Infos für die teilnehmenden Hochschulen



Wie werden die Hochschulen unterstützt?

Die angestrebte Leistungsklasse der studentischen Raketen erfordert zum einen ein dafür geeignetes Startgelände und zum anderen auch eine gewisse technische Begleitung, um ein möglichst hohes Maß an Sicherheit zu etablieren und gleichzeitig für eine möglichst erfolgreiche Umsetzung des Programms zu sorgen.

Mit der Mobilen Raketenbasis des DLR (MORABA) und dem DLR-Institut für Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen stehen für das STERN-Programm zwei sehr kompetente Partner zur Verfügung, die ihre langjährige Erfahrung beim Start von Höhenforschungsraketen und dem Test von Raketentriebwerken einbringen können. So führt das DLR-MORABA seit vielen Jahren in Kooperation mit dem Esrange Space Center des schwedischen Raumfahrtunternehmens SSC (Swedish Space Corporation) in Kiruna (Schweden) Kampagnen mit Höhenforschungsraketen (REXUS, TEXUS, MAXUS) im Auftrag von Industrie und Hochschulen durch. Damit besitzt DLR-MORABA nicht nur die für STERN notwendigen Kontakte zu einem geeigneten Startgelände, sondern bringt auch sehr viel Erfahrung bei der Vorbereitung und Durchführung von Raketenstarts mit. Dieses Wissen kann somit auch bei der Beurteilung der studentischen Raketen eingebracht werden. Besonders zu nennen sind dabei Kriterien wie Startbedingungen, Flugstabilität, Flugbahn und Bergung.

Das DLR-Institut für Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen ist spezialisiert auf den Test von Raketentriebwerken und führt auf dem dortigen Testgelände unter anderem auch Triebwerkstests für das Ariane-5-Programm durch. Darüber hinaus finden hier aber auch sowohl grundlagennahe als auch anwendungsorientierte Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Raketenantriebe statt. Auf diese jahrzehntelange Erfahrung in Forschung und Testbetrieb kann zurückgegriffen werden, um die Antriebe der Studenten sowohl hinsichtlich Auslegung als auch Testdurchführung zu bewerten.

Darüber hinaus besteht seitens der Hochschulen die Möglichkeit auf dem dortigen Testgelände unter Betreuung und Bereitstellung von Infrastruktur die selbst entwickelten Raketentriebwerke zu testen.

Die vorhandene Erfahrung wird sich insbesondere bei der Durchführung von fünf Pflichtreviews (Preliminary Design Review (PDR), Critical Design Review (CDR), Integration Progress Review (IPR), Rocket Acceptance Review (RAR) und Flight Readiness Review (FRR)) auf Gesamtsystemebene widerspiegeln, die von den Hochschulen einzuberufen sind und an denen DLR-MORABA und DLR-Lampoldshausen beteiligt sind. Sofern ein Raketenstart in Kiruna vorgesehen ist, findet der letzte Review (FRR) unter DLR-MORABA-Beteiligung in Kiruna statt. Im Rahmen der Reviews sowie weiteren Aktivitäten nehmen DLR-MORABA und das Institut für Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen folgende Aufgaben war:

  • Erstellung von Vorlagen zur Durchführung von Reviews für die Hochschulen mit dem Ziel eine einheitliche Struktur für alle Hochschulen festzulegen, möglichst alle Informationen für die Review-Teilnehmer verfügbar zu machen und die Reviews möglichst effektiv zu gestalten
  • Erstellung von Vorlagen zur Durchführung der Startkampagnen auf Esrange. Da die Startfreigabe letztlich durch das Esrange-Personal erfolgt, müssen dem dortigen Personal alle sicherheitsrelevanten Informationen für den Raketenstart seitens der Hochschulen verfügbar gemacht werden.
  • Erstellung eines STERN-Manuals, das Auskunft auf allgemeine Fragen rund um das STERN-Programm gibt
  • Errichtung und Betreuung einer Teamsite, die den Austausch von Informationen zwischen den Hochschulen und dem DLR ermöglicht, um das STERN-Programm möglichst effizient und erfolgreich durchführen zu können.
  • Durchführung Workshop Raumfahrtantriebe, zur Unterweisung in der Entwicklung und Test von Antrieben
  • Veranstaltung STERN-Stunden mit ausgesuchten Themen wie etwa Flugdynamik
  • Möglichkeit der Nutzung von Testanlagen auf dem DLR-Testgelände in Lampoldshausen

Die beschriebenen Leistungen sind Teil von Unteraufträgen seitens der Hochschulen. Ansprechpartner ist das DLR-MORABA.

