Querschnittsthemen

Innovation



Wissenschaft und Forschung sind Grundlage technischer Innovationen. Nach dem Ökonomen Joseph Schumpeter sind Innovationen die Durchsetzung einer technischen oder organisatorischen Neuerung im Produktionsprozess. Das geht über die reine Erfindung - die Invention - hinaus. Innovationen treten demnach insbesondere dann in starkem Maße auf, wenn sich die Produktionsfaktoren oder deren Kombination ändern.

Bei der Raumfahrttechnologie handelt es sich meist um Spitzentechnologie und sie bewegt sich am Rande des technisch Machbaren. Durch extreme und außergewöhnliche Rahmenbedingungen des Weltalls, etwa Schwerelosigkeit, hohe Temperaturen und extreme Kälte, müssen meist hoch spezialisierte und innovative Lösungen gefunden werden.

Innovationen in der Raumfahrt

Innovationen innerhalb der Raumfahrt sind technologische Entwicklungen oder Neuerungen, die ein hohes Potenzial zur Ablösung bisher benutzter Raumfahrttechnologien, Produkte und Verfahren haben. Die Ablösung findet statt, wenn wesentliche Vorteile und Nutzeneffekte erzielt werden können. Diese sind beispielsweise: Leistungs- und Effizienzsteigerung, Verringerung des Energiebedarfs, Verbesserung von Baugröße oder Gewicht, Optimierung von Fertigungsprozessen, Reduktion von Kosten. Innovationen finden kontinuierlich und in allen Segmenten der Raumfahrt statt. Ein Beispiel ist die optische Laserkommunikation, die eine neue Dimension der Datenübertragung und -volumina ermöglicht.

Innovationen und Transfer in den Nicht-Raumfahrt-Bereich

Innovationen, im Sinne technologischer Entwicklungen oder Neuerungen, können in bestimmten Fällen von der Raumfahrt in den Nicht-Raumfahrt-Bereich übertragen werden. Es handelt sich dann um Transfers oder um Spin-offs von Raumfahrttechnologien. Der Transfer erfolgt meist in terrestrische Nutzungs- und Anwendungsbereiche. Häufig werden dadurch auch Potenziale zur kommerziellen Verwertung in Nicht-Raumfahrtmärkten erschlossen.

Innovationstransfers oder Spin-offs sind ursprünglich meist nicht vorgesehen, sondern sie ergeben sich im Rahmen von raumfahrtbezogenen Entwicklungen beziehungsweise Raumfahrtprojekten. In verschiedenen Raumfahrt-Segmenten finden sich Beispiele für Innovationstransfer, etwa die Plasma-Technologien für die Beschichtung von Oberflächen, Robotsysteme für Medizintechnik und Produktion oder 3D-Methoden für die medizinische Diagnostik.

Unterstützung von Innovationen

Technologieentwicklungen und Innovationen in der Raumfahrt zu fördern und diese in marktreife Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen umzusetzen, ist ein wichtiger Aspekt des Nationalen Raumfahrtprogramms. Beispielhaft hierfür sind der Aufbau und der Betrieb von Testfeldern für Galileo-Anwendungen. Auf diesen Testfeldern können innovative Entwicklungen der satellitengestützen Navigation von Unternehmen für Anwendungen zu Land, Wasser oder Luft getestet und optimiert werden. Eine weitere wichtige Maßnahme ist das Programm "On-Orbit-Verifikationen von neuen Techniken und Technologien" (OOV). Es bietet Forschungseinrichtungen und der Industrie die Möglichkeit, technologische Entwicklungen und Produkte im Orbit zu testen, zu optimieren und zu verifizieren.

Eine Unterstützung von Innovationen und deren Transfer erfolgt auch über Förderungen durch das ESA-Technologietransferprogramm (TTP). So besteht dort ein ständiger Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen für Machbarkeitsstudien und Demonstrationen für den Technologietransfer. Auch unterhält die ESA ein Netz von Gründerzentren, in Deutschland im ESOC und beim DLR-Standort Oberpfaffenhofen, mit Unterstützung der jeweiligen Landesregierungen Hessen und Bayern.
 
Durch die Einrichtung eines Risikokapitalfonds (Open Sky Technology Fund, OSTF), der von dem deutschen Fondsmanager Triangle Venture geführt wird, wird der Bereich der Venture Capital-Geber für die Raumfahrt erschlossen. Hier wirken auch die Investitionsforen der ESA unterstützend.


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