenige Anbieter in Frage kommen und eine offene Ausschreibung unzweckmäßig wäre. Der Normalfall ist jedoch eine für alle Mitgliedsstaaten und alle Anbieter offene Ausschreibung. Diese erfolgt ausschließlich über das Internet mit EUMITS, dem ITT-System von EUMETSAT.
Die Beteiligung der deutschen Raumfahrtindustrie an den Beschaffungen von EUMETSAT wird - insbesondere für die beiden Programme METEOSAT Second Generation (MSG) und EUMETSAT Polarsystem (EPS) - als unbefriedigend angesehen. Die deutsche Industriekontaktstelle hat sich daher zum Ziel gesetzt, den Anteil der nationalen Raumfahrtindustrie an den Beschaffungen deutlich zu erhöhen, die Chancen zur Beteiligung an EUMETSAT-Programmen zu verbessern und dadurch die Entwicklung der Raumfahrtindustrie in Deutschland zu stärken.
Die Industriekontaktstelle bietet allen Interessierten Informationen zu EUMETSAT, den laufenden und geplanten Programmen, der generellen Beschaffungsprozedur, sowie zu laufenden und geplanten Beschaffungen. Darüber hinaus führt sie zu besonderen Anlässen Workshops durch und vermittelt Kontakte zu EUMETSAT.