Anpassung von Nervensystemen an Ganzkörper-Vibration unter Schwerelosigkeit



Wenn Menschen sich längere Zeit in Schwerelosigkeit aufhalten, verlieren sie Knochen- und Muskelmasse - vor allem an den Beinen. Ähnliches passiert auf  der Erde, wenn nach einem Unfall Arme oder Beine durch einen Gipsverband ruhiggestellt werden oder während eines längeren Krankenhausaufenthaltes. Für Astronauten sind daher spezielle Trainingsmaßnahmen notwendig, um diese Abbauprozesse zu verhindern.

In bisherigen Bed-Rest-Studien, bei denen Testpersonen mehrere Wochen lang unter medizinischer Kontrolle liegend zubrachten, konnte ein guter Trainingseffekt durch den Einsatz von Ganzkörper-Vibration erzielt werden. Die Wirkung dieser spezifischen Trainingsform beruht unter anderem auf der Aktivierung der Muskulatur durch Reflexe. In bisher durchgeführten Experimenten konnte gezeigt werden, dass diese Reflexe grundsätzlich auch unter Schwerelosigkeit intakt sind.

In diesem Experiment untersuchen die Wissenschaftler ob oder in welchem Ausmaß Schwerelosigkeit die durch Reflexe ausgelöste Muskelaktivität während der Ganzkörper-Vibration beeinflusst. Hierzu messen sie diese Aktivität und testen bestimmte Reflexbahnen durch elektrophysiologische Messmethoden (H-Reflex). Diese Erkenntnisse sind wichtig um den potentiellen Nutzen von Vibrationstraining gegen Muskel- und Knochenabbau unter Schwerelosigkeit beurteilen zu können.


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Prof. Albert Gollhofer
Institut für Sport und Sportwissenschaft

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