DLR-Parabelflug-Tagebuch

Absprache mit Eurocontrol in Maastricht

17. Mai 2006

Letzte Tests an den Experiment-Apparaturen
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Das Cockpit des A300 ZERO-G
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Überprüfung des Airbus
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Elektroenzephalogramm-Haube (EEG)

Parabelflug-Projektleiterin Frau Dr. Friedrich und Flugkapitän Gilles le Barzic haben sich schon früh auf den Weg zur Deutschen Flugsicherung (DSF) bei Maastricht gemacht. Die DSF ist Bestandteil der Europäischen Organisation zur Sicherung der Luftfahrt (Eurocontrol) und hat die Gebiete für den Parabelflug ausgewählt. In der Regel handelt es sich dabei um militärische Flugübungsgebiete über der Nordsee oder nördlich von Berlin.

Durch die internationale Zusammenarbeit mit ausländischen Flugsicherungen können aber auch holländische und dänische Lufträume genutzt werden. Während der Parabelflüge ist dieser Bereich aus Sicherheitsgründen für den übrigen Flugverkehr gesperrt. Für die Parabelflugmanöver wird ein spezieller Luftraum benötigt: Drei Kilometer hoch, 180 Kilometer lang und 50 Kilometer breit soll es sein.

Bereits vor Monaten hat die DLR-Projektleitung die entsprechenden Räume reservieren lassen. Die Genehmigung für den Einflug des Airbus A300 ZERO-G in Deutschland musste ebenfalls schon vor Wochen beantragt werden. Schließlich handelt es sich bei dem Flugzeug nicht um eine normale Fracht- oder Passagiermaschine, sondern um ein experimentelles Testflugzeug.

Der heutige Besuch bei Eurocontrol ist notwendig, um die für den Parabelflug zuständigen Lotsen einweisen zu können. Frau Dr. Friedrich berichtet allgemein über den Ablauf des Parabelfluges und Kapitän Gilles le Barzic beschreibt die Flugmanöver in allen Einzelheiten. Dies ist sehr wichtig, denn die Piloten müssen während des Fluges aufs Äußerste konzentriert sein.

Einer von Ihnen ist für die Längsachse, der andere für die Querachse des Airbus verantwortlich. Währendessen regelt ein Flugingenieur den Turbinenschub, ein zweiter kontrolliert Luftraum und technische Daten. Nur das optimale Zusammenspiel aller Beteiligten und eine feinfühlige Flugsicherung machen die komplizierten Manöver möglich.

Überprüfung des Airbus

Am Köln Bonn Airport überprüfen Ingenieure und Techniker unterdessen den A300. Elektrik, Fahrgestell, Triebwerk - alles wird eingehend kontrolliert. Der Airbus ist beim Parabelflug enormen Belastungen ausgesetzt, die dem Material viel abverlangen. Eine Parabel beansprucht das Flugzeug genau so stark wie ein Linienflug.

Test der Experimentanlagen

In Inneren des Flugzeugs erproben die Wissenschaftler die Funktionstüchtigkeit ihrer Forschungsanlagen. Der Anblick, der sich dabei bietet, ist für den Laien zum Teil recht ungewöhnlich. So testet das Team von der Sporthochschule Köln seine Elektroenzephalogramm-Haube (EEG), mit der die Gehirnaktivität gemessen wird, auf dem Kopf von Dr. Stefan Schneider.

Lustig blau und rot gefärbt und mit vielen Kabeln versehen, sieht sie fast ein bisschen wie eine Narrenkappe aus. Gar nicht lustig findet der ansonsten humorvolle Wissenschaftler, immer genau dann fotografiert zu werden, wenn er gerade so wenig würdevoll aussieht. Im Terminal besprechen die Humanphysiologen die Durchführung ihrer Experimente. Verschiedene Teams wollen den Untersuchungspersonen während der Versuche Blut abnehmen.

Sie beschließen, die Experiment-Daten untereinander auszutauschen. Dies ermöglicht allen Beteiligten eine verbesserte wissenschaftliche Auswertung ihrer Ergebnisse. Die Wissenschaftler sind zuversichtlich, ihre Experimente heute so gut vorbereitet zu haben, dass bei der morgen angesetzten Sicherheitsüberprüfung keine größeren Probleme auftreten sollten.





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