railGATE



 Prüfcenter Wegberg-Wildenrath
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Galileo-Testgebiet für den Schienenverkehr

In Wegberg-Wildenrath, rund 50 Kilometer nördlich von Aachen, wird die Galileo Test- und Entwicklungsumgebung für den Schienenverkehr, railGATE, aufgebaut. Als Standort für das railGATE wurde das Gelände des Prüf- und Validationcenter für Schienenfahrzeuge der Siemens AG gewählt. Diese spezielle Einrichtung ist die modernste ihrer Art weltweit. Der Standort wird bereits heute von Wissenschaft und Industrie für Forschungsvorhaben intensiv genutzt. RailGATE wird voraussichtlich Anfang 2011 voll Einsatzfähig sein.

28 Kilometer lange Teststrecke

Das Prüfcenter für Schienenfahrzeuge verfügt über Gleisanlagen unterschiedlicher Spurweite mit einer Gesamtlänge von 28 Kilometern. Sie sind in zwei Testringen sowie weiteren Gleisstrecken angeordnet. Verschiedene Fahrsituationen können auf dem Gleisnetz, das vom öffentlichen Schienenverkehr getrennt ist, realisiert und getestet werden, ohne diesen zu gefährden oder zu behindern. An das Oberleitungsnetz lassen sich verschiedene Spannungen und Frequenzen anlegen.  Hierdurch können auch Schienenfahrzeuge für den internationalen Markt - vom ICE bis zur Straßenbahn - getestet werden. Im Gegensatz zu einer öffentlichen Eisenbahnstrecke ist es im Prüfcenter möglich, Tests ohne leit- und sicherungstechnische Einschränkungen durchzuführen. Dadurch sind sowohl Fahrsituationen leicht reproduzierbar als auch Langzeittests möglich.

Praxisnahe Tests für Galileo-Anwendungen

Das railGATE wird über acht Sendestationen, sogenannte Pseudolites, sowie eine Monitor- und Kontrollstation verfügen. Durch die Errichtung des railGATE auf dem Gelände des Prüfcenters können nun auch die Vorteile von Galileo in sicherheitskritischen Bereichen des Schienenverkehrs untersucht werden. Entsprechende Anwendungen sollen künftig dazu beitragen, Logistikabläufe in allen Verkehrsbereichen, so auch im Schienenverkehr, zu optimieren. Für den Verbraucher bedeutet dies kürzere Wartezeiten bei gleichzeitig erhöhter Sicherheit.

Technische Besonderheiten der Anlage

Die im railGATE verwendeten Pseudolites verfügen über je einen Galileo-Signalgenerator und eine Sendeantenne. Die Antennen werden um das Testgebiet herum an Masten oder Mobilfunktürmen montiert. Die Signalgeneratoren können wahlweise die Frequenz E1, E5a, E5b oder E6 senden. Auf der Anlage soll eine Positionierungsgenauigkeit von mindestens 0,5 Metern erzielt werden können.

Die Testumgebung railGATE wird im Rahmen des Projekts "Galileo above" unter Leitung der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen errichtet. Nach Fertigstellung werden ab Frühjahr 2011 bereits erste Galileo-Anwendungen für den Schienenverkehr erprobt. Das DLR Raumfahrtmanagement fördert das Vorhaben mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Nach Projektende am 31. März 2012 wird der reguläre Betrieb des railGATE von einer kommerziellen Betreibergesellschaft gewährleistet.


Kontakt
Dr. Oliver Funke
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumfahrtmanagement
, Navigation
Tel: +49 228 447-485

Fax: +49 228 447-703

E-Mail: Oliver.Funke@dlr.de
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