Wer darf eine Förderung beantragen und wie erfolgt die Antragsstellung?

Alle deutschen Hochschulen mit der Fachrichtung "Luft- und Raumfahrttechnik" können eine Förderung beantragen. Die Förderung erfolgt auf Basis von Einzelzuwendungen des DLR (100-Prozent-Förderung auf Ausgabenbasis). Der Zuwendungsantrag ist mittels eines "AZA-Formantrages" und Vorhabenbeschreibung zu stellen. Wir empfehlen, sich bereits im Vorfeld für eine Antragsstellung mit dem Raumfahrtmanagement des DLR e.V. in Verbindung zu setzen, um formale oder inhaltliche Fehler zu vermeiden. Die Förderbedingungen für Zuwendungen erhalten Sie über das elektronische Antrags und Angebots-System (easy) in den separat ausgewiesenen Links.

Von dem Raumfahrtmanagement wurde ein Dokument erarbeitet, in denen die Struktur und die Inhalte für eine Vorhabensbeschreibung beispielhaft (als Vorschlag) dargelegt werden. Das Dokument können Sie auf Anfrage beim Raumfahrtmanagement des DLR e.V. erhalten.

Bei Vereinen oder studentischen Gruppen, die im Auftrag oder in Kooperation mit der Hochschule arbeiten, ist der Zuwendungsantrag dennoch von der Hochschule einzureichen. Dabei ist zu gewährleisten, dass die Leitung und Koordination und letztendlich die Verantwortung ausschließlich bei der Hochschule liegen.

Wann kann die Förderung beantragt werden und das Projekt starten?

Die Förderung kann ab sofort beantragt werden. Zwischen dem Eingang des Antrags und dem Zuwendungsbescheid nach erfolgreicher Bearbeitung vergehen circa drei Monate. Der Projektstart darf erst nach Erhalt eines positiven Zuwendungsbescheids erfolgen.

Welches Budget ist im Rahmen der Förderung vorgesehen?

Als Budgetrahmen werden gegenwärtig 70.000 Euro pro Jahr und Hochschule veranschlagt. Hinzu kommen Unteraufträge für die Durchführung von Reviews, Gebühren für Esrange und einem Kampagnenarzt bei Starts in Kiruna. Die tatsächliche Antragssumme ergibt sich (nach Rücksprache mit dem DLR) aus der im Antrag vorzukalkulierenden Vorhabensgesamtsumme. Der Antragsteller muss das Vorhaben hinreichend beschreiben und darlegen, dass das Vorhaben ohne die Zuwendung nicht durchgeführt beziehungsweise finanziert werden kann und dass mit Gewährung der Zuwendung die Gesamtfinanzierung gesichert ist. Dazu ist neben dem AZA-Antrag die Vorlage eines formlosen Finanzierungsplans über die Gesamtausgaben des Vorhabens notwendig. Sollte ein Teil der Finanzierung durch Sponsoren abgedeckt werden, so ist dieser Anteil abgesichert darzustellen.

Besteht die Möglichkeit einer weiteren Förderung nach Ablauf der Projektlaufzeit von maximal drei Jahren?

STERN dient der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich Raumtransport und ist daher langfristig angelegt. Nach erfolgreichem Abschluss eines Hochschul-Projektes kann daher ein neues Vorhaben mit erweiterten oder neuen Themengebieten beantragt werden.

Was sind die Mindestvoraussetzungen für eine Teilnahme?

Zu den technischen Mindestvoraussetzungen zählen das Erreichen der Schallgeschwindigkeit, eine Mindestflughöhe von drei Kilometern und die Mitnahme einer Telemetrie-Nutzlast, mit der die wichtigsten Bahnparameter (Beschleunigung, Geschwindigkeit und Flughöhe) während des gesamten Fluges zur Erde gefunkt werden. Außerdem muss eine Möglichkeit zur Bahnverfolgung vorhanden sein. Dieses kann über einen GPS-Empfänger der sich an Bord der Rakete befindet und die Position der Rakete zur Erde funkt oder aber unter Nutzung der Kiruna-Bodenanlagen (beispielsweise Radar) erfolgen. Für die Rakete ist außerdem ein Bergungssystem vorzusehen. Darüber hinaus müssen die praktischen Arbeiten durch Vorlesungen und Leistungsnachweise abgedeckt werden.

