Schwerelosigkeit - notwendig für viele wissenschaftliche Versuche
Alles auf der Erde unterliegt der Schwerkraft. Die einzige Möglichkeit, diese Erdanziehungskraft aufzuheben, ist der freie Fall. Zum Beispiel fühlt man sich beim Sprung vom 5-Meter-Brett im Schwimmbad schwerelos. Auch ein in die Luft geworfener Ball bewegt sich im freien Fall und ist schwerelos. Er fällt entlang einer so genannten Wurfparabel. Auf der Bahn einer Wurfparabel wird auch ein Flugzeug bei einem Parabelflug manövriert und ist dadurch ebenfalls schwerelos. Mit dem Airbus A300 ZERO-G kann der Pilot eine derart große Parabel fliegen, dass an Bord bis zu 22 Sekunden lang Schwerelosigkeit herrscht.
Wissenschaftler nutzen diese Bedingungen, um die Wirkung von Schwerelosigkeit sowie verschiedener Beschleunigungen zu untersuchen oder bestimmte Vorgänge zu analysieren, bei denen die Schwerkraft stört. Dabei werden biologische, physikalische, materialwissenschaftliche und technologische Experimente durchgeführt. Und für die medizinische Forschung bieten die Flugzeug-Parabelflüge neben der Raumstation die einzige Möglichkeit, Menschen in Schwerelosigkeit zu untersuchen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) veranstaltet jährlich ein oder zwei Forschungskampagnen mit je drei Flugtagen und jeweils 30 Parabeln.
Im Hintergrund können Sie hören, wie der Flugkapitän die verschiedenen Stadien des Parabelflugmanövers ansagt: "Trois, deux": noch drei, dann zwei Sekunden bis das Flugzeug steil nach oben steigt. "Trente": das Flugzeug hat nun einen Steigwinkel von 30 Grad erreicht. "Quarante": jetzt 40 Grad, und bei 47 Grad ertönt "Injection" - die Phase der Schwerelosigkeit beginnt. 22 Sekunden später, bei "Pull-out" zeigt die Flugzeugnase 42 Grad nach unten und wieder setzt die Schwerkraft - nun mit fast doppelter Stärke - ein. Anschließend fliegt das Flugzeug zwei Minuten lang horizontal, bis die nächste Parabel beginnt.