Am 27. Oktober 2009 haben sich die Mitglieder der IMAGI-AG (Interministerieller Ausschuss für Geo-Information) der Bundesregierung in der DLR Raumfahrtmanagement in Bonn getroffen. Insgesamt 25 Teilnehmer aus den Bereichen der Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie, für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz stellten auf dem Treffen wichtige Weichen für eine bessere Verknüpfung von Satellitendaten mit amtlichen Daten, wie etwa Gemeinde- oder Landesgrenzen. Dadurch erhöhen sich Aktualität und Einheitlichkeit der Informationen und die Herstellungskosten für Entscheidungsgrundlagen sinken.
GIS (Geo-Informations-Systeme) umgeben uns überall, bei der Navigation im Auto oder mit dem Handy, bei der Wettervorhersage, bei der Urlaubsplanung oder beim Hauskauf. Ziel des IMAGI ist es, die vielfältigen Geodaten, die in allen Regierungsstellen vorhanden sind, für die Bevölkerung nutzbar und leichter zugänglich zu machen. Das DLR hat maßgeblichen Anteil am Zustandekommen dieser Regierungskommission, die schon seit elf Jahren besteht.
Die jüngste Sitzung der AG beim DLR beschäftigte sich vor allem mit der Einbeziehung satellitengestützter Erdbeobachtungsdaten. Aufgrund von Formaten, die sich unterschiedlich entwickelt haben, sind sie derzeit kaum in geografischen Suchmaschinen im Internet zu finden. Ihr volles Potenzial, das vor allem in ihrer Aktualität und großflächigen Abdeckung liegt, entfalten sie aber erst dann, wenn sie mit Geodaten, Landkarten und Informationsdiensten des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie, des Umweltbundesamtes, der Bundesanstalt für Gewässerkunde, der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung und anderer Organisationen kombiniert werden können.
Die Forderung der neuen europäischen INSPIRE-Richtlinie (Infrastructure for Spatial Information in Europe), nach der sämtliche mit Steuergeldern erzeugten Geo-Informationen in ganz Europa auffindbar und austauschbar sein müssen, wird durch die Arbeit der IMAGI-AG unterstützt. Die Richtlinie enthält eine Liste mit Daten, etwa zu Geländehöhen, Bodenbedeckung und -nutzung sowie Schutzgebieten, die mit Satelliten effizient erfasst und auf dem neuesten Stand gehalten werden können.
Weitere Trends, welche die Einbeziehung von Erdbeobachtungsdaten begünstigen, sind die gestiegene Bodenauflösung der neuesten Satellitengeneration, die an die Qualität von Luftbildern herankommt, die fortschreitende breitbandige Vernetzung und wachsende Computerkapazitäten der Nutzer sowie die durch den Lissabon-Vertrag gestärkte Rolle der Europäischen Union in der europäischen Raumfahrt mit dem Bestreben, diese an Dienstleistungen zu orientieren.
Diesem Ziel dient vor allem die GMES-Initiative (Global Monitoring for Environment and Security) - ein weiteres Flagschiff der europäischen Raumfahrt neben dem voraussichtlich ab 2013 verfügbaren Satellitennavigationssystem Galileo - mit welcher die Erdbeobachtung auch zur Lösung der drängenden Probleme des Globalen Wandels beitragen will. Die IMAGI-AG beschloss bei ihrem Treffen in der DLR Raumfahrtmanagement, eine Verbindung von GMES mit der nationalen deutschen Geodatenbank herzustellen.