Die Hochschule verpflichtet sich darüber hinaus, unter Beteiligung von DLR-MORABA und DLR-Lampoldshausen sowie unter Hinzuziehung weiterer Spezialisten für das Gesamtsystem "Rakete" ein Review-Board einzuberufen. Dieses Review-Board soll die Studenten in den verschiedenen Entwicklungsphasen der Rakete begleiten. Auf Gesamtsystemebene sind hierzu fünf Reviews vorgesehen.

Die Laufzeit des Vorhabens sollte drei Jahre nicht überschreiten und endet mit dem Raketenflug und der Auswertung der Ergebnisse.

Wo können Triebwerkstests durchgeführt werden?

Das DLR-Institut für Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen bietet zur Durchführung von Triebwerkstests in der Schubklasse bis 5000 N je nach Brenndauer die Möglichkeit, unter Nutzung der dortigen Infrastruktur und unter Begleitung von erfahrenem Personal eigene Versuche durchzuführen. Darüber hinaus steht als weiteres Testgelände der DLR-Standort in Trauen zur Verfügung.

Wo kann eine Schulung für den T2-Schein nach §27 Sprengstoffgesetz durchgeführt werden?

Eine Schulung kann unter anderem bei der TU-Brauschweig und der ihr angegliederten ERIG (ExperimentalRaumfahrt-InteressenGemeinschaft e. V.) angefragt werden.

Wird ein eigenes Startgelände benötigt?

Nach Möglichkeit sollten Flüge bis drei Kilometern Höhe in Deutschland erfolgen, um den logistischen Aufwand von Startkampagnen zu begrenzen. Einige Hochschulen kooperieren beispielsweise mit der Bundeswehr. Eine weitere Möglichkeit zur Durchführung von Raketenstarts bietet auch das DLR in Trauen. Für größere Höhen ist das Esrange-Gelände in Kiruna (Schweden) vorgesehen.

Die zeitliche Koordinierung der Starts in Kiruna erfolgt über DLR-MORABA. Aufgrund begrenzter Ressourcen müssen die STERN-Kampagnen mit den dort laufenden REXUS, TEXUS oder MAXUS-Kampagnen abgestimmt werden. In der Regel wird eine STERN-Kampagne dann im Anschluss und mit mehreren Hochschulen durchgeführt.

Welche Voraussetzungen sind für einen Start in Kiruna zu erfüllen?

Mit der Antragsstellung legt die Hochschule bereits fest, ob der Start aufgrund der zu erwartenden Flughöhe der Rakete in Kiruna stattfinden soll oder nicht. Darüber hinaus muss die Hochschule in den Reviews zeigen, dass keine grundsätzlichen Bedenken bei den Startvorbereitungen und dem Flug der Rakete bestehen. Eine endgültige Bewertung für die Startfreigabe wird jedoch durch das Esrange-Personal in Kiruna erfolgen.

Die Buchung der Kampagne erfolgt durch die jeweilige Hochschule bei Esrange. Dabei wird eine Tagesmiete für die Nutzung des Geländes zugrunde gelegt. Nach Ablauf der Kampagne wird der Hochschule die entsprechende Nutzungsdauer von Esrange in Rechnung gestellt. Als Erfahrungswert können für die Nutzungsdauer drei Tage pro Hochschule angenommen werden. Da die STERN-Kampagnen voraussichtlich in zwei bis drei Gruppen zusammengefasst werden, wird die Kampagnendauer etwa neun Tage beanspruchen.

Bei den Kampagnen in Kiruna wird außerdem ein Kampagnenarzt zugegen sein. Dieser wird ebenfalls über die jeweilige Hochschule beauftragt. Als Erfahrungswert können hier drei Tage pro Hochschule angesetzt werden.

Nähere Auskünfte erhalten Sie beim Raumfahrtmanagement des DLR e.V.

Gibt es für die Hochschulen innerhalb des STERN-Programms zusätzliche Veranstaltungen?

