Galileo



 Künstlerische Darstellung der Galileo-Flotte
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Ein eigenständiges europäisches Satellitennavigationssystem für zivile Zwecke

Galileo ist das europäische Satellitennavigationssystem, welches weltweit Daten zur genauen Positionsbestimmung liefern soll. Derzeit existieren bereits die militärisch kontrollierten Systeme GPS, das von den USA betrieben wird, und das russische GLONASS. Galileo soll zukünftig die Unabhängigkeit Europas gewährleisten und damit dessen Souveränität unterstreichen. Da der offene Dienst von Galileo mit der nächsten Generation des GPS-Systems harmonisiert ist, wird es zukünftig Navigationssignale von bisher nicht vorhandener Verfügbarkeit und Verlässlichkeit für den Massenmarkt geben.

Hohe Genauigkeit in der Orts- und Zeitbestimmung

Galileo soll aus einem System von 30 Satelliten bestehen, die gleichmäßig auf drei Bahnebenen in 24.000 Kilometern Höhe verteilt sind. Zusammen mit den dazugehörigen Kontrollstationen auf der Erde garantieren sie eine globale Abdeckung. Regionale und lokale Komponenten können das System ergänzen, um etwa den speziellen Anforderungen von Flughäfen, in Gebäuden oder Straßentunneln Genüge zu leisten.

Die angestrebten Genauigkeiten in der Ortsbestimmung liegen weltweit im Bereich von zehn Metern. Durch ergänzende Bodensysteme soll die Genauigkeit aus regionaler Sicht bei vier Metern, aus lokaler Sicht bei einem Meter liegen. Die benötigte Zeit, um einen Anwender über eine mögliche Fehlfunktion des Systems in Kenntnis zu setzen, soll global kürzer als sechs Sekunden betragen. Lokal soll die Meldung über diese Integrität weniger als eine Sekunde dauern.

Für Galileo sind zurzeit vor allem folgende Dienste vorgesehen:

  • Ein kostenloser Dienst zu Ortungs-, Navigations- und Zeitsynchronisationszwecken für die Allgemeinheit, dessen Hauptanwendung im Straßenverkehr und als Zeitstandard zu sehen ist
  • Ein kommerzieller Dienst mit Zusatzinformationen zur Aufwertung der Produktpalette von Diensteanbietern. Dieser mit einer Gebühr verbundene Dienst soll einer Zugangskontrolle unterliegen und ist für den professionellen Endanwender wie etwa in den Bereichen Vermessungswesen, Netzsynchronisation und Flottenmanagement gedacht
  • Ein so genannter Safety-of-Life-Dienst, dessen Schwerpunkt auf sicherheitskritischen Anwendungen in der Luft- und Schifffahrt sowie beim Bahnverkehr liegt
  • Ein Dienst von öffentlichem Interesse, der ein Signal mit sehr hoher Genauigkeit, Qualität, Zuverlässigkeit und Integrität für hoheitliche Anwendungen bereitstellt

 Sojus-Rakete mit Giove-A an Bord
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Giove A und B machen den Anfang

Das Projekt befindet sich in der Entwicklungs- und Erprobungsphase, um die Infrastrukturen für das Raum- und Bodensystem zu errichten. Zunächst sollen neben zwei Experimentalsatelliten, Giove A und B, vier Galileo-Satelliten sowie die Bodeneinrichtungen entwickelt und die Funktionstüchtigkeit des Systems in der Umlaufbahn bewiesen werden. In der anschließenden Errichtungsphase sollen die übrigen 26 Satelliten gebaut und gestartet werden. Außerdem ist der Ausbau des gesamten Bodensegmentes geplant. Ab 2013 soll Galileo seine Arbeit aufnehmen.

Die Europäische Union finanziert das System

Nach dem Beschluss der EU Verkehrsminister hat die Europäische Kommission (KOM) die Gesamtverantwortung für Galileo und EGNOS übertragen bekommen. Für den Zeitraum 2008 bis 2013 werden aus dem EU-Haushalt für beide Programme insgesamt 3,4 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Für die Beschaffung der Galileo-Infrastruktur wird die KOM die Europäische Weltraumorganisation ESA beauftragen.


Contact
Dr.-Ing. Ulrich Theis
German Aerospace Center

Space Administration
, Navigation
Tel: +49 228 447-231

Fax: +49 228 447-703

E-Mail: Ulrich.Theis@dlr.de
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