Trägersysteme



Start einer Ariane 5ECA. Bild: ESA

Im Rahmen der deutschen und europäischen Weltraumstrategie spielt der Raumtransport eine zentrale Rolle. Das übergeordnete Ziel ist die Bereitstellung eines zuverlässigen, flexiblen und wettbewerbsfähigen europäischen Trägersystems, das den autonomen Zugang zum Weltraum für Europa garantiert. Zum heutigen Zeitpunkt erfüllt das Ariane Programm diesen Zweck und stellt mit der Ariane 5 einen leistungsfähigen Träger zur Verfügung.

Um im internationalen Wettbewerb erfolgreich zu bleiben, ist die Ariane ständig weiterentwickelt worden, um eine immer bessere Anpassung an die Markterfordernisse, eine Senkung der Produktionskosten sowie eine Erhöhung der Missionsflexibilität und Zuverlässigkeit zu erreichen. Die Entwicklung des Trägersystems wird von den europäischen Teilnehmerstaaten am Ariane Programm finanziert. Die deutschen Beiträge zur Weiterentwicklung der Ariane-Trägerfamilie im ESA-Rahmen zielen darauf ab, durch substanzielle Entwicklungs- und Produktionsanteile hochwertige Arbeitsplätze am Standort Deutschland zu sichern und die deutsche Position als unverzichtbarer Partner im europäischen Raumtransportprogramm zu festigen.

Eine entscheidende Aufgabenstellung bei der Entwicklung einer zukünftigen Generation von Raumtransportern ist vor allem die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich durch höhere Zuverlässigkeit, gesteigerte Flexibilität und marktgerechte Preise für den Transport in den Weltraum. In diesem Zusammenhang ergibt sich aus verschiedenen nationalen und europäischen Studien übereinstimmend, dass für überaus optimistische Nutzungsszenarien, die die Entwicklung eines wieder verwendbaren Raumtransportsystems rechtfertigen könnten, in absehbarer Zeit keine Nachfrage existiert. Aus diesem Grunde konzentrieren sich die zukunftsorientierten Aktivitäten heute schwerpunktmäßig auf die Entwicklung, Analyse und Bewertung von neuen Antriebs- und Designkonzepten zu klassischen Trägersystemen der nächsten Generation.

Die ESA betreibt mit dieser Zielsetzung das "Future Launchers Preparatory Programme" (FLPP), an dem sich auch Deutschland maßgeblich beteiligt. Darüber hinaus verfolgt Deutschland eigene Projekte im nationalen Rahmen, deren Ergebnisse als Beitrag zur Vorbereitung europäischer Programme zu zukünftigen Trägersystemen zu sehen sind. Diese sind gestützt auf vorhandene Kompetenzen in der Industrie, in Hochschulen und im DLR. Sie schaffen die Grundlage für Deutschland, eine Führungsrolle in Europa bei den Themen Stufenverantwortung, hochbelastbare Strukturen, Hitzeschutzsysteme, Steuerungssysteme und Antriebskomponenten einzunehmen und zu erhalten.

Die weitere Entwicklung der europäischen Trägerlandschaft wird aber auch von Marktaussichten und Kosten - also ökonomischen Kriterien - abhängig sein. In dieser Hinsicht bietet unter anderem auch die Zusammenarbeit mit russischen Firmen und Institutionen heute attraktive Möglichkeiten, die europäische Trägerfamilie zu erweitern und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Beispiele sind das bereits bestehende deutsch-russische Gemeinschaftsunternehmen EUROCKOT sowie die zukünftige Vermarktung der russischen Sojus Trägerraketen durch Arianespace vom europäischen Raumfahrtzentrum in Kourou aus.


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Dr. Claus Lippert
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