Bei einem Aufenthalt im Weltraum gehört das Immunsystem zu den am stärksten geschwächten Systemen des menschlichen Körpers. Es beeinträchtigt die menschliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit in der Schwerelosigkeit und begrenzt damit vielleicht auch die Präsenz des Menschen auf den erdnahen Weltraum. Die Ursache dieser Immunstörungen liegt zu einem großen Teil vermutlich auf Ebene der Zellen.
Bisherige Erkenntnisse aus Experimenten auf Parabelflügen und Forschungsraketen könnten durchaus in diese Richtung weisen. Bereits nach wenigen Sekunden setzen wichtige Angriffsfunktionen von Immunzellen aus. Sie verlieren wichtige Moleküle für den Kontakt mit anderen Zellen, und viele innere Steuerungsmechanismen kommen durcheinander.
Im SIMBOX-Experiment untersuchen die Wissenschaftler, wie sich menschliche Fresszellen - eine der wichtigsten Zellen der Immunabwehr - in längerer Schwerelosigkeit verhalten. Sie wollen erforschen, welche Funktionen die Zellen nach mehreren Tagen im All noch erfüllen und ob sich die Zellen an die veränderte Schwerkraft anpassen können. Das Experiment setzt damit das auf der zehnten DLR-Parabelflugkampagne im Jahr 2007 in Köln erfolgreich durchgeführte erste deutsch-chinesische Parabelflugprojekt fort.