Es sind zwei Veranstaltungen vorgesehen. Bei DLR-MORABA am Standort in Oberpfaffenhofen ist eine dreitätige Veranstaltung unter der Bezeichnung "STERN-Stunden" geplant. Die voraussichtlichen Veranstaltungstermine sind 2012 und 2014. Die Studenten sollen dabei verstärkt mit Themen der Raketentechnik wie etwa Flugdynamik und Telemetrie vertraut gemacht werden. Für weitere Themen ist auch die Einladung von Spezialisten vorgesehen.

Das DLR-Institut für Raumfahrtantriebe bietet einen dreitätigen Workshop am Standort in Lampoldshausen an. Dieser Workshop findet ab 2012 jeweils einmal im Jahr statt und bietet den STERN-Teilnehmern eine aktive Auseinandersetzung mit systemrelevanten Arbeiten an Antrieben und Prüfständen.

Warum wurde das Fördervorhaben initiiert?

Die Sicherung des europäischen Weltraumzugangs mit Hilfe eigener Trägersysteme ist sowohl von wirtschaftlicher als auch strategischer Bedeutung für Europa. Ein erfolgreiches Beispiel hierfür ist das Ariane-Programm, in dem Deutschland eine technologische Schlüsselstellung einnimmt. Damit Europa auch in Zukunft in der Lage ist eigene Trägerraketen zu entwickeln und zu betreiben, müssen bereits jetzt neue Fachkräfte ausgebildet werden.

In den letzten Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt der Lehre an den Hochschulen mit Raumfahrtzweigen jedoch zunehmend weg von den Themen des "klassischen Raumtransports". Langfristig gefährdet dies aber die Entwicklungskompetenz in Deutschland für zukünftige Trägersysteme. Angesichts der enormen technischen und wirtschaftlichen Rolle, die Deutschland beziehungsweise die deutsche Industrie und Forschungseinrichtungen heute beispielsweise für die Ariane-Trägerrakete einnehmen, ist es Ziel des DLR, hier ein Umdenken einzuleiten. Globale Aufgabe der Förderung ist es daher, die wissenschaftlichen Nachwuchskräfte wieder verstärkt an Raumtransportthemen heranzuführen und sie hierfür zu begeistern. Gleichzeitig sollen die Studenten lernen, Verständnis für das Gesamtsystem "Rakete" zu entwickeln.

Wer ist mein Ansprechpartner?

Projektvorschläge und Förderanträge sind beim Raumfahrtmanagement des DLR e. V. Abteilung, Trägersysteme einzureichen. Hauptansprechpartner zur Durchführung der Reviews als auch zum Erstellen und Austauschen von STERN-Dokumentationen sowie den STERN-Stunden ist das DLR-MORABA. Dieses koordiniert auch die Aktivitäten mit dem DLR-Testzentrum in Lampoldshausen. Die Aktivitäten zur Unterstützung der Hochschulen (wie Begleitung der Reviews, Dokumentationen, Schnittstelle zu Kiruna) erfolgen durch DLR-MORABA als Hauptansprechpartner. Dieses koordiniert auch die Aktivitäten mit dem DLR-Testzentrum in Lampoldshausen. Fragen die sich speziell auf das Testfeld in Lampoldshausen sowie auf den Workshop beziehen, können an das dortige Institut gerichtet werden. In Bezug auf Triebwerkstests und Raketenstarts die auf dem DLR-Standort in Trauen stattfinden sollen, ist das dortige Institut der Ansprechpartner.


Kontakt
Karsten Lappöhn
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumfahrtmanagement
, Trägersysteme
Tel: +49 228 447-520

Fax: +49 228 447-706

E-Mail: Karsten.Lappoehn@dlr.de
Dr. Andreas Stamminger
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumflugbetrieb und Astronautentraining
, Mobile Raketen Basis
Tel: +49 8153 28-1231

Fax: +49 8153 28-1344

E-Mail: Andreas.Stamminger@dlr.de
Dr. Alexander Schmidt
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumflugbetrieb und Astronautentraining
, Mobile Raketen Basis
Tel: +49 8153 28-2704

Fax: +49 8153 28-1344

E-Mail: Alexander.Schmidt@dlr.de
Dr. Ciezki Helmut
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Raumfahrtantriebe
, Treibstoffe
Tel: +49 6298 28-321

Fax: +49 6298 28-458

E-Mail: Helmut.Ciezki@dlr.de
Jürgen Veth
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Standort Trauen

Tel: +49 5055 596-15

Fax: +49 5055 596-17

E-Mail: Juergen.Veth@dlr.de
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