Raumfahrttechnologie und Raumfahrtrobotik



 Der zweiarmige Roboter-Torso 'JUSTIN' des DLR
zum Bild Der zweiarmige Roboter-Torso "JUSTIN" des DLR

Künftige Raumfahrtmissionen stellen höhere Anforderungen an die Satellitenbustechnologie. Hierzu zählen mehr Rechenleistung an Bord für einen autonomeren Betrieb und höhere Datenverarbeitungsraten, verbesserte und vibrationsärmere Lageregelungssysteme, leistungsfähigere konventionelle und elektrische Antriebe, höherer Energiebedarf für die Satelliten und deren Nutzlasten sowie die Miniaturisierung von Bauteilen.

Das Raumfahrtmanagement wird deshalb die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit von Bauteilen und Subsystemen steigern und für die Verfügbarkeit kritischer Bauteile in Europa sorgen.

Insbesondere Automation und Robotik haben ein großes Potenzial für die effiziente und effektive Raumfahrt. Als verlängerter Arm des Menschen im Weltall können intelligente Roboter die Zukunft der Raumfahrt langfristig verändern. Weitgehend autonome robotische Systeme werden auf Himmelskörpern landen, sie erkunden und damit die Erschließung des Sonnensystems vorantreiben. Hohe Mobilität, präzise Manipulation, sowie autonome Aktionsfähigkeit der robotischen Systeme sind dabei entscheidend für den Erfolg.

Für die Zeit nach der ISS benötigt die Raumfahrt neue technische Lösungen, um mit weitgehend automatisierten Forschungsplattformen die Kontinuität der Forschung unter Weltraumbedingungen zu sichern. Für dieses breite Spektrum an Einsatzgebieten in der Weltraumforschung mit seinen extremen Anforderungen fördert das Raumfahrtmanagement generische robotische Technologien. Sie reduzieren Kosten und Risiken indem sie etwa Astronauten bei Missionen unterstützen oder gefährliche Aufgaben ganz übernehmen.

Deutschland betrachtet die Vermeidung und Entsorgung von Weltraummüll als hoheitliche Aufgabe. Durch die Umsetzung dieser Aufgabe richten wir die Raumfahrt zukünftig verstärkt am Prinzip der Nachhaltigkeit aus. Daher gehen wir den ersten Schritt von den heutigen "Einwegsatelliten" hin zu nachhaltig nutzbaren Systemen. Das Raumfahrtmanagement fördert hierfür Technologieentwicklungen, die ein kontrolliertes Entsorgen vorhandener Satelliten ermöglichen.

Dies schafft langfristig mögliche Grundlagen für den späteren kommerziellen Aufbau von Technologien, um die Lebensspanne von Satelliten, etwa durch autonomes Betanken, Warten und Reparieren, zu verlängern. Das Thema "aktives Rückholen und Entsorgen von Raumfahrzeugen" ist inzwischen international von Bedeutung. Deutschland wird hier entscheidende Beiträge leisten. Dafür unterstützt das Raumfahrtmanagement entsprechende wissenschaftlich-technische Projekte in Industrie und Wissenschaft.

Aufgrund der extremen Umgebung des Weltraums ist die Raumfahrtrobotik schließlich eine wichtige Triebfeder für Innovationen auch auf der Erde, etwa im Leichtbau oder in der Medizintechnik.

Nationales Programm

Seit 2009 ist das Thema Automation und Robotik ein Schwerpunkt der deutschen Raumfahrtpolitik. Zentrales Projekt auf dem Gebiet der Robotik ist die Deutsche Orbitale Servicing-Mission (DEOS).

 

 

ESA-Programme

Technologieentwicklung für die Raumfahrt wird in Europa national und in den Technologieprogrammen der ESA, aber auch im Rahmen des EU-Forschungsrahmenprogramms vorangetrieben.


URL for this article
http://www.dlr.de/rd/en/desktopdefault.aspx/tabid-2210/3258_read-37931/