Nutzung der GMES Sentinels - spezifische nationale Anforderungen an Aufnahmeplanung, Empfang und Datenprodukte



Mit diesem Workshop, der am 3. Mai 2012 stattfand, hat das DLR Raumfahrtmanagement deutschen Institutionen und Unternehmen Gelegenheit gegeben, ihre spezifischen Anforderungen an den Betrieb der GMES Sentinel-Satelliten darzustellen. Die Ergebnisse werden über die Rückmeldung des DLR in die Planung der ESA eingehen.

 Sentinel-1
zum Bild Sentinel-1

Ergebnis

Auf Basis der Diskussion des Workshops hat das DLR auf die Anfrage der ESA zu nationalen Anforderungen und Plänen reagiert. Die Meldung des DLR ist nebenstehend unter Downloads unter dem Titel "Sentinel Collaborative Ground Segment" verfügbar.

Beiträge

Die Teilnehmer des Workshops waren aufgefordert, ihre Pläne und Anforderungen an das Kollaborative Bodensegment der GMES Sentinels darzustellen und zu erläutern. Dies geschah zum großen Teil über Beiträge, die die Teilnehmer des Workshops präsentierten:

Die Teilnehmer nahmen die Gelegenheit wahr und stellten Pläne und Anforderungen dar, die die ESA in ihrer Betriebsplanung berücksichtigen sollte. Dies betraf u.a.

  • Daten-Direktempfang und Nah-Echtzeitproduktion
  • Systematische Erstellung weiterer Datenprodukte
  • (Weiter-) Verteilung der Sentinel-Daten
  • Tools und Applications auf Basis der Sentinel Daten
  • Kalibrations- und Validationsaktivitäten

Darüber hinaus wurden eine Reihe von Vorschlägen für Datenprodukte, Zugangsmodalitäten oder nationale Infrastrukturmaßnahmen gemacht, die eine effektive Nutzung der Sentinel-Satelliten in Deutschland befördern würden.

Hintergrund

Über GMES

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) entwickelt die GMES-Sentinel-Missionen für das europäische Erdbeobachtungsprogramm GMES (Global Monitoring for Environment and Security). Der Sentinel-1-Satellit soll Ende 2013 starten. Der Start von Sentinel-2 und Sentinel-3 ist für das Jahr 2014 vorgesehen. Die GMES-Sentinels sollen große Teile des Datenbedarfs der GMES-Dienste erfüllen. Sie tragen eine Vielzahl an Sensoren für unterschiedliche Anwendungsfelder. Weitere Informationen zu GMES, den GMES-Sentinels und den GMES-Diensten finden Sie unter D-GMES oder auf den Internetseiten des DLR Raumfahrtmanagements, der ESA und der Europäischen Kommission.

Das GMES-Bodensegment

Die ESA entwickelt auch das Bodensegment für die Sentinel-Satelliten. Dieses umfasst den Raumflugbetrieb, die Empfangsanlagen, die Verarbeitung der Daten in definierte Basisprodukte und die Datenverteilung. Die Spezifikationen des Bodensegments orientieren sich an den Anforderungen der GMES-Dienste der Europäischen Kommission. Weitergehende Informationen über die Planung der ESA zum Bodensegment können dem Dokument "Draft GSC Operations Concept" entnommen werden.

Das kollaborative Bodensegment

Damit die Sentinels möglichst optimal genutzt werden können, soll das Bodensegment der ESA durch ein kollaboratives Bodensegment ergänzt werden. Dieses kann weitere Empfangsanlagen, zusätzliche Prozessierungsstufen oder eigene Wege der Datenverteilung umfassen. Damit können spezifische Anforderungen erfüllt werden, die über die Kapazitäten des ESA-Bodensegments hinaus gehen. Die dafür notwendigen zusätzlichen Kosten werden von der ESA nicht übernommen. Allerdings muss die ESA kollaborative Bodensegmentaktivitäten in der Betriebsplanung der Sentinels berücksichtigen. Europäische Mitgliedsstaaten sind daher verpflichtet, der ESA ihre nationalen Pläne für kollaborative Bodensegmentaktivitäten zu melden, sofern sie in der ESA-Betriebsplanung zu berücksichtigen sind.

Die ESA hat einen Fragebogen ("Questionnaire on Sentinel Collaborative Ground Segment initiatives") entworfen, um die Rückmeldungen der Mitgliedsstaaten zu strukturieren. Dieser behandelt die Kategorien

  1. Datenempfang und Nah-Echtzeit Produktion
  2. Kollaborative Sentinel Datenprodukte
  3. Produktverteilung und -zugang
  4. Entwicklung innovativer Werkzeuge und Anwendungen.

Eine weitere relevante Kategorie sind nationale Vorhaben zur Kalibration und Validation der Sentinel-Daten während des Betriebs.


Kontakt
Dr. Jörn Hoffmann
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumfahrtmanagement
, Erdbeobachtung
Tel: +49 228 447-269

Fax: +49 228 447-747

E-Mail: Joern.Hoffmann@dlr.de
Denise Kupferschmidt
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Raumfahrtmanagement
, Erdbeobachtung
Tel: +49 228 447-220

Fax: +40 228 447-747

E-Mail: Denise.Kupferschmidt@dlr.de
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Downloads zu diesem Artikel
Sentinel Collaborative Ground Segment - German National Response to ESA Questionnaire (http://www.dlr.de/rd/Portaldata/28/Resources/dokumente/re/Sentinel-Collaborative-Ground-Segment_Quest_2012_06_01_final_1_.pdf)
Veranstaltungsprogramm (http://www.dlr.de/rd/Portaldata/28/Resources/dokumente/re/Programm_GMESWorkshop2012_final.pdf)
Draft GSC Operations Concept (http://www.dlr.de/rd/Portaldata/28/Resources/dokumente/re/ESA-draft-OpsConcept_2010.pdf)