Ariane



Die Trägerrakete Ariane 5 - Europas Zugang zum All

 
 ATV-4 'Albert Einstein' startet an Bord einer Ariane 5ES in Kourou
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Aus dem Wunsch heraus, für Europa einen autonomen Zugang zum Weltraum zu schaffen, beschlossen die europäischen Staaten 1973 eines der erfolgreichsten europäischen Technologieprogramme: Ariane. Deutschland war von Anfang an ein wichtiger Partner im Ariane-Programm und liefert seither einen sichtbaren Beitrag zum europäischen Raumtransport.

Bereits der erste Flug einer Ariane 1 vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch Guayana war am 24. Dezember 1979 ein voller Erfolg. In der Nische des damals aufkeimenden kommerziellen Marktsegments entwickelte sich die Ariane-Trägerfamilie schnell zu einem zuverlässigen, wettbewerbsfähigen und flexiblen Raumtransportsystem, mit dem die Betreiberfirma Arianespace sehr bald die weltweite Marktführung errang. Vor allem die Ariane 4, die von 1988 bis 2003 116 Flüge mit einer beeindruckend hohen Erfolgsrate absolvierte, gewann das Vertrauen internationaler Kunden und transportierte rund 180 Satelliten in ihre Umlaufbahnen. Ariane prägte weltweit den kommerziellen Trägermarkt.

Vor dem Hintergrund eines ehrgeizigen Weltraumplans entschlossen sich die ESA-Mitgliedstaaten im November 1987 eine neue Generation der Trägerfamilie auf den Weg zu bringen: Ariane 5. Die neue Schwerlastrakete war ausgelegt, um sowohl den Markt des kommerziellen Satellitentransports zu bedienen, als auch zur Versogung der geplanten Raumstation beizutragen. Seither sind viele Satelliten der ESA, oder europäischer Institutionen mit Ariane gestartet worden. Ariane 5 garantiert Europa heute den autonomen Weltraumzugang, von dem alle Europäischen Staaten, aber auch große Wirtschaftszweige profitieren.

 Der Countdown läuft - Ariane 5 auf der Startrampe
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Evolution - von der Ariane 5G zur Ariane 5ME

Sowohl der internationale Wettbewerb, der sich in den vergangenen Jahre zunehmend verschäft hat, als auch die wachsenden Anforderungen der institutionellen Nutzer machen eine ständige Weiterentwicklung und Optimierung der Träger erforderlich. So folgten der „Grundversion“, der Ariane 5G (Generic) die Ariane 5E (Evolution) mit dem neuen Vulcain II Hauptstufentriebwerk und der neuen ECA-Oberstufe (Etage Supérieur Cryotechnique Type A). Ziel des aktuellen "Ariane 5 Midlife Evolution"-Programms der Europäischen Weltraumorganisation ESA ist eine weitere Anhebung der Nutzlastkapazität der Ariane 5 auf zwölf Tonnen. Unter Einsatz des vom DLR in Lampoldshausen getesteten neuen Vinci-Oberstufentriebwerks und einer höheren Treibstoffzuladung in der Oberstufe soll die Ariane 5 mit mehr Leistung und größerer Missionsflexibilität ausgestattet werden. Diese Leistungssteigerung um 20 Prozent ermöglicht, das Doppelstartprinzip auch bei stetig anwachsendem Startgewicht der Satelliten beizubehalten. Neben diesen am Markt und an der Wirtschaftlichkeit orientierten Aspekten erlaubt die neue Konfiguration der Ariane 5 auch wichtige Schritte hin zu einem ökologischeren Weltraumzugang: Die Ariane 5ME kommt gänzlich ohne die giftigen hydrazinbasierten Treibstoffe aus und vermeidet Weltraumschrott durch gezieltes Entfernen der Stufe aus dem Orbit nach erfolgreicher Mission.

Perspektive Ariane 6 - Satelliten im Einzelstart

Das Betriebsmodell der Ariane 5 ist fokussiert auf Satellitenstarts im Doppelpack. Dieses wirtschaftlich interessante Konzept ist allerdings logistisch aufwändig, da es die Koordination zweier Kunden erfordert. Wünschenswert ist eine europäische Trägerrakete, die auch im Einzelstartbetrieb wettbewerbsfähig und kostendeckend operieren kann. Aktuell sind die Erlöse für Startdienstleistungen auf dem Weltmarkt aber zu gering, um eine nach den bisherigen Prinzipien und den hohen Qualitätsstandards in Europa gefertigte Trägerrakete im individuellen Einzelstart wirtschaftlich betreiben zu können. Hier soll das "Ariane 6"-Programm den Durchbruch bringen. Das auf Beschluss auf der ESA-Ministerratskonferenz 2012 in einer Vorbereitungsphase befindliche Projekt soll untersuchen, ob eine neu zu entwickelnde Trägerrakete das Potenzial besitzt, auf dem Weltmarkt kostendeckend betrieben zu werden. Zahlreiche Studien haben unterdessen gezeigt, dass für einen wirtschaftlich erfolgreichen Einzelstartbetrieb die Startkosten pro Rakete gegenüber heute um mehr als Faktor zwei reduziert werden müssten, was ein überaus ambitioniertes Entwicklungsziel ist. Untersucht wird eine Trägerkonfiguration, die in der Unterstufe eine Architektur aus gleichartigen Raketenmotoren auf Feststoffbasis nutzt, und die in der Oberstufe auf der Technologie der Ariane 5ME aufbaut. Damit sollen sowohl die Entwicklungs- als auch Herstellungskosten minimiert werden. Ob die Ziele des Ariane 6 Projekts erreichbar sind und - wenn ja - wie die europäische Raumfahrtindustrie angepasst werden müsste ist Gegenstand der laufenden Untersuchung.

 

Leistungsparameter ARIANE 5ECA

Erster Start 11.12.2002
Startplatz Centre Spatial Guyanais, Franz. Guayana
Nutzlastkapazität 10,3t in den geostationären Transferorbit
Startgewicht 780t
Gesamtlänge 50,5 - 55m je nach Nutzlastverkleidung
Typische Nutzlasten
  • Telekommunikationssatelliten
  • Versorgungsflüge zur ISS (ATV)
  • Forschungs- und Erdbeobachtungssatelliten

Filmmaterial

 


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http://www.arianespace.com/
http://www.astrium.eads.net/en/ngl-industrial-consultation/
http://www.cnes.fr/web/CNES-fr/7092-acces-a-l-espace.php
http://www.dlr.de/ra/
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Ariane-5ECA launch video, Arianespace/ESA-TV Mitschnitt (http://www.dlr.de/rd/en/Portaldata/28/Resources/videos/AR521_Launch.mpg)
Ariane-5 Versionen (http://www.dlr.de/rd/en/Portaldata/28/Resources/dokumente/rl/Ariane5Versionen_0110.pdf)