Ein Lebenserhaltungssystem in einer Zigarettenschachtel



In einem geschlossenen Ökosystem atmen Tiere Sauerstoff ein und produzieren beim Ausatmen Kohlendioxyd. Dieses Gas benötigen Pflanzen für ihr Wachstum und produzieren dabei den Sauerstoff, den  wiederum tierische Organismen zum Überleben brauchen. Solche Lebenserhaltungssysteme sind interessant für die Grundlagenforschung im Bereich Systembiologie, aber auch im Hinblick auf die Versorgung von künftigen Langzeitmissionen im Weltall.

Für das Experiment auf Shenzou-8 wurde ein Lebenserhaltungssystem in der Größe einer Zigarettenschachtel entwickelt. In enger Zusammenarbeit haben dabei chinesische und deutsche Wissenschaftler ein geschlossenes System mit geeigneten tierischen Organismen (Schnecken) und Mikroalgen (Augentierchen) aufgebaut. Neben den ökophysiologischen Wechselwirkungen der Organismen im selbsterhaltenden Mini-Ökosystem soll auch die Anpassung der Schnecken und Mikroalgen an die Schwerelosigkeit sowie die  Reproduktionsrate der Algen über einen fast zweieinhalbwöchigen Zeitraum studiert werden.

Sensoren überwachen die Veränderung der Mikroalgenpopulation während und nach dem Flug im Vergleich zu einer Kontrollgruppe auf dem Boden. Zusätzlich führen die Forscher molekularbiologische Untersuchungen an den Organismen durch. Ziel der Wissenschaftler ist es, Erkenntnisse über die Effekte von Schwerelosigkeit und Weltraumstrahlung auf die Zellen zu gewinnen sowie den Einfluss der Schwerkraft auf biologische Prozesse im Allgemeinen zu erforschen.


Kontakt
Dr. Markus Braun
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumfahrtmanagement
, Forschung unter Weltraumbedingungen
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