Erforschung des Weltraums: ESA-Programme



Das Wissenschaftsprogramm der ESA besitzt ein weltweit anerkanntes hohes Niveau. Im Rahmen der Langzeitprogramme zur Erforschung des Weltraums, "Horizon 2000" beziehungsweise "Horizon 2000plus" und "Cosmic Vision 2015-2025", trägt Deutschland maßgeblich zu den derzeit acht erfolgreichen, laufenden Missionen bei. Diese Missionen sind:

  • SOHO (Sonnenforschung)
  • Venus Express (Venus-Orbiter)
  • Cluster (Erforschung des Erdmagnetfeldes)
  • Mars Express (Mars-Orbiter)
  • Rosetta (Kometen-Sonde mit Lander Philae)
  • XMM-Newton (Röntgen-Teleskop)
  • INTEGRAL (Gammastrahlen-Teleskop)
  • Gaia (Vermessung der Sterne der Milchstraße)

Zu diesen Langzeitprogrammen gehörten auch die inzwischen abgeschlossenen Missionen Herschel (Infrarot-Teleskop) und Planck (Erforschung der kosmischen Hintergrundstrahlung), an deren Erfolg deutsche Wissenschaftler wichtigen Anteil hatten.

Entsprechend seines finanziellen Beitrags, dem höchsten aller Partner, spielt Deutschland eine wichtige Rolle bei der Definition und Umsetzung der wissenschaftlichen Missionen. Hierbei hat sich eine gut funktionierende Arbeitsteilung entwickelt, bei der die Mitgliedstaaten die wissenschaftlichen Instrumente für ESA-finanzierte Missionen entwickeln.

Deutschland will seinen Platz auf dem Gebiet der Erforschung des Weltraums in einem scharfen wissenschaftlichen Wettbewerb ausbauen. Auch in Zukunft sollen deutsche Forscher mit ihrer wissenschaftlichen und technischen Kompetenz im Wissenschaftsprogramm der ESA und anderer nationaler Agenturen gefragte und geschätzte Partner sein.

Deutsche Wissenschaftler tragen mit ihren Beiträgen erheblich dazu bei, dass in Europa einzigartige Daten in Astronomie, Astrophysik, Sonnen- und Planetenforschung gewonnen werden. Besonders hervorzuheben sind aus deutscher Sicht unter den erzielten Erfolgen: Die Kometensonde Rosetta, die kürzlich ihren Zielkometen erreicht und mit dessen Untersuchung begonnen hat, die Bilder der hochauflösenden Kamera auf Mars Express und die spektakuläre Landung der Huygens-Sonde auf dem Saturnmond Titan - die am weitesten von der Erde durchgeführte Landung auf einem fremden Himmelskörper.

Bei den acht ESA-Missionen in der Betriebsphase ist die wissenschaftliche "Ernte" in vollem Gange. Einige der Missionen, wie die des Röntgenteleskops XMM-Newton oder des Gammastrahlenobservatoriums INTEGRAL, wurden bereits mehrfach verlängert, da die nach wie vor bestehende große Nachfrage nach Beobachtungsmöglichkeiten dies voll und ganz rechtfertigt.

Horizon 2000/2000plus

Das aktuelle ESA-Programm Horizon 2000/2000plus soll mit den Starts wichtiger Missionen bis 2018 abgeschlossen werden. Zu ihnen gehört die im Dezember 2013 gestartete Astrometrie-Mission Gaia, mit der Position, Eigenbewegung und Helligkeiten von über einer Milliarde Sterne mit hoher Genauigkeit bestimmt werden sollen. Die gemeinsam mit der japanischen Weltraumagentur JAXA vorbereitete Mission BepiColombo stellt eine weitere große Herausforderung dar. Mit ihr werden zwei separate Sonden zum sonnennächsten Planeten Merkur gesandt, einerseits zur detaillierten Kartografie und Bestimmung der Oberflächenstruktur, andererseits zur Untersuchung des Magnetfeldes und des inneren Aufbaus des Planeten.

Weiterhin stehen mit LISA Pathfinder, einer Technologievorläufermission zu einem möglichen Gravitationswellendetektor eLISA, sowie dem großen James Webb Space Telescope (JWST) der NASA zwei weitere wichtige Missionen auf dem Programm.

Cosmic Vision 2015-2025

Für die Zukunft steht die Gestaltung von drei geplanten mittleren Missionen, den so genannten M-Missionen, und einer großen Mission, der so genannten L-Mission, des ESA Cosmic-Vision-Programms an. Deutsche Wissenschaftler werden sich an den Vorschlägen und darauf folgend mit Instrumentbeistellungen an den ausgewählten Missionen maßgeblich beteiligen.

Mit den Arbeiten zu den mittleren Missionen Solar Orbiter zur Sonne (M1, Start 2017), Euclid zur Erforschung der dunklen Energie (M2, Start 2020) und JUICE, der ersten großen Mission zur Erforschung des Planeten Jupiter und seiner eisigen Monde Ganymed und Europa (L1, Start 2022), wurde bereits begonnen. Im Februar 2014 wurde die Exoplanetenmission PLATO als dritte mittlere Mission (M3, Start 2024) ausgewählt. Hier hat das DLR-Institut für Planetenforschung die führende Rolle bei der Entwicklung der Nutzlast.

Für die zweite und dritte große ESA-Mission (L2 und L3) wurden im November 2013 die wissenschaftlichen Themen festgelegt: Die für 2028 geplante L2-Mission steht unter dem Thema "Das heiße und energiereiche Universum". Zu diesem Zweck soll ein weiteres Röntgenobservatorium gebaut werden, das die Leistungsfähigkeit der im Betrieb befindlichen Mission XMM-Newton um mehrere Größenordnungen übertrifft. Thema der L3-Mission ist "Das gravitative Universum". Hierfür soll ein Gravitationswellen-Observatorium entwickelt und gebaut werden, das ab 2034 in Betrieb geht.

Künftige Ausschreibungen für das "Cosmic Vision 2015-2025"-Programm werden durch Vorstudien und Technologieentwicklungen für deutsche Experimentvorschläge unterstützt.


URL dieses Artikels
http://www.dlr.de/rd/desktopdefault.aspx/tabid-8288/14198_read-35915/